Mittwoch, 29. Oktober 2014

[Sponsored Video] Schon wieder ein erster Geburtstag!

Eins vorweg: Dieser Post ist teilweise sponsored by Unruly, ich weise aber noch mal gesondert daraufhin, wenn wir dorthin kommen.

Zunächst einmal ein wahrlich bedeutendes Ereignis: Jonas ist nun kein Baby mehr, sondern ganz offiziell ein Kleinkind. Seit einer Woche nun schon. Unfassbar!

Und gleichzeitig muss ich gestehen: Der erste Geburtstag des ersten Kindes ist ein unglaubliches Ereignis, um das man allerlei Brimborium macht. Von der feierlich leuchtenden einen Kerze im noch dunklen Wohnzimmer am Morgen über eine mit viel Liebe und Eifer eingepackte Geschenkeflut, besonderer Geburtstagsdress natürlich, Unmengen Fotos, um den denkwürdigen Moment aus jedem Winkel festzuhalten und und und.

Beim zweiten Kind... ja, das zweite Kind wird einfach ein Jahr alt.
Natürlich ist es ein Ereignis, aber die Feier fällt wesentlich kleiner aus, Jonas war den ganzen Tag (auch seiner wirklich fetten Erkältung geschuldet) im Schlafanzug unterwegs, und 90% der vielleicht zwanzig geschossenen Fotos taugen aufgrund der unglaublichsten Rotznase, die man je gesehen hat, sowieso allenfalls fürs ganz private Familienalbum... wenn man sie denn überhaupt aufhebt und nicht gleich in den virtuellen Papierkorb pfeffert.

Dieser ganz besondere Zauber der allerersten Male ist beim zweiten Kind leider nicht mehr ganz so ausgeprägt vorhanden, und man kann sich noch so sehr bemühen, man hat das als zweifache Mutter eben alles schon einmal erlebt.
Trotzdem ist es einfach unglaublich, dass schon wieder ein ganzes Jahr ins Land gezogen ist und mich nun ein selbstbewusster, kleiner Kerl anstrahlt, der die Welt auf zwei Beinen erkundet - noch mit Stütze durch Möbel und/oder Hände, aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Wie immer bei derlei Ereignis stellt sich schon lange im Voraus die Frage: Was schenkt man? Und was soll die Verwandtschaft schenken? Geld aufs Sparbuch ist zwar praktisch, aber nicht gerade ein tolles Auspack-Erlebnis fürs Kleinkind.
Ich stehe elektronischem Plastikspielzeug mindestens skeptisch gegenüber, bevorzuge eher die Natur, aber ab und zu gibt es eben doch etwas, an dem ich nicht vorbei komme. Und so gab es für Jonas zum ersten Geburtstag die Tut Tut Babyflitzer Garage von VTech. Und ein bißchen Zubehör. Straßen, Autos und sowas. Das ist nämlich einer der Vorteile an diesem Zeug: Es ist erweiterbar. Man hat also auch die anderen Schenkenden abgedeckt, ohne sich bzw. das Kind mit zu viel unterschiedlichem Krempel zu überladen.




Erfreulich für uns auch: Auf das Spielzeug ist nicht nur Jonas heiß. 
Auch die "große" Johanna (Zitat: "Ich werde ja bald schon fünf Jahre alt! Und dann sechs. Und dann gehe ich in die Schule!") ist von der robusten Garage mit ihren bunten Flitzern kaum weg zu bekommen. Und mehr als einmal müssen wir sie daran erinnern, dass das Jonas Garage ist und er natürlich auch damit spielen darf!




Als Mutter eines kleinen Rabauken bin ich besondern erfreut über die wirklich widerstandsfähige Verarbeitung. Jonas nimmt Dinge gerne auseinander, natürlich auch dieses Spielzeug. Die Autos werden durch die Gegend geschmissen, die Straßen und das Oberdeck abmontiert und und und.
Alles ohne Schäden. Es erschließt sich mir zwar nicht ganz, warum jedes Bauteil fest eingeklickt wird, nur eines - dieses orange-gelbe Parkdeck oben rechts - nicht. Das wird nämlich nur locker aufgesteckt und ist natürlich das erste, das von Jonas wieder abgenommen wird. Aber gut, irgendwas wird sich das Hause VTech dabei schon gedacht haben, und wenn nicht: Ein bißchen Schwund ist halt immer...




Die Garage selber hat natürlich einen Schalter, so dass man das Gedudel auch ausstellen kann, wenn man mal keinen Bock drauf hat. Ebenso kann jedes Auto in den Ruhemodus geschickt werden. Sehr angenehm, wenngleich sich die Lautstärke hier insgesamt eh in Grenzen hält. Das Ganze ist recht nervenschonend gestaltet. Wenn allerdings Garage und drei oder vier Autos gleichzeitig erzählen und singen, dann kann es doch schon mal zu viel werden.

Die Parkgarage geht auf Zahlen, Farben und andere pädagogisch wertvolle Informationen ein, die Autos vermitteln auf sich selber zugeschnittene Lerninhalte. Jonas zum Beispiel hat ein Polizeiauto, einen Kipplaster und einen Abschleppwagen, und wir lernen derzeit ganz viel darüber, dass die Polizei die bösen Menschen fängt, wenn man die 110 anruft, was der Kipplaster auf der Baustelle macht und warum Autos abgeschleppt werden.





Als jemand, der Holzspielzeug bevorzugt, bin ich doch tatsächlich begeistert von diesem bunten Kunststoffkram, da er wirklich durchdacht und dazu super und robust verarbeitet ist. Definitiv kein Fehlkauf.
Sehr passend dazu kam kurz vor Jonas Geburtstag die Anfrage von Unruly, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte in der Form, ein gesponsertes Video zu den Tut Tut Babyzügen von VTech auf meinem Blog zu präsentieren.

Da wir selber überlegt hatten, ob wir nun die Autos oder die Züge schenken sollen, da uns beides gefällt, zeige ich euch natürlich sehr gerne dieses Video:




Ich glaube, man kann sagen: Ob Autos oder Züge oder der neue Zoo (auch total niedlich!), diese Reihe von VTech ist durchdacht, nicht zu laut und in jedem Fall ein tolles Spielzeug für kleine und auch größere Jungs und Mädels. Bei uns wird sicherlich noch das ein oder andere Erweiterungsset einziehen.





Dienstag, 21. Oktober 2014

Working Mum


Es war ruhig hier die letzten zwei Monate, keine Frage.

Dafür gibt es einen guten Grund.
Anstrengend, aber gut.

Morgen wird Jonas ein Jahr alt (what the hell! Wo ist mein Baby hin?), aber das nur am Rande.
Dazu gibt es sicherlich einen gesonderten Post... wenn es die Zeit hergibt.
Nein, mit diesem magischen, nun endenden ersten Lebensjahr endet auch etwas ganz anderes... profanes... das Elterngeld. Jedenfalls, wenn man es sich - wie wir - für die Dauer von 12 Monaten auszahlen lässt.

Dass ich nicht in meinen alten Job zurückkehren würde war relativ früh klar. Zu große Differenzen mit dem Chef, sage ich mal.
Aber von nichts kommt nichts.
Es wäre toll, wenn wir auf mein Gehalt verzichten könnten, im Moment ist das aber noch nur ein schöner Traum.

Sonderlich flexibel ist man mit zwei kleinen Kindern nicht, vor allem, wenn eines der beiden Kinder noch in Vollzeit zu Hause weilt. Das macht die Jobsuche nicht gerade einfacher.

Fassen wir mal zusammen: Elterngeld fällt weg, die Mutti will und muss wieder ein paar Stündchen arbeiten neben den Kindern, der alte Job kommt nicht in Frage, Flexibilität ist Utopie... was liegt da näher als sich selbstständig zu machen?

So nahm recht spontan Ende August die schon lange in mir schlummernde Idee von der Selbstständigkeit mit einem Kinder-Second-Hand-Geschäft schlagartig Gestalt an.
Gewerbeanmeldung geht schnell und kostet nicht die Welt, und meine erste Kundin (die nette Beamtin beim Gewerbeamt) hatte ich auch direkt gefunden.

Und dann ging es los: Ware einkaufen, säubern, in den Warenbestand aufnehmen (mein Göttergatte hat mir in tagelanger Abendbeschäftigung ganz ausgefuchste Excel-Tabellen erstellt), nebenbei den eBay-Shop einrichten, Visitenkarten erstellen, Ware fotografieren, beschreiben, einstellen. Nach dem Verkauf die Tabellen auf den neuesten Stand bringen, Ware verpacken und versenden. Rechnungen schreiben nicht vergessen.
Und jeden Beleg aufheben! Zwischendurch vielleicht mal ne monatliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung, damit es bei der Steuer einmal im Jahr dann nicht ganz so dicke kommt mit dem Papierkram (bisher ein guter Vorsatz, der September gammelt noch unbearbeitet im Ordner, und ich fürchte, der Oktober gesellt sich unbeachtet hinzu) und und und.

Irgendwann stellt man fest: Die Wohnung ist viel zu klein! Wohin mit dem ganzen Zeug?
Für ein angemietetes Lager bezahlt man ein kleines Vermögen und die größere Wohnung ist im Moment auch nur ein frommer Wunsch (es gibt hier einfach keine 4-Zimmer-Wohnung, für die man keine vierstellige Summe monatlich auf den Tisch legen muss... dafür kann man auch kaufen!).

Somit haben wir eine Wand des elterlichen Schlafzimmers mit Regalen ausgestattet und dort mein kleines Warenlager eingerichtet. Mit Kleiderstangen und allem drum und dran.

Dass gerade die Anfangszeit einer Existenzgründung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, wusste ich. Dass es SO viel sein würde... na ja, reden wir nicht drüber.

Mein Herz träumt von einem eigenen, kleinen Ladenlokal irgendwann.
Der Verstand und die Finanzen (und auch alle Menschen, mit denen ich mich vor der Realisierung darüber unterhalten habe) sagen, dass das Internet die bessere, risikolosere Variante ist.

Auf das Jahr gesehen schreibe ich nun nach eineinhalb Monaten natürlich noch keine schwarzen Zahlen, aber das Geschäft läuft. Es läuft viel besser als ich mir erhofft hatte, bringt mich dadurch aber auch so manches mal ins Schwitzen und den Haushalt beinahe an den Rand des Chaos.
Die Arbeit muss gemacht werden, die Kinder dürfen nicht zu kurz kommen, aber für Abwasch und Aufräumen reicht es dann öfter mal einfach nicht mehr.

Im Moment dürften meine Tage ruhig 36 Stunden haben, vielleicht würde ich dann alles unter einen Hut bekommen.
Solange es bei 24 Stunden bleibt versuche ich mein Bestes, und wer auch immer diese Wohnung betritt muss einfach damit rechnen und leben, dass hier und da mal was herumliegt, neu eingetroffene Ware sich im Flur oder unter der Wohnzimmertreppe stapelt und die Spülmaschine auch mal wieder Zuwendung gebrauchen könnte.






Dienstag, 12. August 2014

Die Sache mit der Esserei...

In regelmäßigen Abständen erhalte ich Emails von besorgten Eltern, die mit ihren Kindern gerade ähnliches erleben wie wir mit Johanna erleben mussten, die auf ihrer Suche nach Informationen über Essstörungen bei Kleinkindern auf meinem Blog landen.
Darüber freue ich mich jedes Mal sehr, auch wenn ich nicht immer sofort dazu komme, auf diese Emails zu antworten. (Früher oder später passiert das aber, versprochen!)

Als wir vor vier Jahren (so lange ist das schon her) ganz langsam zu ahnen begannen, dass irgendetwas mit unserer Tochter nicht in Ordnung sein kann, weil sie im Alltag stellenweise überaus merkwürdiges Verhalten an den Tag legte und vor allem die Sache mit der Beikost ein schier unüberwindbares Hindernis darstellte, das für allerlei Tränen und Geschrei der Verzweiflung, Wut, Hoffnungslosigkeit und Angst sorgte, damals wäre ich glücklich gewesen, ich hätte solch eine Informationsquelle im Internet gefunden. Wenn ich hätte feststellen dürfen, dass unser Kind nicht das einzige auf der Welt ist, das am gedeckten Tisch verhungern würde.
Doch damals waren die Informationen noch deutlich rarer gesät als heute.
Ebenfalls Betroffene habe ich nur über unsere Therapeuten oder im Krankenhaus gefunden. Hat man sich im Internet in entsprechenden Foren informieren wollen wurde man gleich in die Autismus-Schublade gesteckt. Schwachsinn. Nicht jedes Kind mit Wahrnehmungsstörungen (welcher Form auch immer) ist autistisch.
Und viel zu oft bekam man den Stempel "schlechte, unfähige Mutter" aufgedrückt. 
Das Kind isst nicht? Das kann ja nur an der Mutter liegen.
Im Internet und auf der Strasse. Wie oft haben mich die Leute angeschaut, weil ich meiner für Brei viel zu alten Tochter eben jenen im Restaurant oder wo auch immer anrührte. Selbst im Krankenhaus erlebte ich völliges Unverständnis von Seiten des Personals, als ich um Grießbrei für mein damals bald dreijähriges Mädchen bat.

Inzwischen sind seit Beginn der Probleme rund vier Jahre vergangen. 
Jahre mit diversen Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten, Momenten der schieren Panik und Verzweiflung, aber auch der Hoffnung, der Freude und des unbändigen Stolzes.
Jahre mit unterschiedlichen Therapien, die letztendlich zum Erfolg führten.
Oder Teilerfolg?

Wo stehen wir eigentlich?
Wo steht Johanna?

Fakt ist: Seit sie am dritten Januar diesen Jahres den Breilöffel in die noch halbvolle Schüssel gesteckt und nach etwas anderem verlangt hat, seitdem hat sie keinen Brei mehr angerührt. Sie ernährt sich fast wie ein "normales" Kind von fester Nahrung.
Fakt ist aber auch: Sie ist dabei extrem - ganz extrem - wählerisch. Das mag den Vorteil haben, dass man nie viel im Kühlschrank haben muss. Aber selbst Johanna weiß inzwischen viel zu oft nicht, was sie essen möchte, da sie sich an ihrer Handvoll Nahrungsmittel, die sie zu sich nimmt, wahrscheinlich satt gegessen hat. Sie kommen ihr sprichwörtlich zu den Ohren raus.
Und ganz ehrlich: Ich kann langsam auch keine Nudeln mehr sehen! 

Ob nun Frühstück, Mittagessen, Abendbrot oder Zwischendurch: Johannas Einkauf könnte ich mit einem kleinen Henkelkörbchen bewerkstelligen und hätte trotzdem alles dabei, was sie für zwei Wochen Vollpension benötigt.
Das ist ganz oft noch sehr nervig. 
Das Kochen macht keinen Spaß, wenn die Madame mit Gabel oder Löffel im Essen herumstochert und die Reiskörner einzeln rauspickt, nachdem sie alles andere, was eventuell noch daran kleben könnte, abgeschabt hat.
Frisches Zeug isst Johanna gar nicht. Null, nix, nada. Nur Äpfel, aber da auch nur Gala oder mit Glück Granny Smith. 
Ehrlich: Inzwischen isst Jonas mehr Rohkost als Johanna. Er kaut auch auf Gurkenscheiben herum, die Apfelsorte ist ihm schnurzpiepegal, und generell steckt er sowieso alles in den Mund, was er in die Finger bekommt. 
Herrlich erfrischend, so ein ganz normales Baby mit oraler Phase.

Immer mal wieder zwischendurch muss ich mir in Erinnerung rufen, wo wir vor einem Jahr oder gar vor zwei/drei Jahren gestanden haben. Mir bewusst machen, was für riesige Fortschritte Johanna gemacht hat, und was für ein Erfolg es ist, dass sie nun überhaupt feste Nahrung isst. Dass ich keinen klebrigen Brei mehr für sie anrühren muss.

Man neigt dazu, das zu vergessen. Ungeduldig zu werden. Zu wenig Verständnis zu zeigen.
Auf der anderen Seite bin ich oft der Meinung, dass sie sich nun langsam ein bisschen am Riemen reißen kann. Dass sich Johanna nicht bei jeder Gelegenheit so anstellen muss.

Entsprechend koche ich inzwischen einfach, was ich kochen möchte.
Friss oder stirb. 
Nun kann man das mit Johanna machen. Vor zwei Jahren wäre sie mit dieser Methode tatsächlich gestorben.
Sie soll alles probieren (macht sie natürlich nicht, wäre ja auch zu schön), muss aber nicht alles essen. Verhungert ist sie bis heute nicht. Auch wenn ich oft noch fast umsonst gekocht habe.

Wir gehen weiter unseren oft noch anstrengenden Weg.
Ein unproblematischer Esser wird Johanna wahrscheinlich nie werden. 
Aber inzwischen ist sie immerhin überhaupt ein Esser!

Freitag, 11. Juli 2014

JWD - Janz weit drüben - Teil 3

Viel zu früh, bereits am Sonntag, ging es zurück in die Heimat.

Diese zweieinhalb Tage rundum-Füße-hoch-Versorgung im Hotel hat uns gezeigt, dass wir schwer urlaubsreif sind und durchaus noch mindestens eine Woche hätten dranhängen können.

Half aber alles nichts, nach einem erneut sehr guten Frühstück und einem kleinen Abschiedsbesuch bei Oma Jena mussten wir uns leider auf die Socken machen.
Sechs Stunden Fahrt, zum Glück nicht ganz so heiß und nicht ganz so verkehrsreich wie auf der Hintour.



Unter 30°C, und der Verkehr rollt. So muss das sein.


Die Madame haben wir übrigens am Wochenende so richtig kaputt bekommen. Dass sie im Auto schläft kommt nur noch ganz, ganz selten vor, und dieses Mal befand sie sich sogar über Stunden im Land der Träume.




Wir hatten zum Glück eine sehr entspannte Rückfahrt mit einem Halt am "güldenen M" fürs Magenfüllen und Windelnwechseln etwa zur Halbzeit.





Je näher wir der Heimat kamen, desto dichter wurde die Bewölkung, und mit ihr nahm diese eklige Schwüle zu. Pünktlich im Ruhrgebiet angekommen begann es zu regnen, und wir saßen plötzlich mitten in einer riesigen Sauna. Großartig.



Fast zu Hause.


Leicht klebrig am Körper kamen wir nach sechs Stunden Fahrt glücklich, aber ziemlich müde zu Hause an.
Die Kinder haben sich das ganze Wochenende inklusive der Fahrten vorbildlich verhalten. Ein Träumchen.

Und wir müssen jetzt mal schauen, ob wir nicht doch noch irgendwann, irgendwie ein paar Tage Urlaub einbauen können.

Donnerstag, 10. Juli 2014

JWD - Janz weit drüben - Teil 2

Im Waldhotel Linzmühle gibt es nicht nur keinen Handyempfang, sondern auch das Babyphone verrichtet nur Notdienst. Heißt, einer von uns musste bis zum Treppenaufgang zu den Zimmern marschieren, um Empfang zu bekommen.

Das hat uns jedoch natürlich nicht daran gehindert, unseren ersten baby- und kinderfreien Abend seit langem im urigen Biergarten des Hotels zu genießen.
Jonas ging anstandslos gegen 19 Uhr in sein Reisebettchen und schlief beinahe augenblicklich ein. 
Nachdem Johanna gegen 19.30 Uhr fragte, ob sie nun ins Bett dürfe (!! - der Tag war scheinbar wirklich anstrengend) und ebenfalls ganz problemlos ihr Nachtlager bezog, ließen Mama und Papa den Feierabend bei nem kühlen Bierchen und leckerem Essen ausklingen.



Da war Johanna noch fit und erkundete den Spielplatz neben dem Biergarten.



Biergarten mit Muppi-Fuß.


Am nächsten Morgen nach einer sehr angenehmen Nacht (beide Kinder schliefen durch) kam gleich unser mobiles Hochstühlchen zum Einsatz. Das Teil ist wirklich Gold wert!
Einfach auf nahezu jeden beliebigen Stuhl schnallen, Gurte festzurren. Fertig. Und das Tischchen ist abnehmbar. Außerdem alles abwaschbar - sehr gut und sehr wichtig derzeit. Jonas ist ein Schweinchen.



Frühstück um halb sieben.



Der Blick aus unserem Hotelzimmer. Nur grün. Und ein wenig rot.


Nachdem Jonas gesättigt war, machten wir uns tageslichttauglich. Duschen, anziehen usw. Währenddessen wurde der kleine Mann wieder müde und wir konnten ihn zu seinem Morgenschläfchen hinlegen.

Anschließend suchten wir das reichhaltige Frühstücksbuffet auf und ließen es uns richtig gut gehen.




Der erste "Urlaub", bei dem Johanna keine Extrawurst bekommt. Kein Brei. Sie isst ganz normal vom Tisch mit. Zwar sehr ausgewählt nur, die Madame ist immer noch ganz extrem wählerisch, aber was solls? Letztes Jahr um diese Zeit noch haben wir ihr Brei angerührt, damit sie überhaupt irgendetwas isst. Wer wird sich da nun beschweren?

Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück ließen wir uns im Biergarten nieder, während die Madame den Spielplatz unsicher machte. 



Biergarten links, Spielplatz rechts, Zugang zum Wald ganz rechts.




Vor dem Hoteleingang steht diese riesige, imposante Kastanie, und nachdem Jonas sein Schläfchen beendet hatte bezogen wir Position unter ihr.
Der Rest der Familie sollte erst gegen 14 Uhr eintrudeln, somit hatten wir noch ein paar Stündchen Zeit für uns, die es zu füllen galt.




Jonas beim Erstkontakt mit Sand, Gras, Moos und ähnlichem. Er war noch ein wenig skeptisch. Und für die Madame hatten wir natürlich ihr Laufrad mitgenommen. Round and round um die Kastanie ging es.

Schließlich entschieden wir uns doch, eine Runde durch den Wald zu drehen, obwohl es schon relativ warm war. Der Schatten lockte.





Da die Hitze zu- und der Schatten parallel abnahm, fiel der Spaziergang recht kurz aus, und wir bezogen wieder Stellung im - tadadadaaa - Biergarten.





Das Hotel ist für einen Trip mit Kindern wirklich großartig. 
Am Allerwertesten der Welt gelegen, mitten im Wald, kann man die Kinder einfach spielen lassen, ohne dauernd in Sorge wegen Autos oder sonstiger Gefährte zu sein.




Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen der Familie mit besonderem Augenmerk auf Oma Jena natürlich.
Da man sich aufgrund der Entfernung nur wenige Male im Jahr sehen kann (wenn es überhaupt mehrere Male im Jahr sind), ist so ein Treffen jedes Mal ein Ereignis.

Mittags lecker Kaffee und Kuchen, und abends Essen à la carte.
Der Muppi dank mobilem Stühlen mitten unter uns. Bemerkenswert: Als alle etwas zu Essen hatten protestierte er vehement, weil er nichts hatte. Abendbrei verweigerte er, und erst mit Gurkenscheiben war er zufrieden.




Wir haben definitiv keine zweite Johanna.
Doch auch die hat sich natürlich sehr gemacht. Pommes mit Hühnchen am ersten Tag, Hefeklößchen mit Vanillesauce und Nudeln in Sahnesauce am zweiten Tag, dazu Frühstück vom Buffet.
Ein fast normales Essverhalten.


to be continued...

JWD - Janz weit drüben - Teil 1

Das erste Juliwochenende ist grundsätzlich für einen Besuch bei der lieben Verwandtschaft im weit entfernten Thüringen reserviert, denn "Oma Jena" hat Geburtstag und versammelt die Familie um sich. 
Bereits letztes Jahr berichtete ich über unser Wochenende mit der speziellen akustischen Untermalung am Abend.

So begab es sich, dass wir uns am Morgen des 4. Juli aufmachten Richtung Thüringen, das zweite Mal zu viert, aber das erste Mal, dass die vierte Person - der Muppi - auch richtig sichtbar ist. Sein erster großer Trip, und ich war gespannt, wie er die lange Fahrt und das Wochenende in fremder Umgebung wegstecken würde. 
Von Johanna weiß ich ja, dass sie da sehr unproblematisch ist, und ich darf vorwegnehmen: Erfreulicherweise steht ihr ihr Brüderchen in nichts nach. 

Selbst Stau und Hitze haben den Kinder nichts ausgemacht, ganz im Gegensatz zur auf dem Beifahrersitz langsam vor sich hinbrutzelnden Frau Mama.




Das ist doch das Zeichen, dass man auf der Autobahn unbedingt zu Gesicht bekommen möchte.




Und somit zeigte sich öfter mal dieses unschöne Bild: 0 km/h bei 32°C (später auch noch 34°C) Außentemperatur.
Unnötig, zu erwähnen, dass unsere Klima den Geist aufgegeben hat, oder?

Gut durch (jedenfalls die Mutti auf der rechten, der Sonnenseite) erreichten wir nach rund sechs Stunden endlich unser Ziel.




Natürlich nicht ohne eine Pause zwischendurch, die wir für umfassenden Nahrungs- und Windelservice nutzten. Der Muppi machte sich schon einmal mit dem Geruch nach Asphalt und Gummi vertraut und hatte sichtlich Spaß dabei.




Nach einem kurzen "Hallo" bei Oma Jena machten wir uns erneut auf die Socken (bzw. Reifen) und durften feststellen, dass unser Hotel seinem Namen - "Waldhotel Linzmühle" - wirklich alle Ehre macht.




Schon hunderte Meter vor Erreichen des Ziels versagen die Handys ihre Dienste - kein Empfang mehr - und man sieht wirklich nur noch schönstes Grün um sich herum.
Möchte man absolute Ruhe haben, dann sollte man hierher fahren.




Schönes Hotel mit ansprechenden Zimmern. Unseres war sehr groß, denn Bett für Johanna und Reisebett für Jonas waren auch schon perfekt vorbereitet. 
Netter Service, leckere Küche, Spielplatz und der Wald direkt vor der Tür.
Dazu zwei tiefenentspannte, liebreizende Kinder... auf ins Wochenende!


to be continued...

Freitag, 27. Juni 2014

Von der Muppi-Front...

Wo stehen wir eigentlich gerade?

Jonas ist nun acht Monate und fünf Tage alt.
Alt, jawohl. Alt!
Wo ist die Zeit geblieben? Und was hat sie mit meinem hilflosen Baby gemacht?

Nun habe ich hier einen selbstbewussten, extrem neugierigen kleinen Knopf herumrobben, der mir durch die ganze Wohnung folgt.
Dabei krabbelt er nicht, nein. Er zieht sich wie ein Soldat im besten Feldeinsatz auf den Unterarmen durch die Gegend. In einem Affenzahn! Unglaublich.
Ab und zu rollt Jonas auch noch. Aber meistens robbt er.

Er geht zwar wirklich oft in den Vierfüßlerstand und wippt dann vor und zurück, doch das Krabbeln hat der Muppes noch nicht wirklich für sich entdeckt. Dafür konnte ich in den letzten Tagen nun ab und zu beobachten, dass er versucht, sich hinzusetzen. 
Denke mal, das dauert alles nicht mehr so wahnsinnig lange.

Aus seinem Mund blitzen uns ganze acht (!!!) Zähne an. Johanna hatte damals in dem Alter zwei oder drei Zähnchen. Genau weiß ich es nicht mehr. Aber definitiv nicht so viele.
Oben und unten jeweils die mittleren Vier.
Dabei sind die oberen Vier allesamt auf einen Schlag innerhalb eines Tages gekommen.
Herrlich, sage ich euch!

Nachdem wir einen absoluten Horrortag ohne Schlaf, ohne Essen, dafür mit permanentem Geheule hinter uns hatten und ich den Herrn preiste, als Jonas endlich abends im Bett war, strahlten uns nach einer erstaunlich problemlosen Nacht (ein weiteres "Preiset den Herrn!") alle vier oberen Zähnchen an.
Passend dazu klappt auch das Essen richtig gut.
Inzwischen trinkt Jonas nur noch morgens sein Frühstück aus der Flasche, ansonsten nimmt er Beikost zu sich. Gerne auch in ganz fester Form. Besonders beliebt sind Obststücke und Brot/Brötchen zum Knabbern. 

Er ist ein langer, schlanker Kerl, trägt inzwischen Größe 74/80 und ist extrem kommunikativ. Er brabbelt eigentlich den ganzen Tag. Da-da-da, dei-dei, öh-öh-öh, ruuu und so weiter und so fort. Thomas behauptet, auch schon ein pa-pa gehört zu haben, ich kann das nicht bestätigen, will es aber mal wohlwollend glauben.

Jonas schläft zwei- bis dreimal am Tag jeweils ein bis zwei Stündchen und nachts nach wie vor durch, etwa von 20 Uhr bis 6 oder 7 Uhr.

Insgesamt ist er ein unglaublich pflegeleichter und fröhlicher kleiner Mann, der kaum weint, dafür aber beinahe den ganzen Tag lacht und strahlt. 
So kann es weitergehen!




Donnerstag, 26. Juni 2014

Genug ist genug!

Eine ganze Weile nun schon hadere ich mit mir.
Bin unzufrieden, unglücklich, fühle mich unwohl in meiner Haut.

Die überflüssigen Kilos kleben an mir wie Pech, machen mich träge und unbeweglich, drücken meine Laune in unterirdische Sphären, lassen mich leicht reizbar und genervt sein.

Alles überhaupt gar nicht gut.
Ich bringe deutlich zu viel auf die Waage und mache mir selbst das Leben schwer.

Da die Themen Gewicht, Abnehmen und leider auch "Essstörungen" seit meiner Pubertät zu meinem Leben gehören und ich bereits eine knapp zweijährige ambulante Verhaltenstherapie (damals noch wegen Bulimie) hinter mir habe, ist es mit einem lapidaren "nun reiß dich halt einfach mal zusammen" nicht getan. 

Wie auch immer. 
Nun reicht es.
Ich bin zu dick, und das muss sich ändern.
Ich leide darunter, und was noch viel schlimmer ist: Die Menschen um mich herum, allen voran meine Kinder und mein Mann, leiden darunter.

Inzwischen habe ich mit meiner Hausärztin gesprochen, und eine Überweisung zu einem Psychologen ist überhaupt kein Problem. Die Suchtthematik ist noch nicht vom Tisch, und ich möchte das einfach noch mal mit einem Fachmann besprechen.
Auch mit Thomas habe ich nun einmal ausführlich gesprochen, und natürlich unterstützt er mich, so gut er kann.

Die Ernährung habe ich bereits umgestellt, wie es gesund geht, weiß ich zu genüge.
Auch Johanna muss mitziehen, und erfreulicherweise klappt das relativ gut.
Sie ist zwar immer noch extrem wählerisch (Gemüse? BAH!) in allen Bereichen, isst zum Beispiel nur ganz wenige bestimmte Wurstsorten, eine spezielle Apfelsorte (sowieso das einzige Obst), am liebsten Nudeln und Reis ohne alles, Kartoffeln nur an guten Tagen und so weiter und so fort, aber sie wird immer offener, und inzwischen sind wir an dem Punkt angelangt, dass ich ihr Essen nach der "Friss-oder-stirb-Methode" vorsetzen kann. Entweder sie isst, was es gibt, oder sie hat Pech gehabt und muss bis zum Abendbrot warten. 
Wir haben natürlich öfter mit Nörgelei oder Geheule deshalb zu tun, aber im Laufe der letzten Jahre habe ich mir ein dickes Fell zugelegt (zulegen müssen), und ganz ehrlich: Die Tischszenen jetzt sind Killefitz gegen die ersten drei Lebensjahre. Alles kein Problem.
Und wie gesagt: Johanna wird immer kooperativer.

Da die beste Ernährung ohne Bewegung nichts bringt, habe ich mich nun tatsächlich bei Gymondo angemeldet. Mit zwei kleinen Kindern ist man nicht sonderlich flexibel, daher kommt mir der Sport zu Hause im Wohnzimmer sehr gelegen.
Gymondo ist ein Online-Fitnessstudio. Auf das eigene Fitnesslevel und das gewünschte Ziel zugeschnitten bekommt man entsprechende Programme in Form von Videos präsentiert und kann entspannt (oder auch sehr schweißtreibend) zu Hause vor dem Notebook abhampeln. Dabei wird ein Trainingsplan über mehrere Wochen erstellt mit Trainingseinheiten und Ruhetagen, und der Fortschritt wird ganz genau festgehalten. Zusätzlich kann man sich im dazugehörigen Forum mit Gleichgesinnten austauschen oder auch Fragen an Experten stellen. 
Natürlich kann ich mir auch Fitnessvideos kostenlos anschauen - im Internet oder per DVD auf dem Fernseher - aber das ganze Drumherum bei Gymondo finde ich ganz angenehm und unterstützend. Daher bezahle ich gerne die paar Euro im Monat. 

Die ersten Workouts habe ich bereits hinter mir, und es ist erstaunlich, wie gut man sich mit so einem bißchen Sport auf einmal wieder fühlt. Schlagartig ist die Laune besser und man fühlt sich einfach wohler in seiner Haut.

Erstes Etappenziel: Ein Gewicht erreichen, mit dem ich ganz bedenken- und risikolos wieder meinem Lieblingssport Badminton nachgehen kann. Dafür muss dann einfach Zeit sein, wenn ich es dorthin geschafft habe.
Schauen wir mal, wie es läuft...

Montag, 19. Mai 2014

Perfekter, guter Morgen!

Ein Mythos!

Jedenfalls bei uns.

Im wahrsten Sinne des Wortes traumhaft wäre es folgendermaßen:
Die Vögel zwitschern, ein Sonnenstrahl schleicht sich durchs Fenster und streichelt sanft die Wange, bis man frisch und erholt mit einem Lächeln im Gesicht aufwacht. Man räkelt und streckt sich ein wenig, auf leisen Sohlen kommt die Madame ins Schlafzimmer geschlichen - überaus gut gelaunt - und kuschelt sich zwischen Mama und Papa ins Bett. Aus dem Nachbarbettchen vernimmt man fröhliches Brabbeln und Schmatzen des kleinen Mannes. Man hat Zeit, ganz viel Zeit, unendlich viel Zeit zum Kuscheln, Dösen, Quatschen und lässt in aller Ruhe den Tag beginnen. Den freien Tag, wohlgemerkt. Ohne Termine, ohne Verpflichtungen.

Utopisch.

Tatsächlich drängt sich viel zu früh - eigentlich ist es noch mitten in der Nacht - der Wecker laut jaulend in meine Träume. Oder aber der Muppes holt mich sehr eindringlich, aber sicherlich nicht fröhlich brabbelnd und schmatzend, in den Tag, um seinen Hunger gestillt zu bekommen.
Die Sonne scheint nicht, schon gar nicht streichelt sie mich, dafür ist es viel zu früh. Selbst die Vögel schlafen noch. Mir stehen die Haare zu Berge, und mein Körper fühlt sich an, als wäre ich gerade erst ins Bett gefallen.
Kaum fähig, die Augen auf mehr als Halbmast zu öffnen, wanke ich entweder in die Küche, um die Flasche zuzubereiten oder ins Bad, um mich tageslichttauglich herzurichten - soweit das unter den Umständen überhaupt möglich ist. 
Je nachdem, wer schneller war: Wecker oder Muppes.

Möchte mir der Tag nur allzu deutlich signalisieren, dass ich besser im Bett geblieben wäre, stolpere ich unterwegs über Kater-Kotze (im besseren Fall - im schlechteren Fall trete ich mitten hinein), der ich dann erst mal mit Küchentüchern und lauten Flüchen zu Leibe rücke.

Nachdem Muppi und Mama abgefertigt sind wird es Zeit, die Madame zu wecken. Die Uhr tickt, der Kindergarten macht mehr oder weniger pünktlich das Tor zu, und Johanna wird natürlich nicht gut gelaunt von alleine wach, sondern muss so sanft wie nur irgend möglich aus dem Land der Träume geholt werden. An dieser Stelle darf ich anmerken: Es ist völlig egal, wie sanft man sie tatsächlich weckt, der Morgen ist für die Madame so oder so gelaufen.
Da sie von irgendjemandem dieser Familie - es ist mir ein Rätsel, von wem - das Morgenmuffelgen geerbt hat, kann das Vorhaben nur in die Hose gehen.

Nun hat man also eine unglaublich schlecht gelaunte Madame am Esstisch sitzen, auf der Krabbeldecke unterhält sich der Muppi mit seinem Spielzeug, und man selber ist erst in etwa eineinhalb Stunden wirklich ansprechbar.

Perfekter, guter Morgen, oder?

Die Madame möchte natürlich nicht frühstücken. Jedenfalls nicht sofort.
Erst, wenn man nach Schuhen und Jacke greift, um sich auf den Weg zum Kindergarten zu machen, fällt ihr ein, dass sie unbändigen, sofort und augenblicklich zu stillenden Hunger hat. 
Laut fällt ihr das ein. Sehr laut. Sehr weinerlich. 
Man hat Johanna nicht vorher bereits einige Male darauf hingewiesen hat, dass es Zeit ist zu frühstücken, weil es sonst bis zum Kindergarten nichts gibt.
Ganz nebenbei: Dieses Gejaule ist echt nervig, aber dieses Gejaule am frühen Morgen noch vor dem ersten Kaffee ist nicht zu ertragen!
Und während die Madame nun doch noch ihr Brot isst, hat der Muppes den Morgenschiss erledigt. Da gibt es kein Vertun. Die Duftmarke ist unverkennbar und überwindet sogar die Meter zwischen Spieldecke und Esstisch mühelos.

Nach einem gehetzten Blick auf die Uhr - tick-tack, tick-tack - eilt man mit einem ganz sicherlich nicht nach Lavendel duftenden Männlein auf dem Arm zum Wickeltisch, um die Schweinerei wieder in Ordnung zu bringen. Der gehetzte Blick auf die Uhr passiert dabei übrigens eher automatisch als dass er wirklich Sinn hätte, denn egal, wie spät es bereits ist, den Muppi lässt man so oder so nicht in seiner Verdauung sitzen. Selbst wenn man nur den Hauch einer Sekunde darüber nachdenken sollte, die Windel erst dann zu wechseln, wenn man vom Kindergarten zurück ist, macht Jonas sehr deutlich, was er davon hält, länger als unbedingt nötig mit einer Stinkbombe am Hintern sein Dasein fristen zu müssen. 
Sehr laut und sehr weinerlich macht er das deutlich.

Immerhin hat die Madame so eine letzte Galgenfrist für ihre viertel Scheibe Brot, an der sie - so unbändig hungrig! - herumnagt.




An guten Tagen schaffen wir den Rest nun spielerisch: 
Muppi sauber, Johanna satt, alle gewaschen, angezogen und einigermaßen vorzeigbar, die Kindergartentasche samt Frühstücksbrot gepackt, Schuhe und Jacke an der Madame ohne nennenswerte Zwischenfälle, Jonas in der Babyschale ohne nennenswerte Zwischenfälle, ab ins Auto, Kindergarten und zurück, auf die Couch fallen lassen, durchatmen. Muppi dabei nicht in der Babyschale im Flur vergessen, sondern vorher auf der Spieldecke platzieren!

An schlechten Tagen hat die Madame überhaupt keine Lust, sich Schuhe oder Jacke anzuziehen und es gibt einigen Diskussionsbedarf. 
Gerne wird vergessen, wo Plüschkater Tom zuletzt gesehen wurde (der muss natürlich mit in den Kindergarten!), und in aller Eile muss gesucht werden. Nicht zu verwechseln mit echtem Kater Eddy! 
Hat man dann endlich die Klamotte am Kind und den richtigen Kater in der Tasche, stellt man fest, dass Jonas doch einen Schluck zuviel Milch getrunken haben muss beim Frühstück. Milchsabber am Kinn, nasse Jacke oberhalb des Bauchnabels sitzt er in seiner Babyschale und grinst. Da man vergessen kann, auch nur annähernd pünktlich im Kindergarten anzukommen, schaut man gar nicht mehr gehetzt zur Uhr, sondern schnappt sich sofort den kleinen Mann, um ihm einen neuen, einen trockenen Dress zu verpassen.
Wenn man Glück hat, wartet die Madame brav im Flur.
Hat man nicht ganz so viel Glück, entledigt sie sich in der Zeit ihrer Jacke und Schuhe, weil es ja eh noch dauere und es zu warm sei, so die lapidare Aussage.

Ich gehe nicht weiter ins Detail, auch an solchen Tagen kommen wir irgendwie, irgendwann im Kindergarten an, und ich atme umso mehr durch, wenn ich wieder zu Hause bin und mich auf die Couch fallen lassen kann.
Alltag mit zwei Kindern? Ein Vergnügen, das ich nicht missen möchte.
Alles andere wäre viel zu langweilig!