Sonntag, 19. Januar 2014

Super-Mom. Nicht. Oder doch?

Oft scheitere ich an meinen mir selbst viel zu hoch gesteckten Ansprüchen.
Oft scheitere ich an naturgegebenen Umständen.

Wie gerne hätte ich acht Arme wie ein Tintenfisch, um Johanna ihr Knäckebrot schmieren zu können, während ich Jonas füttere, schon längst überfällige Telefonate erledige, dem Kater seine wohl verdienten Streicheleinheiten verpasse, die sehnlichst auf Fertigstellung wartende Einkaufsliste vollende und mich ganz nebenbei an der juckenden Nase kratze, ohne ein deshalb vor Hunger schreiendes Kind (welches auch immer) vor mir sitzen oder liegen zu haben.

Wie gerne hätte ich acht Beine wie eine Spinne, um blitzschnell hierhin und dorthin laufen zu können, am besten in alle Richtungen gleichzeitig, wo immer ich gerade gebraucht werde.

Wie gerne möchte ich die Zeit anhalten oder zumindest entschleunigen können, um mir nicht dauernd Gedanken machen zu müssen, ob ich dieses oder jenes noch rechtzeitig schaffe, ob ich die Termine wirklich so legen kann, wie es mir auf den ersten Blick sinnvoll erscheint. Bevor mir wieder einfällt, dass da noch ein Muppes mit einem relativ festen Zeit- bzw. Essensplan und eine Madame mit fixen Kindergarten- und Nachmittagsveranstaltungszeiten ist.

Wie gerne möchte ich überall gleichzeitig sein und meinen Kopf in alle Richtungen freimachen können, um staubsaugen und -wischen, die treue Spülmaschine ent- und wieder beladen, die Böden reinigen, den ungeliebten Papierkram erledigen, die Wäsche machen, mit Johanna und Jonas spielen und mich ab und zu auch mal um mich selber kümmern zu können.

Wie gerne würde ich ohne Schlaf auskommen können, um nachts all das zu erledigen, was ich tagsüber gerne liegen lassen würde den Kindern zuliebe. Um niemals müde zu sein, nicht den Drang zu verspüren, den Sonntag einfach mal gammelnd auf der Couch zu verbringen, anstatt sich eine neue, tolle Freizeitbeschäftigung für den Nachwuchs auszudenken. 

Überhaupt dieses Denken andauernd. Würde mir doch einfach alles zufliegen. Ohne Kopfanstrengung.

Wie gerne möchte ich Nerven wie Drahtseile haben, um stundenlanges Gebrüll mit einem Lächeln im Gesicht ertragen zu können. Um auch nach der elften Wiedergabe von kindlichem "Laterne, Laterne" nach einem zwölften Mal zu verlangen. Um immer freudig und gut gelaunt mit den Kindern umgehen zu können, egal, was vorher war und nachher noch kommt.


Ich habe nur zwei Beine und zwei Arme, ich kann die Zeit nicht anhalten, ich kann nicht überall gleichzeitig sein, ich brauche Ruhe, Regeneration und im besten Fall ganz viel Schlaf, und meine Nerven sind viel zu oft zum Zerreißen gespannt.

Im Haushalt bleibt viel zu oft so manches liegen, weil ich mich nicht teilen kann. Unangemeldeter Besuch könnte eine böse Überraschung erleben.

Johanna muss viel zu oft warten, zurückstecken, sich mit sich selbst beschäftigen, weil ich mich nicht teilen kann. Und weil Jonas noch nicht versteht und nicht warten kann, wenn sich der Hunger meldet, der Bauch zwickt, die bleierne Müdigkeit nicht dem erlösenden Schlaf Platz machen möchte oder was solch einen Dreimonatszwerg sonst noch plagen kann.

Viel zu oft schaffen wir es sonntags gerade noch raus vor die Tür auf den Spielplatz - wenn überhaupt. Weil der Kopf sich keine spektakuläre Freizeitaktivität mehr ausdenken möchte, weil die Beine mich nicht mehr tragen wollen, und weil mein ganzer Körper vehement nach der Couch oder zumindest den heimischen vier Wänden verlangt. Ungestylt. Im Gammel-Look.

Ich kann mich nicht teilen, doch genau das würde ich gerne. 
Überall gleichzeitig sein, um allen und allem gerecht werden zu können.
Ich gebe mein Bestes, auch wenn es in den seltensten Fällen nur zur Perfektion reicht. Versuche, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, aber manchmal muss dieser Hut ganz schön groß sein. Zu groß. 

Doch zumindest eines habe ich: Unendlich viel Liebe für meine Kinder. Für meine Familie. Liebe, die diejenigen nicht teilen müssen, denn davon habe ich mehr als genug. Im Überfluss. Und ich gebe sie gerne. Liebend gerne. Ist das nicht alles, was zählt?

Kommentare:

  1. Das ist das ALLER-ALLER-WICHTIGSTE! Da hast Du Recht. :-D
    Alles anderer gibt sich, mit oder ohne Chaos, ganz egal, aber mit ganz viele Liebe und Herz geht alles, irgendwie und so... .hihi
    Nie wird sich ein Kind denke "Oje, heute hat Mama aber wieder schlecht aufgeräumt" oder so.
    Aber " Es ist so schön wie lieb mich Mama hat" wird sicher oft in den Köpfen deiner Kinder auftauchen, ode rmehr noch in den Herzen - auch wenn der Kleine es noch nicht "denken" kann, aber er wird es fühlen.
    GLG, MamaMia

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  2. warum kriegt man dann noch ein zweites Kind wenn man mit dem ersten schon überfordert war?!

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    1. Ich wünsche dir (bzw. dem Kind), dass du das perfekte Kind bekommst, denn mit allem anderen wärest DU sicherlich überfordert.

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    2. Warum posted man Schwachsinn, wenn man keine Ahnung hat?Fragen über Fragen...

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    3. Solche Kommentare liebe ich ja. :D Warum man ein zweites Kind bekommt? Sonst hätte ja JEDER nur ein Kind, wenn man immer nur darauf achten würde wie Stressig es mit dem ersten ist/war. ;)

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