Samstag, 30. November 2013

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Es ist noch gar nicht der erste Advent, und es brennt auch nicht ein Lichtlein, sondern es brennen ganz, ganz viele.

Ich habe mich nämlich verkauft.
Die Kerzen, die eigentlich geplant waren, passten natürlich nicht auf/in/zum fertigen Advents"kranz"(ding). 
(Dieses gibt es morgen zu sehen. Dann erklärt sich auch, warum es ein Advents"kranz"(ding) ist.)

Somit saß ich auf einem riesigen Haufen Schwimmkerzen in Sternenform und wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte.
Bis sich eine Vorstellung in meinem Kopf konkretisierte.

Ich sah Gläser, viele Gläser.
Ein Tablett.
Viele Gläser auf einem Tablett.
Und ich sah Wasser.
Wasser in den Gläsern für die Schwimmkerzen.

Wie es der Zufall wollte war Johannas Adventskalenderbefüllung - ein Stempelset von Melissa & Doug, auf das ich dank pirum Holzspielzeuge (toller Shop!) aufmerksam geworden war - in einem genau passend großen Holztablett verpackt. 

Und mit diesem Tablett ergab sich der ganze Rest.
Gläser habe ich immer genug da, bißchen Masking Tape mit weihnachtlichen Motiven gibt es auch, und mehr braucht es nicht.




Den Vormittag verbrachten Johanna und ich somit pinselschwingend am Wohnzimmertisch, zum Glück konnte ich auch die Madame mit Pinsel, Farben und zwei Holzkistchen beschäftigen, die ich noch aus einer Bastelkiste ausgegraben hatte.





Das Holztablett malte ich dunkelbraun an und fixierte das Ganze anschließend mit seidenmattem Sprühlack.




Dann verteilte ich unterschiedlich große Gläser darauf, die ich mit Masking Tape in Weihnachtsstimmung versetzt hatte.
Das Schöne am Masking Tape ist, dass ich es rückstandslos wieder entfernen und die Gläser neu dekorieren kann, wenn die Adventszeit vorbei ist. 
Ganzjährig nutzbar. Hervorragend.




Wasser habe ich frei Schnauze eingefüllt, mal mehr, mal weniger, die Kerzen zu Wasser gelassen und im abendlichen Halbdunkel ergibt sich dann folgendes, stimmungsvolles Bild.




Nun ist hier dank ein paar einfachen Kerzen ganz heimelige Vorweihnachtsstimmung eingezogen.
And I love it.
Daran kann ich mich jetzt den ganzen Abend satt sehen.




Oooah... noch ein Adventskalender...

... könnte man mit einem gelangweilten Gähnen von sich geben, aber nein!
Dieser Adventskalender gefällt mir außerordentlich gut!

Kaum naht der Dezember mit riesigen Schritten, wird man von allen (virtuellen) Seiten mit den 24-türigen Gesellen zugeschüttet, vor Jahren habe ich mich wahllos öffnend durchs weltweite Netz geklickt, inzwischen selektiere ich aber ganz ordentlich.
Mir fehlt schlicht die Zeit, mich durch hunderte Kalender jeden Tag zu wurschteln, umso schöner, dass windeln.de einen recht hochwertig bestückten Selbigen anbietet!

Kennt ihr windeln.de?
Hierbei handelt es sich um einen super Shop rund ums Baby
Gerade jetzt mit frisch geschlüpftem Jonas bin ich dort wieder Stammkunde. 
Und nicht nur dort, sondern auch im angeschlossenen Shoppingclub windelbar.de
Schnäppchenjagd!

Ein Vögelchen zwitscherte mir jedenfalls, dass der Onlineshop dieses Jahr einen richtig gut bestückten Adventskalender präsentieren wird.

Unter anderem gibt es wunderbare Babykleidung zu gewinnen, eine Babytrage von Cybex, den allseits beliebten Tripp Trapp von Stokke und tatsächlich auch einen Jahresvorrat an Windeln von Pampers
Das wäre für uns natürlich der Knaller!
Jonas produziert Windeln... das ist nicht mehr feierlich.

Ich bin schon ganz neugierig und gespannt und werde sicherlich jeden Tag voller Hoffnung ein Türchen öffnen. 
Auch optisch finde ich den Kalender sehr gelungen.

Wenn auch ihr mal einen Blick bzw. einen Klick täglich die kommende Adventszeit riskieren wollt, dann schaut mal dort: Adventskalender!

Übrigens, auch der Muppes hat nun die festlich beleuchtete Adventszeit eingeläutet.
Jonas bekommt zwar noch nichts davon mit, aber Thomas konnte scheinbar dennoch nicht widerstehen, dem Laufstall eine heimelige Beleuchtung zu verpassen.




In diesem Sinne eine schöne Adventszeit euch allen und viel Glück bei diesem und jedem anderen Adventskalender!

Dienstag, 26. November 2013

Ein Adventskalender für die Madame

Endlich habe ich bei all dem Kleinkind- und Säuglingsgedöns, zwischen Windeln, Fläschchen, Terminen und Sorgen Zeit (und auch Lust) gefunden, den diesjährigen Adventskalender für die Madame zu gestalten.

Gefüllt ist er noch nicht, ein paar Tage sind es ja noch bis zum ersten Dezember.
Aber fertig ist er. 
Und ich bin wahrlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Ein bißchen Bastelei war natürlich nötig, aber wirklich nur ein bißchen.

24 braune Tüten, weihnachtliches Masking Tape, bißchen anderes Dekogedöns, eine lange Kordel (3m in meinem Fall) und nette "Wäscheklammern" zum Befestigen (gabs die Tage mal beim großen Kaffeeröster), mehr braucht es nicht.





Die Tüten habe ich mit entsprechenden Zahlenaufklebern versehen und mich ein wenig mit dem Tape und dem restlichen Dekozeug ausgetobt.
Anschließend habe ich sie auf die Leine gehangen wie Wäsche zum Trocknen.
Die Kordel hatte vorher freundlicherweise mein Männe an die Wand gespannt.




Und so sieht unser diesjähriges Kunstwerk aus.
Mir gefällt es außerordentlich gut, und ich bin gespannt, was Johanna gleich sagen wird, wenn sie nach Hause kommt.




Sonntag, 24. November 2013

Erkenntnis des (Frei-)Tages: Waagen wiegen unterschiedlich...

... oder auch: Zu früh gefreut!

Was haben wir gejubelt über das Wiegeergebnis der Hebamme letzten Montag.
Eine Zunahme von 210 Gramm wäre auch zu schön gewesen.

Leider war das Ergebnis nicht wirklich repräsentativ, da es sich um die Vertretungshebamme (meine war die Woche im Urlaub) mit ihrer Vertretungswaage handelte. Und diese weicht wohl deutlich nach oben ab.

Freitag bei der U3 beim Kinderarzt wurden wir von der Realität eingeholt. 4070 Gramm wiegt Jonas nun. Somit hat er seit der Geburt - und die ist bald fünf Wochen her - ganze 370 Gramm zugenommen. Hat so gerade endlich sein Geburtsgewicht überschritten. Normalerweise legt ein Säugling in dem Alter derart in ein bis zwei Wochen zu. Nicht in fünf.

Entsprechend besorgt zeigt sich weiterhin unser Kinderarzt.
Und nen dicken Eintrag haben wir auch jetzt im U-Heft stehen.




Man kreist wieder ums Essen.
Führt Buch darüber, wieviel der Junge wann in welcher Zeit trinkt, weil man dauernd diese Fragen gestellt bekommt von Arzt und Hebamme und sich die Daten ohne handschriftliche Datenbank nicht merken kann, dabei ist der Muppes doch so viel mehr als die Esserei.

Er ist ein sehr wacher, aufmerksamer, kleiner Kerl, der bereits mit seiner Umwelt Kontakt aufnimmt, die Personen fixiert und sogar mit Lachen und Lächeln auf Ansprache reagiert. Selbst erste Laute kommen ihm bereits über die Lippen. Und damit ist er sehr früh dran, wird mir von allen Seiten bescheinigt.

Nur weil er solch einen tollen, gesunden, wachen Allgemeinzustand präsentiert sind wir noch nicht im Krankenhaus gelandet. Nun haben wir eine letzte Deadline bis Freitag bekommen. Zeigt sich bis dahin trotz guten Trinkverhaltens keine deutliche Gewichtszunahme bekommen wir die Einweisung.

Und das muss doch wirklich nicht sein...

Mittwoch, 20. November 2013

Ein Monat...

... ist Jonas nun schon bei uns.

Gestern vor vier Wochen kam er zur Welt.

Inzwischen haben wir uns alle miteinander eingelebt.
Auch Jonas selber ist nun im Hier und Jetzt angekommen.

Nach einem Monat haben wir endlich durchschaut, wie wir unseren Jungen satt und zufrieden bekommen.




Die Fläschchen und Sauger von NUK sind die Lösung. 
(Hoffentlich bestätigt sich das Freitag bei der U3 auf der Waage.)

Der Papa hat ihm den Spitznamen "Muppes" verpasst.
Johanna wurde parallel zu "Stuppes".

So bringen nun Muppes und Stuppes ordentlich Leben in die Bude.

Muppes schläft nachts fein in seinem Bettchen, inzwischen entschwindet er sogar meistens recht zügig ins Land der Träume und verweilt dort an die sechs Stunden, bevor er uns (in der Regel) genau einmal rauskräht zur Fütterung.

Er hat einen sehr wachen Blick, verfolgt alles sehr aufmerksam, und seine Wachphasen tagsüber werden tatsächlich schon etwas ausgedehnter. Trotzdem verbringt er viele Stunden schlafend.

Der Muppes schreit kaum, moppert wirklich nur rum, wenn er Hunger hat oder ein Furz/Bäuerchen quer sitzt, und letzteres kommt zum Glück nur sehr selten vor.

Seit kurzem belohnt er unser an ihn gerichtetes Gebrabbel häufig mit einem wunderbaren Lachen.




Leider schlagen die Hormone in Form der Neugeborenenakne gnadenlos zu, aber glücklicherweise wird diese in einigen Tagen/Wochen von ganz alleine wieder verschwinden. 
Hoffentlich.

Nun schauen wir mal, was der zweite Monat uns so bringt.

U8 mit Bravour gemeistert!

Im Moment renne ich von einem Kinderarzt-Termin zum nächsten.
Wie das mit zwei kleinen Kindern eben so ist.

Heute befand sich Johanna im Fokus. 
Die U8 stand an.




Ich kann es kurz machen: 
Unser Kinderarzt ist total begeistert davon, wie sich die Madame in den letzten 12 Monaten entwickelt hat und war voll des Lobes.

Kognitiv ist Johanna nach wie vor ganz weit vorne, kann viele Dinge, die andere Kinder ihres Alters in der Form noch nicht können, und auch motorisch hat sie so viel aufgeholt, dass sie jetzt tatsächlich ein [Zitat] "ganz normales Mädchen" [Zitatende] ist.
"Und das haben Sie als Mutter nun auch verdient." schob der Doc noch mit einem Lächeln hinterher.
Danke, finde ich auch.
Und freue mich wie Bolle.

Ich bin sowas von stolz auf Johanna.
Ganz offiziell sind wir nun auch von der Arztseite aus therapiefrei, sobald die Rezepte in etwa zwei Wochen aufgebraucht sind. Den lächerlich klein erscheinenden Rest (im Vergleich zu dem, was sich vor drei Jahren an Problemen vor uns aufgetürmt hat) wird nun die Zeit erledigen.
Zumal das alles wirklich nur noch Kopfsache bei Johanna ist.
Sie kann alles, sie traut sich nur nicht. 
Ist ein sehr vorsichtiger, eigenwilliger Mensch mit Angst vor bzw. Unbehagen bei Unbekanntem und Neuem.
Ihre Freundinnen werden es richten. Das Prinzip der Nachahmerei.
Wird schon werden. Ganz sicher.

Montag, 18. November 2013

Unser Sorgenjunge ist kein Sorgenjunge mehr!

Neues von der Jonas-Essens- (bzw. Trink-) Front: Es gibt keine Front mehr!

Und die Lösung war so einfach!

Er kam mit den Fläschchen (vielmehr den Saugern) von Avent nicht zurecht. 
Das wars. 
Des Pudels Kern.

Nachdem Jonas Samstagabend mal wieder (wie immer eigentlich) ne gute Stunde an seinen 50ml Milch rumgenuckelt hatte, obwohl er deutlich Hunger angemeldet hatte, wurde es mir zu bunt, und ich bat Thomas, einfach mal ne Flasche samt Sauger von NUK aus dem Schrank zu holen (wir sind ja voll ausgestattet...).
Nachdem die Milch umgefüllt war verschwand die zweite Hälfte des Fläschchens innerhalb von zehn Minuten völlig problemlos im Bäuchlein von Jonas. 
Sofort stellte ich komplett auf NUK um, und seitdem trinkt Jonas seine Milch, als hätte er nie etwas anderes getan.
Dabei sind es im Grunde erst zwei volle Tage, aber der Unterschied ist so deutlich wie Tag und Nacht:

Das Männlein trinkt innerhalb von 30 bis 40 Minuten sein Fläschchen, hat gleichzeitig die Trinkmenge pro Flasche deutlich erhöht, und er trinkt auch noch eine Mahlzeit mehr pro Tag.
Also ist nun alles genau so, wie es der Kinderarzt im besten Fall haben wollte.

Wir sind nicht mehr den ganzen Tag mit Füttern beschäftigt.
Bei den Avent-Flaschen hatte Jonas schlicht das Problem, dass er den Sauger nicht optimal umschlossen hat, dadurch zu viel Luft zog (vermute ich), über das anstrengende Trinken derart ermüdete, dass er wegpennte, wodurch wir Stunden mit einer Ladung Milch zugange waren, und geschwitzt hat der arme Kerl dabei auch noch wie Hulle.

Nun haben wir ein völlig ausgeglichenes, kleines Männlein mit einem nahezu ordentlichen Trink-Schlaf-Rhythmus, ner vernünftigen Trinkzeit, ner ordentlichen Trinkmenge insgesamt, und das Beste zum Schluss: 
Es zeigt sich auch auf der Waage!

Unsere Hebamme konnte es heute kaum fassen (ich auch nicht, ganz nebenbei): 
4190 Gramm wiegt das Kerlchen nun. 
Somit hat er seit Donnerstag 210 Gramm zugenommen.
Das ist mehr Gewichtszunahme als in der gesamten Zeit seit der Geburt vorher zusammen!

Ich bin so erleichtert!
Unser Männlein ist völlig in Ordnung, trinkt gut und nimmt endlich so zu, wie er zunehmen soll.
Kein weiteres Essproblem in der Familie K.
Kein weiterer Krankenhausaufenthalt.

Einfach pure Erleichterung.

Freestyle-Kindergeburtstag

Letzte Woche ist die Madame 4 Jahre alt geworden, natürlich stand noch der dazugehörige Kindergeburtstag an.

Als perfekte Gelegenheit hatte sich der letzte Freitag angeboten.
Aufgrund einer Fortbildung war der Kindergarten geschlossen, somit hatten wir Johannas Kindergartenmädels samt Muttis und eventuellen Geschwisterkindern zu einem ausgedehnten Geburtstagsfrühstück, welches sich bis zum Nachmittagskaffee ausdehnte, und gemeinsamem Spielen eingeladen.





Vier kleine Mädchen, zwei mehr oder weniger mobile Geschwisterkinder (der eine mehr, die andere weniger mobil), dazu Johanna und Jonas, außerdem vier Muttis, Thomas und ich - die Bude war voll.

Gott sei Dank konnte sich Thomas für den Tag freinehmen. 
Alleine hätte ich das alles - Vorbereitungen, Geburtstag selber und Jonas dazwischen - gar nicht geregelt bekommen. Oder die Gäste hätten ganz schön oft alleine im Wohnzimmer gesessen.

Das Frühstück kam sehr gut an, sowohl bei Groß als auch bei Klein, und die Mädels spielten erstaunlich friedlich, aber deshalb nicht unbedingt weniger laut, miteinander.
Mal oben in Johannas Zimmer, mal unten bei uns im Wohnzimmer.
Großartig Programm in Form von Spielen oder ähnlichem hatte ich mir nicht ausgedacht - keine Zeit, keine Lust, keine Notwendigkeit.

Für die Geschwisterkinder in krabbelfähigem oder zumindest schon aufnahmefähigem Alter hatte ich irgendwann die Rainforest Spieldecke von Fisher-Price ausgepackt, merkwürdigerweise fand die bei den großen Kindern (die plötzlich wieder ganz klein waren) aber viel mehr Anklang.
Den Härtetest hat sie jedenfalls mit Bravour bestanden.




Nach dem Nachmittagskaffee mit selbstgebackenen Muffins (auch da hatte ich es mir leicht gemacht, mit Säugling ist aber auch einfach nicht so viel Zeit, dass ich mich Ewigkeiten in die Küche stellen könnte) konnten sich die Mädels noch eine Runde auf unserem direkt vor der Tür gelegenen Spielplatz austoben.

Es war zwar a***kalt, aber warm eingepackt hatte die Truppe trotzdem jede Menge Spaß.





Am späten Nachmittag löste sich die Gruppe schließlich müde, aber glücklich auf, und es kehrte wieder Ruhe ein.
Jedem Mädel hatte ich in einer nächtlichen Aktion (tagsüber war mir irgendwie die Zeit flöten gegangen) noch ein Erinnerungs- und Mitnahmeglas vorbereitet, welches mit Freude entgegen genommen wurde.




Obwohl es kein Programm gab und die Mädchen schlicht tun und lassen konnten, was sie wollten, während die Muttis im Wohnzimmer rumsaßen und aßen und quatschten, war es ein meiner Meinung nach durchaus sehr gelungener Kindergeburtstag, und auch Johanna hat ihren Tag sehr genossen.

Nächstes Jahr auf ein Neues.

Mittwoch, 13. November 2013

Großes kleines Mädchen!

Heute vor vier Jahren ist Johanna auf die Welt gekommen.




Vier Jahre ist das schon her! Meine Güte...

Vier Jahre voller wunderbarer Momente, aber auch voller Sorgen, Angst, Verzweiflung und letztendlich unbändiger Freude darüber, dass das kleine Mädchen groß geworden ist und seine eigenen Ängste zu überwinden gelernt hat.




Dieses Jahr ist das erste Jahr, in dem Johanna nicht vor Überforderung angefangen hat zu blockieren und zu weinen, sondern sie hat sich "ganz normal" gefreut und ein wenig geniert (wie das kleine Kinder so machen), um sich dann mit einem Lachen im Gesicht auf die Geschenke zu stürzen.




Und dieses Jahr ist das erste Jahr, in dem Johanna von ihrem eigenen Geburtstagskuchen isst. 
Nicht einfach nur zuguckt oder allenfalls mal ableckt, sondern sie beißt richtig rein und isst. 
Damit macht sie an ihrem Geburtstag uns das wohl größte Geschenk. 

Dank einer gewissen Grundsentimentalität bei diesem Thema und den Post-Schwangerschaftshormonen, die wohl immer noch durch meinen Körper wuseln und sich auf diese Sentimentalität stürzen wie der hungrige Hund auf ein saftiges Stück Fleisch könnte ich glatt heulen vor Freude und Rührung.
Mache ich aber nicht, sondern zücke stattdessen die Kamera.




Traumhaftes Bild. 
Ganz ehrlich.

Letztes Jahr vor ihrem Geburtstag hatte ich bereits gehofft, dass Johanna uns an ihrem Tag mit solch einem Anblick beglücken würde und wurde ziemlich enttäuscht.
Nun liegt ein weiteres Jahr hinter uns, ein Jahr voller riesiger Fortschritte, Entwicklungssprünge, ein Jahr, in dem Johanna in ihren Therapien und auch in den Zeiträumen drumherum immer wieder über sich selbst hinausgewachsen ist, und das ist nun der unbezahlbare Lohn: Sie isst.




Natürlich war Johanna kaum in den Kindergarten zu bewegen. 
Sie wollte viel lieber ihren Muffin essen und mit den Geschenken spielen. 
Da ich mich aber extra gestern Abend noch in die Küche gestellt und Muffins für den Kindergarten gebacken habe, kam natürlich überhaupt nicht in Frage, dass sie zu Hause bleibt. 
Außerdem erlebt man an seinem Ehrentag sicherlich eine ganze Menge mehr im Kindergarten als sowieso schon.
Ich bin gespannt auf Johannas Erzählungen heute Nachmittag.

Dienstag, 12. November 2013

Familie K. und das Essen

Ich sitze in einer riesigen Seifenblase, die den Stempel "Déjà-vu" trägt, und fliege durchs Säuglingsschlaraffenland.

Das Thema "Essen" lässt uns einfach nicht los.
Der kleine Bruder tritt in die Fußstapfen seiner großen Schwester.
Somit haben wir gestern - deutlich vor der für Ende November angesetzten U3 - einen Ausflug gemacht. 
Einen Ausflug zum Kinderarzt.




Vor genau drei Wochen ist Jonas auf die Welt gekommen (drei Wochen schon... Wahnsinn!), und er hat sein Geburtsgewicht immer noch nicht wieder erreicht. Im Gegenteil, wir sind nach wie vor weit davon entfernt.

Bei einem Flaschenkind lässt sich die ganze Futterchose sehr gut nachvollziehen.
Jonas trinkt nicht genug (eine Mahlzeit täglich mehr und etwas mehr Menge pro Mahlzeit dürfte es laut Doc schon sein), und er braucht bis zu zwei Stunden für ein Fläschchen.
Sehr nervig, und gerade diese lange Trinkdauer wirft im Grunde den ganzen Tag und jegliche Planung über den Haufen.

Und damit sind wir schlagartig bei Johanna.
Damals war es haargenau so. Mit dem einzigen, kleinen Unterschied, dass sie trotzdem relativ gut zugenommen hatte. Zumindest wurden wir nicht wegen Gewichtsstagnation zum Arzt geschickt.
Ihr kleiner Bruder hingegen legt so gut wie gar nicht an Gewicht zu.

Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn einfach mal alles glatt laufen würde.
Die gute Nachricht: Es gibt keinen Hinweis auf irgendeine Krankheit.
Die Sache mit der Esserei liegt wohl einfach in der Familie, jedenfalls bei meinem Mann und unseren Kindern. 
Wenn auch Jonas auf Thomas kommt kann man ihm eh quasi nen Trichter in den Mund stecken und die Milch permanent laufen lassen, er wird nicht zunehmen. Genau wie Johanna.
Sehr gemein, dass gerade ich als jemand, der bereits beim Anschauen von Schokolade 2kg mehr auf den Hüften hat, solch eine Familie abbekommen hat. 
Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit?

Der Doc verstand es übrigens außerordentlich gut, das Positive an der ganzen Problematik herauszukehren: "Sie sind ja bereits kampferprobt dank Johanna. Jonas braucht einfach viel Zuwendung und Aufmerksamkeit bei der Nahrungsaufnahme, und darin haben Sie ja Übung."

Richtig, habe ich.
Ich wollte meine Erfahrungen aber nicht wieder anwenden müssen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und somit hoffe ich, dass Jonas einfach ein paar Tage länger braucht, um im Leben anzukommen, um zu verstehen, dass man regelmäßig und ausreichend trinken muss, um groß und stark zu werden, und dass uns nicht dasselbe Drama blüht, wie wir es mit Johanna erlebt haben.

Und bis der kleine Mann das verstanden hat, werden wir weiterhin beim Trinken immer mal wieder Kinn und Füßchen stimulieren, damit er auch brav an der Flasche kleben bleibt, vielleicht in weniger als zwei Stunden fertig wird und gleichzeitig aber mehr als nur wenige Milliliter getrunken hat.



Sonntag, 10. November 2013

Highspeed-Mama und -Papa

In den meisten Fällen lässt sich der Nachwuchs ganz schön Zeit damit, auf die Welt zu kommen - jedenfalls nach meinen persönlichen Erfahrungen. 
Doch quasi mit Abgehen der Nachgeburt wird der Schalter umgelegt, der aus dem bisher ganz angenehmen, gesetzten Leben einen Alltag im Highspeed-Modus macht.

Von Entschleunigung ist allüberall die Rede. 
Mit einem Neugeborenen kann man nicht mehr von Termin zu Termin hetzen, bleibt eher mal zu Hause, macht es sich gemütlich, versucht, den Alltag mit Kleinkind und Säugling zu regeln. 
Prinzipiell ist das ja richtig, dafür muss man an anderer Stelle aber ganz schön beschleunigen.




Die ganz Kleinen haben zum Beispiel ein unsagbares Talent dafür, genau dann Hunger anzumelden (und das ganz schön vehement, wie man weiß), wenn man sich selber gerade den Teller vollgeladen hat. Dabei ist es völlig unerheblich, um welche Uhrzeit man seinen Hunger stillen möchte, ob man es regelmäßig zur selben Zeit versucht, oder ob man, gewitzt, wie man ist, unterschiedliche Uhrzeiten ausprobiert. 
Die Kleinen riechen das. 
Vermutlich wortwörtlich. 
Und kaum sitzt man vor seinem Essen, kräht der Nachwuchs von hinten nach Nahrung.
Irgendwann geht man zu kalter Kost über, schließlich isst man eh nur noch kalt, auch Gekochtes, und man versucht dennoch - auch wenn es nicht mehr kalt werden kann - fertig zu werden (wenigstens ein paar Bissen gegessen zu haben), bevor der Schreihals sich meldet.
Highspeed-Essen par excellence.
Ein besonderes Highlight ist es, wenn Mama und Papa aufgegessen haben, bevor Jonas sich meldet.
Das allerdings ist in den knapp drei Wochen, die das Männlein nun bei uns ist, genau einmal vorgekommen.
Ob Frühstück, Mittag-, Abendessen oder Snack spielt dabei übrigens überhaupt gar keine Rolle.

Ein anderes Thema ist das Wickeln. 
Vor allem das Wickeln eines kleinen Jungen.

Ist man an den ersten zwei Tagen noch sehr vorsichtig und unbeholfen, weil man diesen winzigen, zerbrechlichen Körper gar nicht mehr gewohnt ist (Johanna wiegt immerhin knapp 16kg und ist nicht mehr wirklich zerbrechlich) und Angst hat, etwas kaputt zu machen, wenn man zu feste drückt oder zieht oder was auch immer macht, legt man diese langsame Vorsicht spätestens dann ab, wenn man das erste Mal angepinkelt worden ist.
Mutter Natur hat es leider so eingerichtet, dass kleine Jungs gerne mal wild durch die Gegend urinieren (und das meine ich wörtlich!), wenn es frisch wird am Poppes.
Jonas ist da keine Ausnahme.
Ziemlich schnell liegt bei jedem Wickeln ein Tuch parat, das man gegebenenfalls überwerfen kann, sobald es nass zu werden droht, und ein Auge klebt die ganze Zeit am winzigen Schniepi, um ja kein noch so geringes Anzeichen zu übersehen. 
Dabei wickelt man im absoluten Highspeed-Modus, damit es gar nicht erst zu einem Unglück kommen kann.
Dumm nur, wenn sich der kleine Mann bis unter die Achseln eingeschissen hat. 
Dann kann man Highspeed getrost vergessen. 

Was auch immer zu erledigen ist, quetscht man in die wenigen Stündchen zwischen den Raubtierfütterungszeiten, vor allem, wenn es Dinge sind, die außer Haus zu erledigen sind.

Ja, man sortiert vielleicht die Verpflichtungen um, die schon vor dem Neuankömmling bestanden haben, oder man cancelt die ein oder andere Geschichte ganz, aber von Entschleunigung kann wirklich keine Rede sein.
Seit der Ankunft mit Jonas zu Hause fühle ich mich gerade in diesen kleinen Alltagssituationen wie eine Schnecke auf Speed.
Eigentlich hundemüde und entsprechend bewegungsfaul, langsam und kaum aufnahmefähig, aber gleichzeitig gezwungen, durch die alltäglichen Arbeiten und Aufgaben zu hetzen.

Und genauso, wie man mit der Geburt in den Highspeed-Modus schaltet, leuchtet schlagartig wieder das omnipräsente Säuglings- und Kleinkinderbetreuungs- und Erziehungsmantra auf: 

Es ist nur eine Phase!



Samstag, 2. November 2013

Johanna mutiert zur Allesesserin

Über lauter Jonas darf natürlich Johanna nicht vergessen werden.

Die kleine - nun große - Madame legt derzeit ein Benehmen an den Tag... zum Abgewöhnen.
Dank der Kindergarten-Mutti-Clique weiß ich allerdings zum Glück, dass das nicht nur bei uns so ist, sondern die Mädels stehen sich da alle in nichts nach.
Man möchte sich mit knapp vier Jahren eben behaupten, selbst bestimmen und generell zu allem erst mal "Nein" sagen und Kontra geben.
Wirklich herrlich!

Das soll aber grad gar nicht das Thema sein.
Denn bei all diesem nervigen Erziehungskampf - Vierjährige können wirklich sehr stur sein! - überwiegen dennoch Stolz und Freude über Johannas Fortschritte, was das Essverhalten angeht!

Zwar ist die Mahlzeit erster Wahl, wenn sie wirklich Hunger hat, immer noch ihr Brei, trotzdem passiert es inzwischen hin und wieder, dass sie gar nicht mehr dazu kommt, ihre Hauptmahlzeit einzunehmen, weil sie sich vorher schon an anderen, "richtigen" Dingen satt gegessen hat.
Mittlerweile sogar auch richtig harte Dinge!
Knäckebrot steht hoch im Kurs, das verspeist sie scheibenweise. Ohne Belag zwar, aber man will ja keine Ansprüche stellen.
Auch Nudeln mit Tomatensauce hat sie inzwischen probiert. Und nicht nur eine Nudel, nein, eine ganze Hand voll ist verschwunden.
Pommes, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch (vor allem Hühnchen), Obst und Salat, natürlich auch Kekse und Süßigkeiten... Johanna ist nicht besonders zimperlich.
Sie probiert alles, ob herzhaft, süß, salzig, sauer oder, oder, oder. 
Nur scharf ist nicht so ihr Ding.
Aber welche Drei- oder Vierjährige isst schon gerne scharf?

Mittlerweile sitzen wir wie eine ganz normale Familie am Frühstückstisch, und die Madame isst zusammen mit uns Brötchen und Brot, Wurst und Käse. 
Nicht in Mengen, die satt machen würden, aber das macht nichts. Wichtig ist, dass sie isst.
Dass es immer mehr wird, dass sie Fortschritte macht anstatt Rückschritte.




Wer hätte Anfang des Jahres geglaubt, dass wir noch im gleichen Jahr solch einen Anblick würden genießen dürfen?

Einfach toll.
Und weil sie solch großartige Fortschritte gemacht hat und weiterhin bald täglich macht, werden wir erst mal Therapiepausen einlegen, sobald in drei Wochen die Rezepte aufgebraucht sind. Sowohl Ergo als auch Logo lassen wir bis auf Weiteres ruhen und schauen, wie sich Johanna von alleine weiterentwickelt.

Wir sind natürlich immer noch nicht am Ziel aller Träume.
Vom "normalen" Essen sind wir nach wie vor relativ weit entfernt. Nicht mehr so weit wie letztes Jahr um die Zeit oder noch vor einigen Monaten, aber wir haben weiterhin einen langen Weg vor uns.

Doch auch diesen werden wir hinter uns bringen, und es wird die Zeit kommen, da ist Brei Geschichte und Johanna ernährt sich stattdessen wie jedes andere Kind auch. Davon bin ich fest überzeugt.