Montag, 9. Dezember 2013

Tiefenentspannt

Am Samstag sind wir aus Versehen auf einem Weihnachtsmarkt gelandet.
Wir - das sind meine Mama, meine beiden Kinder und ich.

Das war gar nicht geplant, eigentlich wollte ich nur mal schnell in den Kinderladen, und ich hatte nicht auf dem Schirm, dass der dortige - ganz nebenbei wirklich wunderschön altstädtische - Weihnachtsmarkt nicht nur sonntags, sondern auch samstags geöffnet hat.

Wer uns schon so lange liest: Letztes Jahr waren Weihnachtsmärkte mit Johanna quasi nicht möglich. 
Die kleine Madame war derart reizüberflutet von Menschenmassen, Lichtern und Geräuschkulisse, dass sie sich heulend in ihrem Buggy versteckte. Kein Zustand, den man ihr länger als unbedingt nötig zumuten wollte.
Somit haben wir im Jahre 2012 keine Weihnachtsmärkte besucht - abgesehen von dem einen Versuch, der so gründlich in die Hose gegangen war und einem Besuch unter der Woche vormittags (aufgrund der Tageszeit nur sehr schwach besucht).

Nun kamen wir Samstag in der Stadt an und stellten recht erfreut fest: 
"Oh, Weihnachtsmarkt. Schön! Kann man ja mal drüber gehen."

Johanna bei Oma an der Hand, ich mit Jonas im Kinderwagen. 
Der Buggy wurde schon vor Monaten umständehalber abgeschafft.
Rechts Kinderwagen, links Buggy ist nicht wirklich möglich (oder nur mit ganz, ganz viel Geschick, einem sehr breiten Bürgersteig und gut gelaunten, verständnisvollen Mitmenschen), Geschwisterwagen ist mit einer vierjährigen, großen Schwester nun wirklich nicht nötig, somit wurde für Johanna, die sowieso kaum noch im Buggy gesessen hat, endgültig die Fußgänger-Ära eingeläutet.






Auf dem Marktplatz war eine große, lebendige Krippe aufgebaut, die bei den Kindern - auch bei Johanna - natürlich für Verzückung sorgte.

Bei mir hingegen sorgte Johannas tiefenentspanntes Auftreten für Verzückung. 
Gut gelaunt, kein bißchen ängstlich oder gar überfordert, lief sie an Omas Hand über den Weihnachtsmarkt, und selbst Stellen, an denen sich die Menschen knubbelten und wo man die Ellbogen zum Einsatz bringen musste, um vorwärts zu kommen, meisterte die Madame mit Bravour.
Ich war und bin begeistert!
Wieder etwas, das uns vor Augen führt, welche Fortschritte Johanna in den letzten zwölf Monaten gemacht hat.

Auch die Esserei bei solchen Unternehmungen hat sich extrem entschärft.
Ich muss keinen Brei mehr mitschleppen, den ich dann unter den schiefen Blicken meiner Mitmenschen ("das große Kind isst Babybrei - was hat die Mutter denn bitte falsch gemacht?") anrühre.
Wir sind zwar noch weit entfernt von "normal", aber nun reichen Knäckebrot oder Kekse oder sowas, um den Hunger zu überbrücken.




Perfekt ist es noch nicht, und dass das funktioniert hängt sehr von Johannas Tagesform und Laune ab, aber ich provoziere es nun auch, indem ich schlicht nichts anderes - speziell keinen Brei - dabei habe, wenn wir längere Zeit unterwegs sind.
Ich denke, nun sind wir an dem Punkt angekommen, an dem man auch mal sagen kann: "Du kannst jetzt [dieses oder jenes] essen oder du musst warten, bis wir zu Hause sind."
Meistens entscheidet sich Johanna dann für [dieses oder jenes].

Gerade jetzt, wo ich die Tasche vollgepackt habe mit Fläschchen, Wasser, Milchpulver und Co. für den kleinen Mann bin ich umso erleichterter, dass ich mir diesen ganzen Kram für Johanna endlich sparen kann!

Apropos kleiner Mann: Der ist auch tiefenentspannt.
Im dicksten Trubel hält Jonas ein Nickerchen.



Kommentare:

  1. Ich freue mich für euch, für diesen Fortschritt!!!! Hach das ist wunderbar.... wie sehr sich das bei euch mit Johanna gewandelt hat. Ich bin vor einigen Monaten in diesem Blog gelandet, als es um die fahrt nach München ging... die du dann abgesagt hast!
    Und dein bauchgefühlt hatte recht!!!! Das freut mich sooooo sehr!

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  2. Oh… Das ist wirklich schön! Toll das deine grosse sich jetzt für sowas begeistern kann! Viel Spass auf ganz vielen tollen Märkten!

    Hast du Lust mit zu machen??
    http://konsolenmami.blogspot.de/2013/12/best-blog-award-ich-wurde-getagt.html

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