Sonntag, 5. Januar 2014

Brei ist was für Babies!

Gestern Morgen kurz vor Acht kommt die kleine Madame in unser Schlafzimmer gestiefelt und verkündet lauthals und ohne Umschweife: "Ich habe Hunger!"

Schlaftrunken wanke ich in die Küche, schmeiße ganz selbstverständlich den Wasserkocher an und bereite ihr ihren Grießbrei zu.
Am Tisch lässt Johanna nach drei Happen den Löffel fallen und behauptet, sie sei satt.

Immer öfter landen immer größere Portionen Brei in der Tonne.

Wenig später sitzt sie mit uns am Frühstückstisch und schiebt sich eine Knäckebrotscheibe mit Schinkenwurst oder Käse nach der anderen zwischen die Zähne.
Vier Stück insgesamt.
Irgendwann sage ich demonstrativ zu Thomas: "Eigentlich brauchen wir gar keinen Brei mehr kaufen. Wir schmeißen den eh meistens weg, und Johanna kann ja auch ganz normal mit uns essen."
Darauf antwortet die Madame: "Ich will gar keinen Brei mehr. Brei ist ja was für Babies!"

Wie wahr, wie wahr.
Seitdem sind wir breifrei.
Nach den drei nicht weiter nennenswerten Löffelchen gestern morgen hat sie bisher keinen Brei mehr gegessen. 

Stattdessen ganz viel Knäcke mit Schinkenwurst und Remoulade (ab und zu auch mit Käse), Buchstabensuppe mit Brötchen gestern und heute Mittag und Butterkekse zwischendurch.




Nicht besonders ausgewogen, schon gar nicht gesund, aber dafür fest. 
Und das ist (fast) alles, was momentan zählt.
Meine bescheidenen Versuche, ihr beim heutigen Abendbrot anderes Brot oder gar etwas Grünes schmackhaft zu machen...





... sind kläglich gescheitert und letztendlich in meinem eigenen Magen gelandet. Man muss ja mit gutem Beispiel vorangehen.

Ich sehe es als Herausforderung.
Wer hätte vor etwas über einem Jahr damit gerechnet, dass Johanna überhaupt einmal etwas anderes als Brei oder Joghurt essen würde, und nun ist sie bereits zwei Tage abstinent, und wir sind trotzdem nicht im Krankenhaus gelandet.

Nun müssen wir weiter einen Schritt nach dem anderen machen. Die Speisekarte mit viel Geduld und ganz spielerisch erweitern. Mit Rückschlägen rechnen, denn die werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Vielleicht schon morgen. Aber ich bin gewappnet. Ich kämpfe diesen Kampf nun seit drei Jahren, ich weiß, wie der Hase läuft, und mich kann nichts mehr überraschen.
Vor allem nicht die Esserei meines Kindes.

Ich bin gespannt, wie viele Tage ohne Brei wir noch schaffen.
Oder ist der Spuk etwa morgen schon wieder vorbei?

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch zu zwei Tagen Breifrei! :)

    AntwortenLöschen
  2. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Johanna abstinent bleibt und ihr den Speiseplan weiter ausbauen könnt.

    Sie hat in einem Jahr eine Riesenentwicklung gemacht!!!!

    AntwortenLöschen
  3. Über solche Brote würde sich meine kleine Maus auch freuen!

    AntwortenLöschen