Montag, 17. Februar 2014

Kleines Mädchen ganz groß!

Am Samstag stand ein Kindergeburtstag an.
Kindergeburtstag auswärts!

Es war auf den Indoor-Spielplatz geladen worden, in Anbetracht des Wetters nicht die schlechteste Idee. Und sehr angenehm ist es auch noch, hat man doch als Gastgeber mit nichts was an der Mütze. 
(Johanna möchte ihren nächsten Geburtstag nun natürlich auch dort feiern, und mir soll es Recht sein, wenn das im November immer noch der Fall ist. Bequemlichkeit siegt.)

Jedenfalls war das der erste auswärtige Kindergeburtstag, dem ich völlig entspannt entgegensah.
Ich musste mir keine Gedanken darüber machen, was ich alles einzupacken hatte für Johanna. 
Heißes Wasser, Brei, Schüssel und Löffel gehören der Geschichte an. Zumindest für die Madame.
Musste mich nicht schon im Vorfeld innerlich gegen die verständnislosen, ungläubigen, teils vorwurfsvollen Blicke völlig Fremder wappnen, die überhaupt nicht verstehen können, dass einem so großen Mädchen Brei angerührt wird. 
(Man legt sich zwar im Laufe der Zeit gezwungenermaßen ein wirklich dickes Fell zu, aber trotzdem bemerkt man solche Blicke und Tuscheleien, die Fingerzeige, die Frage- und Ausrufezeichen über den Köpfen, und man kann noch so sehr über allem stehen, noch so souverän mit der Situation umgehen können, es trifft einen doch, und es sät immer wieder neu den Samen des Selbstzweifels.)

Dieses Mal wusste ich, die Madame würde sich einfach mit den anderen Kindern zusammen an den Geburtstagstisch setzen und Kuchen, Pommes und Chicken Nuggets mampfen. Mit Mayo natürlich - die Pommes, nicht der Kuchen!
Herrlich!
Ich genieße immer noch jedes Mal, wenn ich längere Zeit mit der Madame unterwegs bin, diese endlich gewonnene Freiheit. Ihr einfach ein Brötchen (vor allem Laugenbrötchen, die liebt sie) in die Hand drücken zu können, wenn sich der kleine Hunger meldet anstatt einen Ort suchen zu müssen, an dem ich ihr umständlich ihr Essen bereiten kann.

Doch nicht nur in puncto Essen hat Johanna zu den anderen Kindern aufgeschlossen (und das ist inzwischen eh hinlänglich bekannt), auch auf einem ganz anderen Gebiet hat sie mich am Samstag überrascht.

Die letzte Bastion ist gefallen: Johanna ist gerutscht!

Nicht die Babyrutsche, nein, die meisterte sie ja nun schon eine ganze Weile.

Irgendwann kam sie ganz aufgeregt zu mir gerannt, die Worte sprudelten aus ihr heraus, und ich verstand nur irgendetwas mit "rutschen" und "huuuuiiii". Und während es aus ihr heraussprudelte ließ sie sich vor mir auf den Boden fallen und demonstrierte mir die Haltungen, in denen sie die ominöse Rutsche gemeistert hatte.
Nun hat die Madame eine sehr ausgeprägte Phantasie, und schon oft war der Wunsch Vater des Gedanken, auch vom Rutschen hat sie mir schon öfter etwas erzählt, was letztendlich so doch nicht stattgefunden hatte, und auch dieses Mal sah sie wohl die Zweifel in meinem Gesicht, denn kurzerhand nahm sie mich bei der Hand und zog mich mit zur Rutsche.

Was für eine Rutsche! 
Hoch, steil, wackelig und voller wild tobender Kinder, die sich laut kreischend auch noch gegenseitig Bälle zuwarfen (dürfen die das da überhaupt?).
Ich konnte es nicht glauben, aber völlig selbstverständlich kletterte die Madame den Berg hoch, um sich ohne zu zögern gleich darauf wild jauchzend wieder herunterzustürzen.



Das kleine türkis-orangene Ding auf Grün mit den fliegenden Haaren ist Johanna.


Nicht nur einmal, nein, mehrfach und jedes Mal laut lachend. 
Ist es nicht wunderbar?

Das Mutterherz quillt über vor Freude und Stolz.

Kommentare:

  1. Ach wie toll! Man merkt deine Freude und das klingt echt toll!
    Du kannst stolz auf dich, deine Johanna und deine Familie sein!
    Ganz wunderbar!

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  2. Wow, das ist toll! Ich freue mich mit Euch! Und die Rutsche sieht ja echt hoch und steil aus...

    Zu den Kindergeburtstagen:
    Ich genieße es, sie zu Hause ausrichten zu dürfen und hoffe, dass das noch laaange anhält und wir mit Indoor-Spielplatz, Kino und Bowlen noch sehr lange Zeit haben... Denk doch mal, wie viele Kindergeburtstage Du zu Hause machen DARFST! So viele sind das gar nicht, denn mit 8 oder so wird das Auswärtsfeiern wohl cooler. Und mir ist eine liebevoll, individuell gestaltete Feier mit Basteleien, Deko und Spielen 100 mal lieber als der Indoor-Spielplatz, bei dem jeder Kindergeburtstag nach "Schema F" ablaufen wird. Aktuell plane ich gerade einen Meeres-Geburtstag und der Kleine war heute auf einer Olchi-Feier. Vielleicht überlegst Du es Dir noch mal bis zum Herbst. ;-)

    Liebe Grüße
    Nele E.

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    1. Liebe Nele,
      im Grunde hast du Recht.
      Ich schätze aber, das hängt von den Kinderchen ab. Bisher habe ich Johannas Geburtstage auch hier zu Hause ausgerichtet. Aber die räumlichen Gegebenheiten (noch leben wir leider nicht am angestrebten Haus) passen nicht gut zusammen mit einem Haufen kreischender Mädels, die samt Mütter und Geschwisterkindern bei uns einfallen. Nicht, dass mir diese Geburtstage keinen Spaß gemacht hätten, ganz im Gegenteil, ab und zu liebe ich auch ne volle Bude mit viel Action, aber genauso gerne gebe ich diesen Tag oder zumindest das Unterhalten der Kinder und das anschließende Chaosbeseitigen auch ab. ;o)
      Wir werden sehen, was uns im Herbst erwarten wird.

      Liebe Grüße,
      Rebecca

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  3. Hallo Rebekka,
    Ich freue mich sehr von den Fortschritte. Von Johanna zu lesen. Und kann mir vorstellen, dass dir die Blicke früher, trotz dickem Fell weh getan haben.
    Umso schöner, dass es jetzt so viel einfacher ist.


    Ich bin auch eine Verfechterin von "Zuhause feiern" - allerdings haben wir auch den Platz. Zum 5. Geburtstag wollte das große Kind unbedingt eine "Kinder-Olympiade", zum 6. waren wir jetzt mottofrei. Nachdem alle eingeladenen Gäste "Auswärts-Partys" hatten, war ich natürlich bissl nervös. Wobei der Wunsch, Zuhause zu bleiben, eindeutig auch vom Kind kam. Letztendlich haben wir "einfache" Sachen gemacht - Kaffee trinken, eine Schnipseljagd, im Schnee spielen, die goldene "6", freies Spielen und toben, Taschen selber bemalen und Pizza selber machen. Alle waren begeistert und gar nicht auf "doof, langweilig!" gepolt.
    Ich verstehe aber nicht ganz, warum du Platz für Mütter und Geschwisterkinder brauchst!?! Ab 4. Geburtstag würde bei uns (erstmals überhaupt Kindergeburtstag) ohne Eltern gefeiert. Da Grosskind der Jüngste seiner damaligen Runde war, war er logischerweise mit nicht mal vier auch allein bei den dortigen 4. Geburtstagen. Un Johanna wird im November ja schon fünf Jahre!

    Falls du allein das nicht wuppen magst, du hast ja das Glück der Oma in der Nähe.... Ansonsten eine liebe Freundin dazu bitten...

    Ihr habt ja noch ein bisschen Luft bis zur Feier...

    Liebe Grüße und weiterhin tolle Fortschritte!
    Frau Zweifachmama
    http://zweifachmama.blogspot.com

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    1. Also Johanna 3 geworden ist, haben wir das erste Mal richtig Kindergeburtstag gefeiert, und da waren die anderen Mütter dann mit dabei. Die Kinder waren einfach noch zu klein, um alleine zu bleiben. Jetzt, als Johanna 4 geworden ist, war der Muppes noch keine vier Wochen alt, das war mir schlicht zu stressig (hätte - wie wir im Nachhinein gesehen haben - auch tatsächlich gar nicht funktioniert, weil ich die halbe Zeit mit dem Kleinen woanders war) ohne die anderen Mütter. Wie es im Herbst aussehen wird weiß ich im Moment natürlich nicht.
      Jonas ist da bald ein Jahr alt, die Kinder Ende 4, da kann man natürlich ohne die anderen Mütter feiern.
      Ehrlich gesagt, gefällt mir aber auch der Haufen hier. Ist zwar voll und laut in dem Moment, aber wir nutzen die Zeit zum quatschen und Kaffee trinken. ;o) Wir treffen uns ja so auch privat, das ist ein relativ festes Grüppchen, immer die Gleichen. Die Kindergarten-Muttis eben.

      Aber wie du schon sagst: Wir haben ja noch Luft bis zur Feier, und wir werden mal sehen, was Johanna sich dann wünschen wird. Vielleicht wohnen wir bis dahin ja auch schon ganz woanders. :)

      Gruß,
      Rebecca

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