Mittwoch, 30. April 2014

Wertvolle Familienzeit

Diesen Monat war es ruhig hier, zugegeben. Das ist auch mir nicht entgangen, und wohl am allerwenigsten euch.

Es gab andere Dinge, die mich mehr beschäftigt haben. Gedanklich.
Erkennt man eine Krise, wenn man in ihr steckt?
Oder steht man wie das Reh in den Scheinwerfern des heranbrausenden Autos und wartet erstarrt auf den Aufprall?

Ich bin kein Reh. Ich warte nicht. Ich poltere.

Unsere Familienkonstellation ist - eigentlich - mehr oder weniger klassisch.
Papa, Mama, Kind, Baby, Kater. 
Großer, schwarzer Kater. Mit vielen langen Haaren.



Darf ich vorstellen? Kater Eddy.


Doch gerne scherze ich herum, dass ich alleinerziehend mit drei Kindern (und einem großen, schwarzen Kater) sei. Dabei ist das viel zu oft gar nicht scherzhaft gemeint.
Zum Einen, weil sich mein Göttergatte - wie vermutlich 99% der Väter - des öfteren recht unbeholfen anstellt, wenn es darum geht, sich mit um die Kinderangelegenheiten zu kümmern (ich glaube, denen fehlt da einfach irgendein Gen - das Mama-Gen, oder so), zum Anderen, weil ich tatsächlich die meiste Zeit mit den Kindern alleine bin.
Arbeit sei Dank.

Ehrlich: Ich bin sehr, sehr froh, dass ich keine faule Couchpotato zum Mann habe, sondern dass er jemand ist, der für seine Familie wirklich viel und hart und gerne (viel zu gerne!) arbeiten geht. Damit wir uns ein Leben leisten können, wie wir es uns vorstellen. Früher oder später.
Aber man kann es auch übertreiben. Und wir würden nicht gleich am Hungertuch nagen, wenn mein Mann abends wenigstens zum Abendessen zu Hause wär. Damit meine ich ein Abendessen, das VOR 20.30 Uhr stattfindet. Die Kinder - in erster Linie die Große, die morgens früh raus muss für den Kindergarten - müssen ja irgendwann im Bett sein. Und wollen im besten Fall vorher wenigstens noch ein ganz klein wenig Papazeit haben.

Am Wochendende wird ebenfalls meist gearbeitet, so dass wir - mit Glück - ein bißchen Samstag und einen Sonntag für die Familie haben. Allerdings ist mein Göttergatte von der vielen Arbeiterei natürlich so müde, dass er tagsüber im Sitzen im Sessel einschläft. Unter der Woche abends (das eine Stündchen, das wir haben könnten) findet quasi sowieso keine Partnerschaft statt, weil er auch da recht zeitnah nach dem Essen wegpennt. 

Man kann sagen, dass ich unzufrieden bin. Sehr unzufrieden und unglücklich.
Fehlendes Miteinander übersteht keine Partnerschaft. Und alleinerziehend wollte ich auch nie sein. Habe ich vor den Schwangerschaften und währenddessen deutlich kommuniziert und bin es nun doch.

Aber wie gesagt: Ich bin kein Reh. Ich haue auf den Tisch. Kampflos nehme ich das alles hier so nicht hin. Ich bin nicht bereit, diese Familie aufzugeben, und ich hoffe stark, mein Mann sieht das ähnlich und fängt endlich an, sich zu bemühen.
Nicht nur zu reden (das kann er nämlich gut), sondern es auch tatsächlich umzusetzen!

Wie gelegen kam uns daher nun der Urlaub, den er nehmen musste. Immerhin eine Woche Zeit. Eine ganze Woche, in der man mal etwas unternehmen konnte mit den Kindern. Nichts Wildes, aber wir sind ja schon mit Kleinigkeiten zufrieden.
Der helle Wahnsinn!

Und so verbrachten wir einen Tag im Zoo. Der erste Zoobesuch überhaupt für den Muppes.



Der kleine Mann hatte Spaß.




Und auch die Große genoss die Papa-Zeit sehr.




Irgendwann hat's den Muppi einfach umgehauen. Mit dabei natürlich wie immer weltbeste Wickeltasche von Pink Lining, in die so, so viel hineinpasst. Und noch mehr!


Und dann haben wir noch einen Tag in unserem Lieblingstiergarten verbracht. 
Lieblings- deshalb, weil man dort viele Tiere füttern kann, er schön klein und übersichtlich ist (perfekt für spontane Nachmittagsbesuche, wenn man mal eben etwas Zeit totschlagen möchte) und über zwei schöne Spielplätze (einer drinnen, einer davor) verfügt.

Besonders angetan hat es Johanna die Meerschweinchen-Wiese.




Hier verbringen wir immer viel Zeit mit Anschauen, Füttern und Streicheln.


Aber auch die diversen Rehe und Ziegen kommen immer auf ihre Kosten.




Fütterungszeit.


Der Muppes hatte ebenfalls sichtlich Spaß. 
Schon der zweite tierische Tag in seinem Leben, so kurz hintereinander.



Spaß-Muppi.


Und dann war da noch die Sache mit dem Hahn...



O-Ton Johanna: Kommen da die Eier raus?


Selbstverständlich haben wir auch noch den ein oder anderen Abstecher zu unseren niederländischen Nachbarn gemacht. Kaffee shoppen und so.

Und ansonsten einfach mal ganz viel Zeit miteinander als Familie verbracht. 
Diese Zeit ist so wichtig. Ich will mehr davon. 
Natürlich muss die Kasse stimmen. Ohne Moos nix los. 
Aber es muss Zeit für was anderes bleiben. Für uns. Für die Kinder, die ihren Papa brauchen. Öfter, als nur ein halbes Stündchen am Abend (wenn überhaupt) und sonntags.
Und auch für mich. Ich bin auch noch da. Ich bin nicht nur das Weib, das den Haushalt und die Kinder versorgt.
Manch einer würde vielleicht sagen: "Sei doch froh. Kannst machen, was du willst. Keiner guckt dir auf die Finger. Niemand da, für den das Essen auf dem Tisch stehen muss oder der fragt, wo du nun schon wieder hinfährst."
Und, und, und...

Aber nein. Ich bin nicht froh. 
Ich habe nicht geheiratet und eine Familie gegründet, um damit alleine zu sein.
Punkt.

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