Sonntag, 19. Januar 2014

Die Sache mit dem Schlafen

Es ist kaum zu glauben, wie sehr ein solch kleiner Zwerg gegen das Einschlafen kämpfen kann.
Anstatt dass die Äuglein einfach zugemacht werden, wenn man müde ist, werden sie ein ums andere Mal wieder aufgerissen, obwohl man gerade schon auf dem Weg ins Traumland war.

Die Lider werden schwerer und schwerer, die Augen kleiner und kleiner, der Atem ruhiger und tiefer, und gerade, als die Pupillen nach oben wegkippen wollen, weil sich der Muppes einfach der bleiernen Müdigkeit ergeben muss... *pling*: Muppes is back! Augen wieder riesengroß.
Dann geht die Schaukelei, Tragerei, Zurederei von vorne los. Im schlimmsten Fall durchlaufen wir diese Phasen des Einschlafens bzw. Nicht-Einschlafen-Wollens mehrere Male, bis es dann endlich geklappt hat.

Allerdings nicht nachts, wohlgemerkt.
Nach der Abendmahlzeit landet der Muppes im Schlafsack im Bett und schläft. Meistens sofort ohne großes Gemecker. Immerhin.

Seit seiner Geburt vor etwas über 12 Wochen haben Jonas und ich verschiedene Einschlaf-Rituale bzw. -Notwendigkeiten durchlaufen. Im Krankenhaus und die ersten Tage zu Hause schlief er ausschließlich auf meinem Bauch ein. Ich habe die Nächte im Bett sitzend mit Muppes auf der Brust verbracht.
Vor allem die ersten Tage bzw. Nächte nach der Geburt im Krankenhaus hat mich das ziemlich geschlaucht und auch ein wenig genervt, wenn ich ehrlich bin.




Trotzdem ist das Gefühl des friedlich und warm schlummernden Babies auf der Brust natürlich unbezahlbar und Schleusenöffner an den Tränendrüsen der Glückseligkeit.

Nach ein paar Tagen und stetigen Versuchen, ihm sein eigenes Bett schmackhaft zu machen klappte es dann aber. Seitdem verbringt Jonas brav Nacht für Nacht in seinem eigenen Bett. Ohne Gemopper, ohne Stress.

Dafür schläft er tagsüber nur sehr, sehr schlecht ein. Ein Drama.
Es kam die Phase, in der er ausschließlich durch stetiges durch-die-Gegend-getragen-und-gewiegt-werden in den Schlaf fand. Danach konnte man ihn dann allerdings recht problemlos im Laufstall ablegen. Auf dem Bauch allerdings. Auf dem Rücken ist er innerhalb von Minuten wieder aufgewacht, egal, wie weggetreten er vorher war. Das allerdings fand ich nicht schlimm. Johanna war die ersten Lebensmonate auch Bauchschläferin.
Diese Trage-Phase hielt ziemlich lange an und wurde dann - sehr schleichend, wie ich nun im Nachhinein feststellen muss - abgelöst durch eine ganz andere, ziemlich doofe Phase.

Jonas schläft seit einigen Tagen ausschließlich im Maxi-Cosi.
Wir haben alles versucht, infolgedessen stundenlanges Müdigkeitsgebrüll (sehr entnervt) ertragen, Laufstall war irgendwann abgeschrieben, Bett klappt tagsüber sowieso gar nicht, Arm auch nicht mehr, Wippe nicht, Boden (Spieldecke) nicht, nicht, nicht, nicht...
Setzt man Jonas allerdings in den Maxi-Cosi, schlägt ihn in seine Decke ein, klappt das Verdeck hoch und schaukelt ihn ein wenig, ist er in der Regel innerhalb von wenigen Minuten tief und fest eingeschlafen.

Die besorgte Mutter ihn mir redet regelmäßig auf mich ein: Kannst du doch nicht machen. Das arme Kind! Der Rücken! Diese Haltung. Und was ist, wenn er dann nur noch im Cosi schläft? Das geht gar nicht!

Die vom Gebrüll entnervte Mutter in mir kontert recht kaltschnäuzig: Scheiss drauf, Hauptsache er schläft. Nachts liegt er ja in seinem Bett, und er sitzt auch nicht den ganzen Tag im Cosi. Würdest du jeden Tag wer weiß wohin mit dem Auto pendeln müssen, säße Jonas auch im Cosi.

Schönreden kann man sich alles.

Genau deshalb gebe ich natürlich nicht auf. Jedes Kind kann lernen, in seinem Bett zu schlafen. Die Einen brauchen weniger Hilfe dabei (Johanna), die Anderen eben mehr (Jonas).
Somit versuche ich immer wieder, ihm sein Bett auch tagsüber gefällig zu machen.
Und gestern dann der allererste kleine Erfolg.




Das Männlein ist tatsächlich vormittags in seinem Bett eingeschlafen.
Es hat zwar eine halbe Stunde, während der er kontinuierlich geweint hat, gedauert, und das Nickerchen seinerseits war ebenfalls nur von einer halben Stunde Dauer, aber das ist ein Anfang. Und es zeigt, dass es geht.
Heute Mittag ist er erneut am richtigen Ort eingeschlafen, schon mit viel weniger Weinen, allerdings wieder nur für eine halbe Stunde.

Wir arbeiten uns weiter vor.
Bis er tags und nachts gleichermaßen zufrieden und problemlos in seinem Bett Ruhe findet.

Es wäre ja auch langweilig, wenn alles auf Anhieb funktionieren würde.
Wo bliebe da die Herausforderung?


Wie ist das denn bei euren Kleinen?

Alles super oder auch irgendwelche Schlafmarotten, mit denen man gut leben kann oder die es noch auszutreiben gilt?

Kommentare:

  1. Das Großkind war ein problemloser Schläfer.... im eigenen Bett nachts, tagsüber im Laufstall, auch mal auf einem drauf... das einzige, was partout gar nicht ging: Die Situation verändern. Sprich wenn er auf uns eingeschlafen war, musste es auch so bleiben.... Sonst war er beim Aufwachen völlig panisch.

    Minikind war anders. Nachts eng bei mir, wenn wir Glück hatten, dann schlief er die ersten zwei Stunden mit einem Shirt = Geruch von mir im Beistellbett und ich konnte nochmal ins Wohnzimmer. Ansonsten ja eng bei mir.... Vielstiller... :)
    Tagsüber im Tuch oder auf dem Arm beim Stillen, ließ sich aber problemlos ablegen.
    Irgendwann klappte es auch mal mit dem Bett (testeten wir, als er mobil wurde und es im eigenen Bett sicherer war... Umzug über Nacht zu mir...

    ABER: Ich fand das nicht schlimm, jedes Kind ist anders, kein Kind MUSS im eigenen Bett schlafen. Ich schlafe ja auch lieber neben meinem Mann, als allein.... irgendwann sind sie von allein so weit. Der eine eher, der andere später. Minikind ist irgendwann dann auch komplett ins eigene Bett umgezogen... noch vorm ersten Geburtstag. Seitdem braucht er von Zeit zu Zeit Begleitung beim Einschlafen.. manchmal kommt er nachts dann auch rüber... aber völlig okay....

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  2. Bei uns ist es HAARGENAU so. Allerdings ist mein "Kleiner" nun schon fast 8 Monate alt. Ich glaube, er hasst sein Bett..sobald er drin liegt, wacht er direkt auf, egal wie tief er geschlafen hat. Ein Kampf...

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  3. Ach, bei unserer Mimi war das von klein auf niiie ein Problem. *hüstel*
    Aber vielleicht braucht Jonas einfach ein bisschen mehr Begrenzung?
    damit er sich geschützter Fühlt, ich denke die Kleinen liegen da doch recht "verloren" in solchen doch noch so großen Bettchen.
    Ich hab Mimi immer ein mit Lavendel und Sand gefülltes Stofftier an den Kopf gelegt, sodass sie oben am Kop einfach eine weiche Begrenzung spüren konnte.
    Oder ich hab das Stillkisssen dafür hergenommen.
    Das hat gut geklappt.
    Viel Glück weiterhin...
    GLG,MamaMia

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