Donnerstag, 26. Juni 2014

Genug ist genug!

Eine ganze Weile nun schon hadere ich mit mir.
Bin unzufrieden, unglücklich, fühle mich unwohl in meiner Haut.

Die überflüssigen Kilos kleben an mir wie Pech, machen mich träge und unbeweglich, drücken meine Laune in unterirdische Sphären, lassen mich leicht reizbar und genervt sein.

Alles überhaupt gar nicht gut.
Ich bringe deutlich zu viel auf die Waage und mache mir selbst das Leben schwer.

Da die Themen Gewicht, Abnehmen und leider auch "Essstörungen" seit meiner Pubertät zu meinem Leben gehören und ich bereits eine knapp zweijährige ambulante Verhaltenstherapie (damals noch wegen Bulimie) hinter mir habe, ist es mit einem lapidaren "nun reiß dich halt einfach mal zusammen" nicht getan. 

Wie auch immer. 
Nun reicht es.
Ich bin zu dick, und das muss sich ändern.
Ich leide darunter, und was noch viel schlimmer ist: Die Menschen um mich herum, allen voran meine Kinder und mein Mann, leiden darunter.

Inzwischen habe ich mit meiner Hausärztin gesprochen, und eine Überweisung zu einem Psychologen ist überhaupt kein Problem. Die Suchtthematik ist noch nicht vom Tisch, und ich möchte das einfach noch mal mit einem Fachmann besprechen.
Auch mit Thomas habe ich nun einmal ausführlich gesprochen, und natürlich unterstützt er mich, so gut er kann.

Die Ernährung habe ich bereits umgestellt, wie es gesund geht, weiß ich zu genüge.
Auch Johanna muss mitziehen, und erfreulicherweise klappt das relativ gut.
Sie ist zwar immer noch extrem wählerisch (Gemüse? BAH!) in allen Bereichen, isst zum Beispiel nur ganz wenige bestimmte Wurstsorten, eine spezielle Apfelsorte (sowieso das einzige Obst), am liebsten Nudeln und Reis ohne alles, Kartoffeln nur an guten Tagen und so weiter und so fort, aber sie wird immer offener, und inzwischen sind wir an dem Punkt angelangt, dass ich ihr Essen nach der "Friss-oder-stirb-Methode" vorsetzen kann. Entweder sie isst, was es gibt, oder sie hat Pech gehabt und muss bis zum Abendbrot warten. 
Wir haben natürlich öfter mit Nörgelei oder Geheule deshalb zu tun, aber im Laufe der letzten Jahre habe ich mir ein dickes Fell zugelegt (zulegen müssen), und ganz ehrlich: Die Tischszenen jetzt sind Killefitz gegen die ersten drei Lebensjahre. Alles kein Problem.
Und wie gesagt: Johanna wird immer kooperativer.

Da die beste Ernährung ohne Bewegung nichts bringt, habe ich mich nun tatsächlich bei Gymondo angemeldet. Mit zwei kleinen Kindern ist man nicht sonderlich flexibel, daher kommt mir der Sport zu Hause im Wohnzimmer sehr gelegen.
Gymondo ist ein Online-Fitnessstudio. Auf das eigene Fitnesslevel und das gewünschte Ziel zugeschnitten bekommt man entsprechende Programme in Form von Videos präsentiert und kann entspannt (oder auch sehr schweißtreibend) zu Hause vor dem Notebook abhampeln. Dabei wird ein Trainingsplan über mehrere Wochen erstellt mit Trainingseinheiten und Ruhetagen, und der Fortschritt wird ganz genau festgehalten. Zusätzlich kann man sich im dazugehörigen Forum mit Gleichgesinnten austauschen oder auch Fragen an Experten stellen. 
Natürlich kann ich mir auch Fitnessvideos kostenlos anschauen - im Internet oder per DVD auf dem Fernseher - aber das ganze Drumherum bei Gymondo finde ich ganz angenehm und unterstützend. Daher bezahle ich gerne die paar Euro im Monat. 

Die ersten Workouts habe ich bereits hinter mir, und es ist erstaunlich, wie gut man sich mit so einem bißchen Sport auf einmal wieder fühlt. Schlagartig ist die Laune besser und man fühlt sich einfach wohler in seiner Haut.

Erstes Etappenziel: Ein Gewicht erreichen, mit dem ich ganz bedenken- und risikolos wieder meinem Lieblingssport Badminton nachgehen kann. Dafür muss dann einfach Zeit sein, wenn ich es dorthin geschafft habe.
Schauen wir mal, wie es läuft...

Kommentare:

  1. Ach Du.... ToiToiToi!
    Ich wünsch dir viel Motivaion und vo rallem Durchhaltevermögen.
    Bin gespannt...
    Ich krieg meine verhassten 10Nach-Shwangerschaftskilos auch einfach nicht weg. *heul*
    Disziplin ist halt so ne Sache, ich wünsch Dir ganz viel avon. ^^
    Kling toll mit Johanna. Unglaublich.
    Man meint Du redest nich vom selben Mädchen. ;-)
    Sollte ich bei meinem Mäkelpüppi auch mal versuchen, friss oder stirb. hih
    Aber ich gebe dann immer nach wenn sie wegen Hunger etwas später jammert, obwohl sie beim gemeinsamen Essen nix wollte. *seufz*
    Wenns nach ihr ginge, gäbs den ganzen Tag Süßes: Honigbrote, Marmeladebrote, süße Müslis, Naschereien und Kuchen sowieso... Schlimm.
    GLG, MamaMia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und genau das sage ich Johanna bereits am Mittagstisch: Wenn du jetzt nichts isst, dann kannst du nachher aber auch nichts Süßes essen. Früher undenkbar, heute funktioniert das in den meisten Fällen, und sie isst dann immerhin ein wenig. Da muss man dann aber auch wirklich konsequent sein, sonst haben die Kleinen ganz schnell raus, dass Mama und Papa nur leere Worte von sich geben. ;)
      Isst sie trotzdem nichts und jammert später rum, weil der Magen knurrt, dann setze ich ihr das Mittagessen erneut vor. Oder alternativ etwas anderes "Vernünftiges", wenn sie das Essen ums Verrecken nicht mag. Aber Naschkram gibt es dann nicht.
      Funktioniert. ;o)
      Und das bei Johanna... dann schafft ihr das auch. ;o)

      Liebe Grüße,
      Rebecca

      Löschen