Samstag, 11. Januar 2014

Wer braucht schon Brei?

Da brat' mir doch einer 'nen Storch!

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass Johanna in absehbarer Zeit ganz ohne Brei auskommen und trotzdem nicht verhungern würde, ich hätte demjenigen vermutlich höflichst einen Vogel gezeigt.

Doch genau an dem Punkt scheinen wir nun zu stehen.
Tag 8 ist vorbei.
Ganze acht Tage, seit sie das letzte Mal ihren bis dahin über alles geliebten und fast ausschließlich verspeisten Grießbrei gegessen hat.
Acht Tage "beinahe-Normalität".

Beinahe, da Johannas Speiseplan natürlich trotz aller Probierfreude doch noch recht eingeschränkt ist.
Und selbstverständlich hat sie ihre Pingeligkeit nicht abgelegt.

So isst sie zum Frühstück nun Knäckebrot mit Schokoladencreme.
Aber nicht irgendein x-beliebiges Knäcke, nein.
"Leicht&Cross" muss es sein, Sorte Weizen. Alternativ auch Sorte Mehrkorn.
Das allerdings haben wir erst festgestellt, als wir den kompletten Ort erfolglos nach Weizenknäcke abgeklappert haben. Vor einem halben Jahr noch hätten wir dann die Nachbarorte besucht, wie damals auf der Odyssee nach Vanillequark, aber inzwischen stelle ich Johanna öfter mal auf die Probe, und siehe da: Mehrkorn geht auch.
Doch sie isst auch nicht jede Schoki. Sondern die mit Milch drin, diese schwarz-weiße. Im Moment haben wir eine niederländische Sorte zwischen, deren Inhalt allerdings gefährlich akut zu Neige geht. 




Das niederländische Venlo ist zwar nah, aber nicht so nah, dass ich nun dort hinfahren würde, nur um neue Schoki zu kaufen. Also wird sich Johanna über kurz oder lang (eher kurz, wenn ich so ins Glas schiele) mit dem deutschen Pendant zufriedengeben müssen.

Ansonsten gab es in diesen acht Tagen sehr viel nicht so Gesundes - Fischstäbchen, Pommes, schokoladiger Brotaufstrich, Kekse, Buchstabensuppe aus der Tüte, Brötchen, süße Hörnchen, überhaupt viele Backwaren und natürlich Knäcke, Knäcke und noch mal Knäcke.
Dagegen nur recht wenig Gesundes: Möhren-Kartoffel-Gemantsche (ein Klecks), Nudeln mit Tomatensauce, Apfel, Birne und Banane (ein paar Bissen), Rührei (zählt das überhaupt zu gesundem Essen?)... sonst noch etwas?
Mir scheint, mein Gedächtnis hat etwas gelitten. Schlafmangel vielleicht.

Man sollte meinen, dass sich alles, was Johannas Esserei betrifft, in mein Gedächtnis einbrennt. Jahrelang hat uns nichts so sehr beschäftigt. Doch irgendwie verschwimmt alles, was sie die Woche über gegessen hat, in meiner Erinnerung zu einem einzigen Brei. (Super Wortspiel, oder?)





Popcorn war da noch. Das hat sie auch gegessen. Im Kindergarten.
Überhaupt erreichen uns aus dem Kindergarten nun beinahe täglich kurze Berichthäppchen darüber, was Johanna gegessen hat. Die Leute dort freuen sich von Herzen mit uns. 




An der Speisenauswahl haben wir zu arbeiten. Müssen Johanna gesundes Essen schmackhaft machen.
Aber wie sagt man: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Und wie ich eingangs schon schrieb: Hätte mir vor einem Jahr jemand diese Entwicklung prophezeit...

Also üben wir uns weiter in Geduld und freuen uns wie Bolle über jeden kleinen Fortschritt.
Mein großes Mädchen, ich bin so stolz auf sie!

Kommentare:

  1. aaaaaaaaah, das ist soo wundervoll! Ich freu mich riesig für euch, dass sie solch Fortschritte macht!
    Und du wirst sehen,das mit dem gesunden Essen wird auch noch kommen <3 .. ganz bestimmt!

    Liebst
    die Nike

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  2. Da könnt Ihr echt stolz auf Johanna sein! Ich freue mich immer, so gute Essensnachrichten bei Euch zu lesen.
    Sie mag doch Suppen, oder? "Verwurste" doch da die gesunden Sachen darin. ;-) Oder probier mal Smoothies oder Kinderbowle.

    Liebe Grüße
    Nele E.

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  3. Wahnsinn.. Einfach Wahnsinn.... was für unglaubliche Fortschritte!!! Ihr könnt irre stolz sein, auf die Maus.... Aber das lese ich ja auch in jeder Zeile raus!

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