Montag, 24. März 2014

[Rezension] Die Super Jumper: Luc - Nicht von diesem Planeten!

Titel: Die Super Jumper: Luc - Nicht von diesem Planeten!

Autor: Antje Szillat

Verlag: Coppenrath

Seiten: 176

Erscheinungsform: Hardcover

Erscheinungsdatum: Januar 2014

ISBN: 978-3-649-61378-7

Preis: 9,95 EUR






Das kann man auf der Verlagsseite (nämlich genau hier) über den Inhalt lesen:

Hey, ihr Vorstadtzombies, ich bin Luc und Streetbiken ist mein Leben. In Hamburg über den Asphalt zu heizen und ein paar halsbrecherische Moves hinzulegen, ist das Größte für mich. Und jetzt sitze ich hier in der Pampa fest, in die meine Eltern mich verschleppt haben. Nur Schwachmaten um mich herum, keine coole Rampe weit und breit … als einziger Trost mein nagelneues BMX-Bike, mit dem meine Mum mich erpresst hat. Gestern noch war ich mir sicher, dass ich bei der ersten Gelegenheit von hier abhauen würde … Doch was dann passiert ist, Leute, das glaubt mir keiner! Luc, Justus, Nico, Sami, Tarik und Buddy sind die "Super Jumper", rasend schnell, rebellisch und rotzfrech!


Und das sage ich:

Ich gehöre nun so gar nicht zur vermutlichen Zielgruppe dieses Werkes. Ich bin kein BMX-begeisterter Junge, und 10 bis 12 Jahre alt war ich im letzten Jahrtausend. Trotzdem hat mich die frische, herrlich umgangssprachliche, jugendliche, flotte Erzählweise sofort mitgerissen und ließ mich eintauchen in Lucs Welt, die durch den Umzug seiner Eltern von der Großstadt aufs platte Land gehörig aus den Fugen geraten ist. Man ist sofort mittendrin, kann sich richtig hineinversetzen in den Jungen, der seine Freunde in Hamburg zurücklassen musste und sich nun vor dem riesigen Problem sieht, "in der Pampa" neue Freunde finden und dort klarkommen zu müssen.

Es handelt sich hier um den Auftakt zu einer ganzen Reihe rund um die Super Jumper, und der ist wahrlich gelungen. 
Die Sprache ist zwar sehr umgangssprachlich, aber nicht aufgesetzt sondern recht authentisch, so dass es den Jugendlichen (sowie auch mir "älterer Person") ein Leichtes sein sollte, sich in dem Buch wiederzufinden und mit Luc (oder einem der anderen Charaktere der Bande) mitzufiebern. Dabei ist die Reihe durchaus auch für Mädchen geeignet, wenngleich es ums Biken und die Biker-Clique geht und die Super Jumper hauptsächlich - bis auf das eine ("Quoten-"?)Mädchen Nico - aus Jungs besteht.

Jedes Mitglied der Bande ist sehr liebevoll gezeichnet und bedient dabei aber recht klassische Stereotypen. 
Der fremde Außenseiter, das verwöhnte Bürschchen aus gutem Hause, der Junge mit Migrationshintergrund (so möchte ich es mal nennen), das uncoole Dickerchen mit seiner Donut-Tüte, das Mädchen, das lieber ein Junge wäre und der obercoole Schönling.
Da es in diesem ersten Band um Luc (also den fremden Außenseiter) und seine Ankunft in der Pampa geht sind alle weiteren hier genannten Stereotypen größtenteils Spekulation beruhend auf dem ersten Eindruck, den das Lesen des Buches mit sich gebracht hat.
Dabei wirkt aber nichts platt, abgehoben oder übertrieben, sondern die Figuren erscheinen in sich stimmig und wirken sehr authentisch und sympathisch. Auch die Bande in sich als Ganzes funktioniert sehr gut.

Man wird gleich mitgenommen, weil man das alles auch selber so in seiner Kindheit erlebt haben oder erleben könnte. 

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf Band 2, der voraussichtlich im Juli diesen Jahres erscheinen wird, und auch, wenn es sich hier um eine Kinder- und Jugendbuchreihe handelt, werde ich sie mir definitiv weiter zu Gemüte führen.

Sehr lesenswert!

Das Buch findet ihr hier.

Vielen Dank an Blogg dein Buch!

Mittwoch, 19. März 2014

Von kleinen Kindern und fehlendem Verständnis

An manchen Tagen könnte ich mein Kind - die Madame - wirklich an die Wand klatschen.
Ob nun ein Aufschrei durch die Reihen geht? 
Mal ehrlich - so ziemlich jedes Elternteil könnte doch eines oder mehrere seiner Kinder irgendwann mal an die Wand klatschen. 
Man macht es ja nicht.
Aber man würde gerne!

Johanna ist auf einem Kindergeburtstag eingeladen. "Ohne Mutters!"
Eigentlich alles kein Problem, eingeladen sind nur ihre Freundinnen, die übliche Kindergartenmädels-Clique unter sich, die gastgebende Mama kennt Johanna zu Genüge, war erst letzte Woche alleine ("ohne Mutter(s)"!) mit bei dem Mädel zu Hause, und Geburtstagsfeiern sind eh immer schön.

Denkste!
Die Mutti schleppt sich mit Muppes und Co. (der wird übrigens nicht leichter, je älter er wird!), Johanna freudig schreiend vorweg, die Treppe hinauf in den zweiten (oder dritten?) Stock. Angekommen. Als eine der ersten.
Also alles noch recht entspannt und ruhig.
Trotzdem dauert es nicht lange, bis Johanna an meinem Rock- oder vielmehr Jackenzipfel hängt.
Aus dem eben noch freudig aufgeregten kleinen Mädchen wird zusehends ein immer größer werdendes Häufchen Elend.
Bald steht sie Rotz und Wasser heulend vor mir, klammert sich derart an mein Bein, als wolle sie am liebsten hineinkriechen und mehr als ein triefendes Schluchzen nach Plüschkater Tom ist nicht aus ihr heraus zu bekommen.
Und um das zu verstehen, muss man schon ganz genau hinhören.
Denn wie immer in solchen Situationen nuschelt sie sich zwischen Heulen und Schluchzen einen zurecht, hat den Kopf unglaublich schief gelegt, vermeidet jeglichen Augenkontakt (es sei denn, der Fußboden hat klammheimlich Augen bekommen) und würde am liebsten sowieso überhaupt nicht mehr kommunizieren.

Mir hingegen schwillt der Kamm (wäre ich ein Hahn).
Nachdem wir im Januar schon einmal ein identisches Geburtstagsdrama hatten, verabredeten wir heute vorab: "Kein Theater. Ich bringe dich zur M., und ich komme dich nachher auch wieder abholen. Ganz ohne Theater."
Ihre Antwort: "Versprochen, und wird auch nicht gebrochen."

Ja. Verarscht!
Ich diskutiere eine ganze Weile mit der heulenden Madame rum (soweit das mit einer heulenden Madame überhaupt möglich ist), währenddessen wird nun auch der Muppi recht unleidlich. Verständlicherweise hat er überhaupt keinen Bock, in dem mittlerweile doch erheblich angeschwollenen Lärmpegel in die Babyschale gezwängt herumzuliegen und durch die Gegend zu stieren.
Links heult Jonas, rechts hängt Johanna heulend an meiner Jacke, und in der Mitte stehe ich, die dieses Geklammer der Madame in dem Moment so überhaupt gar nicht ertragen kann.
Nachdem ich es bereits mehrfach angedroht hatte mache ich nun kurzen Prozess, bedeute der Madame, sich ihre Schuhe anzuziehen, entschuldige mich bei Gastgeberin und Geburtstagskind und kratze mit zwei heulenden Kindern im Schlepp die Kurve.
Kurz vorm Explodieren!

Ehrlich, in solch einem Moment muss ich mich ganz, ganz, ganz doll am Riemen reißen, um nicht völlig auszurasten.
Ich hasse dieses Theater der Madame. Dieses völlig unnötige Theater!
Für so einen Scheiss zwänge ich Jonas' Essenszeiten in einen straffen Zeitplan, die Madame und ihre Esserei wird dazugequetscht, ich selber drücke mich auch noch in den Zeitplan, versuche, alles irgendwie gebacken zu bekommen, um pünktlich auf dem Geburtstag zu erscheinen, schleppe mich mit Kind und Kegel ab... und wofür? Um nach zwanzig Minuten mit zwei jaulenden Kindern und einem riesigen, dampfenden, kurz vor der Explosion stehenden Kessel zwischen den Schultern (kurz: Kopf) wieder abzufahren.

Die Madame bekommt eine standesgemäße Ansprache, die bei einer Vierjährigen genauso fruchten wird, wie die Erklärung der Relativitätstheorie bei einer Kuh, aber ich habe mir wenigstens Luft gemacht. Geburtstage gestrichen, so ein Theater mache ich nicht mit, dann will irgendwann gar keiner mehr mit dir spielen und so weiter und so fort. Unheimlich produktiv, wirklich.

Denn seien wir mal ehrlich: 
Natürlich weiß ich, was dort passiert ist. 
Natürlich weiß ich, warum sich Johanna so verhalten hat. Genau so und nicht anders.
Bekannt oder nicht, es waren viele Leute, es war laut, und sie wurde "einfach dort abgestellt", ohne die Situation selber unter Kontrolle zu haben. Dass man genau so etwas nicht mit ihr machen kann, haben wir in den vergangenen Jahren ja nun zu Genüge erfahren.

Doch nach den fulminanten Fortschritten der letzten Wochen und Monate vergesse ich zu gerne ab und zu, dass Johanna eben doch noch dieses manchmal etwas spezielle kleine Mädchen ist, das nicht mit jeder Situation so souverän und selbstverständlich umgehen kann wie andere kleine Mädchen oder Jungs.
Und es fällt mir schwer, in der akuten Szene dann das erforderliche Verständnis aufzubringen. 
Abgesehen davon, dass heute Verständnis herzlich wenig bewirkt hätte. Geheult hätte sie trotzdem, und nach Hause gefahren wären wir so oder so. Das ließ sich unter den gegebenen Umständen so gut wie gar nicht abwenden.
Was hätte ich tun sollen?
Kindergeburtstage laufen so. Die Kinder gehen feiern, und die Mütter spielen lediglich Taxi. Ich möchte, kann und muss mich nicht daneben setzen und Händchen halten. Aber genau das hätte Johanna nun gerne gehabt. 

Erschwerend hinzugekommen ist, dass ich heute morgen den verständnisvollen Teil von mir im Bett vergessen habe. Wenn der Muppes auf einmal nachts wieder im Drei-Stunden-Takt ankommt, dann vergesse ich morgens auch schon mal mehr als nur einen Teil von mir im Bett. Ehrlich, Leute - Muppes! - ich bin zu alt für diesen Scheiss. Ich brauche meinen Schlaf! 

Das sind dann die Tage, an denen ich mich unglaublich ärgere, dass gerade ich dieses Mädchen habe, das nicht einfach jauchzend zu ihren Freundinnen rennt und alles andere um sich herum übers Spiel vergisst, sondern das verunsichert und verängstigt ist und mit der Situation so gar nicht umgehen kann.

Tage, an denen mir schlicht das Verständnis fehlt. 
Oder sich erst viel später einstellt.

Montag, 17. März 2014

[Rezension] Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens



Titel: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

Autor: Sebastian Niedlich

Verlag: dotbooks

Seiten: ca. 372

Erscheinungsform: Originalausgabe

Erscheinungsdatum: März 2014

ISBN: eBook 978-3-95520-450-1

Format: ePub

Preis: 4,99 EUR



Das kann man auf der Verlagsseite (nämlich genau hier) über den Inhalt lesen:

„Meine Gabe, den Tod anderer Leute voraussehen zu können, hat schon was. Gibt ein prima Partyspiel. ‚Hey, ich sage euch, wer als Nächstes stirbt!‘ Spaß für die ganze Familie!“

Freunde sind etwas Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Martin hätte allerdings darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter die Bekanntschaft des leibhaftigen Todes zu machen. Dieser hat sich eingefunden, um die Seele der alten Dame sicher ins Jenseits zu befördern – und ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Schließlich ist er ein echt netter Typ! Und hey: Niemand kann so glaubhaft versichern, dass man weder an Langeweile, noch an einem gebrochenen Herzen sterben kann … Im Laufe der Zeit gewöhnt Martin sich daran, dass der Leibhaftige stets bei ihm auftaucht, wenn er es am wenigsten gebrauchen kann. Doch als er eine ganz besondere Frau kennenlernt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet?

Schmunzeln und lachen, weinen und sich trotzdem wohlfühlen: DER TOD UND ANDERE HÖHEPUNKTE MEINES LEBENS ist eine schwarze Komödie mit Herz, die man so schnell nicht vergessen wird.


Und das sage ich:

Ich liebe schwarzen Humor, gehe förmlich darin auf, bin nicht selten selber ganz schön sarkastisch oder gar zynisch unterwegs, somit sprach mich der Titel dieses Werkes sofort an. Als mir dann das Cover ins Auge fiel, war es ganz um mich geschehen: Dieses Buch musste ich einfach lesen!
Nicht zuletzt gebe ich sowieso gerne jungen, deutschen Schriftstellern eine Chance.
Und in diesem Fall wurde ich nicht enttäuscht.

Die Vorstellung vom Tod als etwas sonderlichem Typen mit dunklem Kapuzenpulli Anfang 30, der mit seinem Kescher den Schmetterling (die Seele) einfängt, der (die) dem Mund des gerade Verstorbenen entsteigt, um sich in die Lüfte zu schwingen, gefällt mir auf Anhieb. Genau so locker, wie Gevatter Tod dargestellt wird, ist das komplette Buch geschrieben.
Beim Lesen fühlte es sich die ganze Zeit wie "easy listening" (im musikalischen Bereich) an, allerdings ohne den faden Beigeschmack der Langeweile, die einen beim Klaviergeplänkel im Fahrstuhl ereilen möchte.
Vielmehr liest sich dieses Werk locker flockig von der Stelle weg runter. Ob nun auf dem Klo (dort lese ich ja wirklich gerne), abends im Bett oder irgendwo tagsüber zwischendurch, wo sich gerade die Zeit findet: Man ist immer wieder sofort drin. 
Die Schreibe spricht mich wirklich an, der schwarze Humor kommt tatsächlich nicht zu kurz, und insgesamt wird das doch eher schwere, ernsthafte Thema "Tod" auf sehr angenehme, unterhaltsame und stellenweise echt witzige Art und Weise ganz neu beleuchtet.

Allerdings erscheint das ganze Drumherum etwas farblos. Ohne Tiefe.
Die beiden Hauptfiguren sind wirklich nett in Szene gesetzt, vor allem Martin, denn aus seiner Sicht ist der Roman schließlich geschrieben - und an dieser Stelle darf ich sagen, dass ich es sicherlich bereichernd gefunden hätte, wenn das ein oder andere Kapitel aus Sicht des Todes geschrieben worden wäre. Doch die Nebencharaktere bleiben recht gesichtslos. Man erfährt ihre Namen, ein, zwei Ckarakteristika eventuell, das war es dann aber auch schon fast. Etwas mehr Tiefgang hätte ihnen und der Story bestimmt nicht geschadet.

Dennoch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus: Wer die Möglichkeit hat, eBooks zu lesen und ein Faible für schwarzen Humor in einer flotten Schreibe hat, sollte hier nicht zögern.
Ganz nebenbei wurde ich als Kind der 80er Jahre (der Autor Sebastian Niedlich ist ein 76er Baujahr) auch noch hier und dort auf einen augenzwinkernden Trip in die Vergangenheit mitgenommen. Herrlich. Lesen!


Das Buch findet ihr hier, und eine Leseprobe gibt es hier.

Vielen Dank an Blogg dein Buch!

Mittwoch, 12. März 2014

20 Wochen - Babyupdate

20 Wochen und ein Tag, um genau zu sein.
Oder viereinhalb Monate und ein paar Tage.
Wie man es lieber hätte.

So lange ist der kleine Mann nun schon bei uns.

Pünktlich zu diesem Jubiläum hat sich prompt gestern das allererste Zähnchen gezeigt. 
Unten rechts ist der Schneidezahn durchgebrochen. 
Gibt's ja gar nicht. Klammheimlich. 
Wir haben zwar bemerkt, dass der Muppes wohl irgendwie mit den Zähnen zu tun haben muss. Wahre Sabbersturzbäche, die sich ihre Wege aus dem Mund über die Händchen bis auf die Beine triefend bahnten, dazu der linke Unterarm, der sehr ausdauernd mit Ober- und Unterkiefer bearbeitet wurde. 
Aber dass tatsächlich schon der erste Zahn durchbricht... nein, damit habe ich dann doch nicht gerechnet. Entsprechend groß war die Überraschung.
Nun müssen wir beim Grillen glatt ein Steak mehr auflegen.

Gut, dass wir vor wenigen Tagen mit der Beikost begonnen haben.
Möhrchen sind super, Kürbis macht üble Bauchschmerzen mit dazugehöriger Puperei. 
Also zurück zu den Möhrchen (die machen ja auch viel schönere Flecken!), und irgendwann demnächst kommen vielleicht Kartoffeln hinzu.
Da die Empfehlung lautet, Brei erst ab dem sechsten Monat selber zu kochen (zu empfindlicher Verdauungstrakt vorher und so), und ich sowieso erst einmal schauen möchte, ob der Muppi überhaupt Bock auf Brei hat, werde ich dann wohl in zwei Wochen damit anfangen, sofern die Lust auf Möhrchen und dann eventuell auch Kartoffeln bestehen bleibt.
Erfreulicherweise haben wir einen Bio-Hof im Ort. Dem Hoflädchen werde ich demnächst den ein oder anderen Besuch abstatten.




Ansonsten haben wir ein sehr agiles Männlein, das seinen permanenten Strampeleien im Bauch nun "draußen" in nichts nachsteht. Drehen vom Bauch auf den Rücken klappt schon länger, wenngleich er es nicht allzu häufig zeigt (fauler Kerl), und vor ein paar Tagen hat sich Jonas nun auch das erste Mal vom Rücken auf den Bauch gedreht. Richtig mit Schmackes. Kein mühsames Ackern und Ächzen wie bei Johannas erster Drehung damals. Nein, einmal ordentlich Anlauf genommen und in einem Schwung rum. So geht das!




Langer Lulatsch, das Strahlemännlein. 

Und das ist er wirklich, ein Strahlemännlein. 
Er wird morgens wach und lacht, er lacht den ganzen Tag, und meistens lacht er auch, wenn man ihn abends ins Bett legt. Nur wenn er Hunger hat, sehr müde ist oder ihn etwas zwickt, dann kann er wirklich ungemütlich werden.

Apropos "müde": Das Schlafen ist nach wie vor meistens ein Traum. Zwei bis drei eher kürzere Schläfchen über Tag (etwa eineinhalb Stunden jeweils), dafür schläft Jonas nachts zehn bis zwölf Stunden durch. 
Herrlich!


Zu guter Letzt (für dieses Mal) ist der Muppes ein kleiner Schmuser. Und ich genieße es in vollen Zügen. Johanna stand damals so gar nicht auf übermäßigen Körperkontakt (heute wissen wir ja, warum), aber Jonas braucht ihn und fordert ihn richtig ein. 
Ich liebe es.

Die Zeit verfliegt.
Nun hat Jonas schon den ersten Zahn, dreht sich, brabbelt in einer Lautvielfalt vor sich hin und mit uns, dass es eine wahre Freude ist und isst den ersten Brei.
Etwas langsamer bitte! 
Das geht alles viel zu schnell!

Mittwoch, 5. März 2014

Schwebeteilchen

Johanna zeigt beim abendlichen Zähneputzen auf eine winzige Macke im Waschbecken:

"Papa, wir brauchen ein neues Haus! Unser Waschbecken ist kaputt."


Für kleine Kinder ist es so einfach.
Ist etwas kaputt, muss man es ersetzen. 
Gerne auch ein komplettes Haus.

Dabei spricht mir die Madame aus der Seele.
Wir brauchen ein neues Haus.
Oder erst mal überhaupt ein Haus, wohnen wir momentan doch noch in einer Mietwohnung.
Eigentlich ist sie ganz nett. MaisoNETTe, um genau zu sein. 
Ohne Terasse, ohne Balkon. 
Und da haben wir schon einen ganz deutlichen Negativpunkt. Als wir vor vier Jahren hier einzogen, war das ok. Doch Ansprüche und Bedürfnisse ändern sich. Vor allem, wenn ein Familienmitglied hinzukommt. Drei Zimmer sind für drei Personen nahezu perfekt. Für vier Personen... nun ja, wer rechnen kann, weiß Bescheid.

Nun können kleine Kinder natürlich durchaus zusammen in einem Zimmer wohnen, und das war ja auch hier der Plan. Doch irgendwie ist das alles doch nicht so optimal. Und wenn man Besseres haben könnte, hätte man auch gerne Besseres. 
Die verflixte Natur des Menschen. Kennt man.

Zur Zeit hängen wir freischwebend in der Luft.
Weiterhin Miete? 
Wenn ja, weiterhin Wohnung? Dann aber bitte mit Balkon, noch besser Garten. 
Oder doch Haus? 
Und soll man wirklich so viel Miete zahlen oder nicht doch lieber das Eigenheim finanzieren (sofern die Bank mitspielt)?
Denn für das Geld, das man hier für eine einigermaßen ansprechende 4-Zimmer-Wohnung hinlegen muss (vor allem, wenn sie noch das ein oder andere Extra wie etwa Frischluft haben soll) kann man locker auch ein kleines Häuschen finanzieren.

Fragen über Fragen. Keine Antworten.

Und dann ist da noch die winzigkleine Kleinigkeit, dass wir nicht nur wohnraumtechnisch in der Luft hängen sondern auch beruflich. 
Wir leben im Moment in klassischer Rollenverteilung. Das Männlein geht von früh bis spät arbeiten, das Frauchen ist in Elternzeit zu Hause.
Diese Aufteilung wird auch so bleiben, dennoch ist eine Veränderung angestrebt. Was, wo, wie, wann - wissen wir noch nicht. Alles hängt in der Luft.

Und das geht mir sowas von auf den Keks!
Ich bin von Natur aus kein geduldiger Mensch. Schon meine Mama wird das während meiner eigenen Kindheit verflucht haben. 
Als die Geduld verteilt wurde war ich gerade verhindert.

Ich möchte mit dem Finger schnippen und bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse unseres eigenen Hauses im Liegestuhl liegen, nen Fruchtsaft schlürfen und meinen Kindern dabei zuschauen, wie sie durch den Garten tollen. Jetzt. Sofort.

Funktioniert irgendwie nicht. Unerklärlich.
Also schweben wir weiterhin durch die Atmosphäre unseres Lebens und harren der Dinge, die da kommen, nachdem wir sie in Bewegung gebracht haben.
Hoffentlich kommen sie bald. Und hoffentlich kommen sie in der Gestalt, wie ich es mir wünsche.

Sonst muss ich leider über kurz oder lang trotzig aufstampfen, ne Schmolllippe ziehen und ordentlich rumstänkern.