Samstag, 10. Mai 2014

Zahnen ist scheisse!

Es gibt Dinge im großen, weiten Feld "Mama-(und Papa-)Sein, die man vergisst.
Vergessen muss, sonst bekäme niemand ein zweites Kind.

Dazu zählen unter anderem so Dinge wie Geburtsschmerz, die kompletten ersten drei Lebensmonate des neuen Erdenbürgers samt Schlafdefizit, Geräuschempfindlichkeit und was es da nicht noch so alles gibt, und eben auch das Zahnen.
(Die Liste ist beinahe unendlich erweiterbar natürlich).

Beim Zahnen scheint es nur "schwarz" und "weiß" zu geben.
Entweder hat das Kind nicht das geringste Problem, keinerlei Ausfallerscheinungen, oder aber man hat die Zeit, bevor der fiese Möpp endlich durchbricht, so richtig Spaß. "Zeit" ist dabei ein sehr dehnbarer Begriff und kann sich im schlechtesten Fall über Wochen erstrecken.

Johannas Zähne kamen damals von alleine. Unbemerkt schlichen sie sich ein und waren auf einmal da. Allesamt. Nur bei den Backenzähnen, die alle vier auf einmal kamen, haben wir dann mal ganz leicht mitbekommen, dass es so etwas wie Zahnungsbeschwerden geben kann. War aber alles Kickifatz, im Grunde gab es bei Johanna nicht einmal etwas zu vergessen.

Jonas hingegen, der ist "tiefschwarz".
Tagelang (in diesem Fall nun waren es beinahe zwei Wochen) wird mal mehr, mal weniger genörgelt, und im Schlaf schreit er gerne mal auf, um sofort mit Hand im Mund und ner ordentlichen Sabberlache unterm Kopf weiter zu schlafen.
Überhaupt hat er eigentlich immer die Hand oder gleich den ganzen Unterarm im Mund, der Sabber läuft in Strömen.

Die letzten zwei Tage stellten dann den vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg zu einem strahlendweißen Milchzahngebiss dar: Nörgelei von morgens bis abends, nur unterbrochen durch Notwendigkeiten wie Essen und Schlafen, feuerrote Bäckchen, insgesamt ein sehr ungehaltenes Männlein, das keinerlei Ruhe findet, sich auf dem Arm durch die Gegend windet und auf seiner Spieldecke wütend das Spielzeug durch die Gegend pfeffert. Und der Sabber... der Sabber... Sturzbäche an Sabber.

Da das Zähnchen die ganze Zeit über bereits zu sehen war konnte ich mich mit dem Gedanken trösten, dass es einen Grund für das Verhalten gibt, und dass das Männlein sicherlich bald wieder die Ausgeglichenheit und Fröhlichkeit in Person sein wird, sobald der fiese Möpp durchgebrochen ist.

Heute kann ich endlich hocherfreut verkünden: Zahn Nummer Drei ist da!
Jonas ist sechseinhalb Monate alt und hat nun unten drei Zähnchen.

Nur noch siebzehn mal...




Ich habe eigentlich nur einen Wunsch zu Muttertag: Starke Nerven. Ganz viele. Nicht nur wegen der Zähne des Männleins, sondern so ganz allgemein. 
Ich glaube, die kann ich noch sehr gut brauchen...

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