Mittwoch, 12. Februar 2014

Gute Fee gesucht!

Da hat es uns doch (fast) alle voll erwischt.
Samstagabend begann die Madame auf ihre Art mit der Magen-Darm-Sache (ich berichtete), in der Nacht von Montag auf Dienstag zog ich nach (ähnlich wie die Madame), und nun hat sich der Muppes mit Durchfall an den Bauchweh-und-dicken-Kopp-Zug drangehängt.
Herrlich.

Für die Kinder tut es mir einfach nur leid.
Wie Johanna zitternd, blass und verheult in eine warme Decke eingeschlagen auf Omas Schoss lag, als wir nach dem Anruf nach Hause geeilt kamen, das trieb einem schon das ein oder andere Mitleids-Tränchen in die Augen.
Und Jonas nun, der weiß überhaupt nicht, was los ist. Armer Muppes.

Aber was ist mit der Mama?
Montagnachmittag sagte ich noch zu Thomas: "Hoffentlich bekomme ich es nicht auch noch, dann ist hier aber Land unter."
Und tadaa: Montagabend waren die Bauchschmerzen da, die ankündigten, was Stunden später passieren würde: Das Essen kam zurück.

Am nächsten Morgen - Bauchschmerzen, dicker Kopf, wackelige Beine - wollte ich schlicht und ergreifend die Decke über den Kopf ziehen und wieder Kind sein. Meine Mutter würde besorgt ins Zimmer kommen, meine Stirn fühlen, mir Zwieback und einen Tee ans Bett bringen und mich in der Schule krankmelden. Ich könnte den ganzen Tag im gemütlichen Bett liegen bleiben und mich auskurieren, lediglich unterbrochen von notwendigen Gängen zur Toilette.
Stattdessen kräht mich gegen sechs Uhr von schräg rechts der Muppes an, der Mann muss um sieben zur Arbeit und auch die Madame kommt ins Schlafzimmer katappert, um mir unmissverständlich klar zu machen, dass nun Zeit zum Aufstehen sei.

Tapfer ignoriere ich Bauchschmerzen und Würgereiz, die Kopfschmerzen bemerke ich kaum, kurz mal an der Wickelkommode festgehalten, bis der Schwindel aufhört, und schon bin ich bereit für den Tag.
Nicht.

Was macht man als Mutter von zwei kleinen Kindern, wenn man ungeplant, unfreiwillig und vor allem völlig unpassend krank wird? 
Man beißt die Zähne zusammen. 
Eine Krankmeldung gibt es nicht, keine gute Fee, die die Stirn fühlt, Zwieback und Tee ans Bett bringt und sich um Kinder und Haushalt kümmert, damit man sich auskurieren kann. 
Man fährt auf Sparflamme und erledigt nur das Nötigste, verbringt so viel Zeit wie möglich auf der Couch, wenn man nicht gerade über Waschbecken oder Kloschüssel hängt und versorgt ansonsten die Kinder so gut es geht. 
Zum Glück ist Jonas derzeit wirklich pflegeleicht, ein fröhlicher Strahlemann, der ohne großes Gemecker mehrere Schläfchen über den Tag verteilt in seinem Bett verbringt, und Johanna - selber noch angeschlagen durch den Virus - freut sich, dass sie (ausnahmsweise) so viel fernsehen darf. Die meiste Zeit allerdings verschläft sie selber auf der Couch.

Selbst kleinste Aufgaben wie der dringend nötige Service an der Windel (Säuglingsdurchfall riecht so abartig, einfach unglaublich, dass so ein kleiner Mensch derart stinken kann... und ganz nebenbei überhaupt nicht gut für Mamas Nase, wenn diese eh schon mit Brechreiz zu kämpfen hat - also die Mama, nicht die Nase) oder das Fläschchen werden zu schier unüberwindbaren Hindernissen auf dem Weg zur optimalen Versorgung der lieben Kinderchen, doch müssen sie gemeistert werden. Hilft nichts. Augen zu und durch. Oder besser: Irgendwo gut festhalten, wenn die Beine nicht mitspielen wollen und so schnell wie möglich die Aufgaben erledigen.
Unter Druck (sei er nun hervorgerufen durch Krankheit oder was auch immer) wächst jede Mama noch einmal über sich hinaus und präsentiert eine ungeahnte Geschwindigkeit am Säuglingshintern oder bei einer der anderen Mama-Aufgaben. Man muss ja fertig sein, bevor der eigene Körper nicht mehr mitspielt.

Irgendwie bekommt man es hin. Man hat keine Wahl, und man entwickelt Strategien, wie man sich und seinen akuten Bedürfnissen gerecht werden kann, während man gleichzeitig die Kinder optimal durch den Tag bringt. 

Doch manches Mal wünsche ich mir wirklich eine gute Fee.
Die mir die Stirn fühlt, den Kopf streichelt und die Schlafzimmertür noch einmal hinter sich zuzieht, um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern, während ich mir die Decke über den Kopf ziehen und ausschlafen kann.

Kommentare:

  1. Dann wünsche ich euch allen doch mal schnellstens gute Besserung!

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  2. Ach, herrje... das kenne ich... Meine Prinzen sind genau 19 Monate auseinander... Wünsche schnelle Besserung und eine gute Fee!
    LG
    Anke

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  3. Dann wünsche ich gute Besserung und reiche Dir solidarisch die Hand von der Couch... Mir geht's auch richtig mies (zum Glück kein Magen-Darm, aber alles andere...) und der Herzmann versucht hier sein Bestes. Wenn die gute Fee bei Dir war und fertig ist, schick sie her... ;-)

    Liebe Grüße
    Nele E.

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  4. Oh Mensch :( GUte Besserung Euch allen....

    Und ja die gute Fee fehlt wirklich.... (ich hatte einmal in der EZ schlagartig 40 Grad Fieber... mein Mann hat dann aber sofort Feierabend gemacht, als ich im Bad zusammengeklappt bin.... glücklicherweise war Minikind gerade nicht auf meinem Arm.... )...

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  5. Ach herrje, du Arme!!! Ich wünsche Dir eine schnelle Genesung. Ich weiß genau wie Du dich fühlst. Unser Töchterchen ist 3 Wochen jünger als Dein Muppes und der große Bruder ist gerade 2,5 Jahre alt. Und will sich natürlich immer ausgerechnet dann, wenn man es mal gebrauchen könnte, so garnicht alleine beschäftigen...Kann Dein Mann sich nicht zur Betreuung der Kinder krank schreiben lassen? Wir haben es beim letzten Mal so gemacht und somit war er 2 Tage zuhause (das war wirklich Gold wert)

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  6. Danke euch allen für die Genesungswünsche!
    So langsam wirds wieder besser.
    Mein Mann kann sich leider nicht so ohne weiteres frei nehmen oder krankschreiben lassen, aber er hat sich bemüht, wenigstens etwas früher nach Hause zu kommen. So haben wir die Krankheitstage auch ganz gut über die Bühne gebracht. Hoffe nun, wir bleiben vorerst verschont die nächste Zeit.

    Liebe Grüße,
    Rebecca

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