Mittwoch, 5. März 2014

Schwebeteilchen

Johanna zeigt beim abendlichen Zähneputzen auf eine winzige Macke im Waschbecken:

"Papa, wir brauchen ein neues Haus! Unser Waschbecken ist kaputt."


Für kleine Kinder ist es so einfach.
Ist etwas kaputt, muss man es ersetzen. 
Gerne auch ein komplettes Haus.

Dabei spricht mir die Madame aus der Seele.
Wir brauchen ein neues Haus.
Oder erst mal überhaupt ein Haus, wohnen wir momentan doch noch in einer Mietwohnung.
Eigentlich ist sie ganz nett. MaisoNETTe, um genau zu sein. 
Ohne Terasse, ohne Balkon. 
Und da haben wir schon einen ganz deutlichen Negativpunkt. Als wir vor vier Jahren hier einzogen, war das ok. Doch Ansprüche und Bedürfnisse ändern sich. Vor allem, wenn ein Familienmitglied hinzukommt. Drei Zimmer sind für drei Personen nahezu perfekt. Für vier Personen... nun ja, wer rechnen kann, weiß Bescheid.

Nun können kleine Kinder natürlich durchaus zusammen in einem Zimmer wohnen, und das war ja auch hier der Plan. Doch irgendwie ist das alles doch nicht so optimal. Und wenn man Besseres haben könnte, hätte man auch gerne Besseres. 
Die verflixte Natur des Menschen. Kennt man.

Zur Zeit hängen wir freischwebend in der Luft.
Weiterhin Miete? 
Wenn ja, weiterhin Wohnung? Dann aber bitte mit Balkon, noch besser Garten. 
Oder doch Haus? 
Und soll man wirklich so viel Miete zahlen oder nicht doch lieber das Eigenheim finanzieren (sofern die Bank mitspielt)?
Denn für das Geld, das man hier für eine einigermaßen ansprechende 4-Zimmer-Wohnung hinlegen muss (vor allem, wenn sie noch das ein oder andere Extra wie etwa Frischluft haben soll) kann man locker auch ein kleines Häuschen finanzieren.

Fragen über Fragen. Keine Antworten.

Und dann ist da noch die winzigkleine Kleinigkeit, dass wir nicht nur wohnraumtechnisch in der Luft hängen sondern auch beruflich. 
Wir leben im Moment in klassischer Rollenverteilung. Das Männlein geht von früh bis spät arbeiten, das Frauchen ist in Elternzeit zu Hause.
Diese Aufteilung wird auch so bleiben, dennoch ist eine Veränderung angestrebt. Was, wo, wie, wann - wissen wir noch nicht. Alles hängt in der Luft.

Und das geht mir sowas von auf den Keks!
Ich bin von Natur aus kein geduldiger Mensch. Schon meine Mama wird das während meiner eigenen Kindheit verflucht haben. 
Als die Geduld verteilt wurde war ich gerade verhindert.

Ich möchte mit dem Finger schnippen und bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse unseres eigenen Hauses im Liegestuhl liegen, nen Fruchtsaft schlürfen und meinen Kindern dabei zuschauen, wie sie durch den Garten tollen. Jetzt. Sofort.

Funktioniert irgendwie nicht. Unerklärlich.
Also schweben wir weiterhin durch die Atmosphäre unseres Lebens und harren der Dinge, die da kommen, nachdem wir sie in Bewegung gebracht haben.
Hoffentlich kommen sie bald. Und hoffentlich kommen sie in der Gestalt, wie ich es mir wünsche.

Sonst muss ich leider über kurz oder lang trotzig aufstampfen, ne Schmolllippe ziehen und ordentlich rumstänkern.

Kommentare:

  1. "Denn für das Geld, das man hier für eine einigermaßen ansprechende 4-Zimmer-Wohnung hinlegen muss (vor allem, wenn sie noch das ein oder andere Extra wie etwa Frischluft haben soll) kann man locker auch ein kleines Häuschen finanzieren."
    Ich zitiere mal... denn das war für uns der Grund uns FÜR ein Haus zu entscheiden. Das war Anfang 2010, als wir Nägel mit Köpfen gemacht haben. Minikind war noch nicht auf dem Weg, aber der Wunsch nach einem zweiten Kind da.... 11/2010 wurde unser Haus gestellt, Innenausbau selber gemacht, 3/2011 sind wir eingezogen.

    Finanziell ist es so, dass wir beide berufstätig sind. Ich war beim Minikind zwar ein Jahr zuhause, aber es war von vorn herein klar und gewünscht von mir, dass ich nur ein Jahr zuhause bleibe.
    Finanziell ist es auch so, dass ich bei 30 Stunden nur wenig weniger verdiene als mein Vollzeit-Mann ...

    Ich weiß nicht, wie deine Zukunftsplanung ausschaut, wann Jonas in die Kita kommen soll, ob du drei Jahre zuhause bleibst, was dein Mann macht etc. und es gibt ja auch Häuser und Häuser ;) sowie ganz unterschiedliche Preise bei den Grundstücken.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau das ist der Grund, warum auch wir lieber gestern als heute das Haus finanzieren möchten. Auch klar ist, dass ich keine drei Jahre zu Hause bleiben werde. Elternzeit eingereicht habe ich ein Jahr. Man wird sehen, was im Dezember diesbezüglich Sache ist. Und mein Mann... der buckelt den ganzen Tag für nicht leistungsentsprechende Bezahlung. Daher Veränderung in irgendeiner Form angestrebt.
      Alles Eventualitäten... einfach doof im Moment.

      Löschen
  2. Mein Tipp,...Wenn ihr wirklich ein Eigenheim anstrebt, lasst euch Termine der/den Banken eures Vertrauens geben. Dort wird dann nicht nur durchgerechnet ob und wie viel euch an Finanzierung zusteht, sondern auch was alles auf euch zukommt. Wenn ihr eine Top Berater/in habt, wird diese/r euch auch ehrlich sagen, ob ihr das auch packen würdet. Das wichtigste,...Ihr dürft nicht zweifeln. Weder an euch noch an eurer Entscheidung. Ihr müsst Sicher sein, den Weg eines Eigenheims gemeinsam zu gehen und mit all seinen Höhen und Tiefen durchzustehen.

    Viele Grüße
    Jana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das war der Plan, genau.
      Aber nun müssen wir erst mal schauen, was sich beruflich tut, das möchte ich erst abwarten, bevor wir zu den Banken marschieren.
      Und von Höhen und Tiefen möchte ich gar nichts hören, jedenfalls nicht von Tiefen. ;o)

      Löschen
  3. Ich bin in der Hinsicht froh, dass mein Mann damals vor 13 fast 14 Jahren, kurz bevor ich ihn kennenlernte, ein Haus gekauft hatte. Ich konnte damals also ganz unbedarf in ein Eigenheim einziehen. Das Haus ist nun Mitte des Jahres abbezahlt und uns - nur uns :)
    Wir beide konnten es uns nicht vorstellen, Miete zu bezahlen, Geld zu verschenken. Schaut euch um, wagt den Schritt, ich mags nicht anders haben.

    Viele Grüße, Sandra

    AntwortenLöschen