Dienstag, 12. November 2013

Familie K. und das Essen

Ich sitze in einer riesigen Seifenblase, die den Stempel "Déjà-vu" trägt, und fliege durchs Säuglingsschlaraffenland.

Das Thema "Essen" lässt uns einfach nicht los.
Der kleine Bruder tritt in die Fußstapfen seiner großen Schwester.
Somit haben wir gestern - deutlich vor der für Ende November angesetzten U3 - einen Ausflug gemacht. 
Einen Ausflug zum Kinderarzt.




Vor genau drei Wochen ist Jonas auf die Welt gekommen (drei Wochen schon... Wahnsinn!), und er hat sein Geburtsgewicht immer noch nicht wieder erreicht. Im Gegenteil, wir sind nach wie vor weit davon entfernt.

Bei einem Flaschenkind lässt sich die ganze Futterchose sehr gut nachvollziehen.
Jonas trinkt nicht genug (eine Mahlzeit täglich mehr und etwas mehr Menge pro Mahlzeit dürfte es laut Doc schon sein), und er braucht bis zu zwei Stunden für ein Fläschchen.
Sehr nervig, und gerade diese lange Trinkdauer wirft im Grunde den ganzen Tag und jegliche Planung über den Haufen.

Und damit sind wir schlagartig bei Johanna.
Damals war es haargenau so. Mit dem einzigen, kleinen Unterschied, dass sie trotzdem relativ gut zugenommen hatte. Zumindest wurden wir nicht wegen Gewichtsstagnation zum Arzt geschickt.
Ihr kleiner Bruder hingegen legt so gut wie gar nicht an Gewicht zu.

Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn einfach mal alles glatt laufen würde.
Die gute Nachricht: Es gibt keinen Hinweis auf irgendeine Krankheit.
Die Sache mit der Esserei liegt wohl einfach in der Familie, jedenfalls bei meinem Mann und unseren Kindern. 
Wenn auch Jonas auf Thomas kommt kann man ihm eh quasi nen Trichter in den Mund stecken und die Milch permanent laufen lassen, er wird nicht zunehmen. Genau wie Johanna.
Sehr gemein, dass gerade ich als jemand, der bereits beim Anschauen von Schokolade 2kg mehr auf den Hüften hat, solch eine Familie abbekommen hat. 
Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit?

Der Doc verstand es übrigens außerordentlich gut, das Positive an der ganzen Problematik herauszukehren: "Sie sind ja bereits kampferprobt dank Johanna. Jonas braucht einfach viel Zuwendung und Aufmerksamkeit bei der Nahrungsaufnahme, und darin haben Sie ja Übung."

Richtig, habe ich.
Ich wollte meine Erfahrungen aber nicht wieder anwenden müssen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und somit hoffe ich, dass Jonas einfach ein paar Tage länger braucht, um im Leben anzukommen, um zu verstehen, dass man regelmäßig und ausreichend trinken muss, um groß und stark zu werden, und dass uns nicht dasselbe Drama blüht, wie wir es mit Johanna erlebt haben.

Und bis der kleine Mann das verstanden hat, werden wir weiterhin beim Trinken immer mal wieder Kinn und Füßchen stimulieren, damit er auch brav an der Flasche kleben bleibt, vielleicht in weniger als zwei Stunden fertig wird und gleichzeitig aber mehr als nur wenige Milliliter getrunken hat.



Kommentare:

  1. Oh das klingt nicht so gut.. Hoffe das ändert sich bald! Alles Gute!

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  2. HI, ich weiss ja nicht ob euch das hilft aber unser Sohn hat am Anfang auch 2Std für ein Fläschchen gebraucht, dann haben wir die Marke gewechselt (Von NUK weil die an die Milchpumpe passten zu AVENT) Seit dem ging das ganze innerhalb von 10 Minuten…

    Viel Kraft und Geduld euch!
    LG

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