Mittwoch, 30. Oktober 2013

Johannas leuchtender Gefährte

Das Kinderzimmer befindet sich nun in der oberen Etage, und der Winter ist im Anmarsch. 
Ein Vorbote, Dunkelheit lange am Morgen und früh am Abend, ist schon da.

Gleich zwei Gründe, weshalb wir recht schnell zu der Überzeugung gelangt sind, dass die Madame ein neues, vernünftiges Nachtlicht braucht.
Im Dunkeln die Treppe hoch oder runter kraxeln - das ist einfach nichts.

Nicht gelegener hätte da das Angebot der Markenjury kommen können, mit dem eigenen Kind das neue LED-Nachtlicht von Philips testen zu dürfen.

Und so zog Sulley von Disney's Monster Uni bei uns ein.




Johanna war sofort total hin und weg.
Sulley ist aus Silikon, unglaublich weich und knautschig, außerdem natürlich BPA-frei.
Dank seiner Eigenschaften kann er sogar zum Kuscheln mit ins Bett genommen werden und spendet dabei noch ein sehr angenehmes, ruhiges Licht im Dunkeln.




Seit Sulley bei Johanna eingezogen ist verging keine Nacht ohne ihn. 
Selbst als die Madame eine knappe Woche bei Oma genächtigt hat, während wir zu Hause auf Jonas' Geburt gewartet haben, war Sulley mit von der Partie.

Dank Ladestation kann man sich das LED-Nachtlicht selber einfach unter den Arm klemmen und mitnehmen, wohin auch immer man sich bewegen möchte. Gerade bei unsere Treppe-in-der-Dunkelheit-Herausforderung ist er daher natürlich perfekt für uns geeignet, und meistens kommt Johanna in der Tat in Gesellschaft herunterkatappert. 
Plüschkater Tom unter dem einen Arm, Sulley unter den anderen Arm geklemmt.




Dass Sulley regelmäßig auf seine Ladestation muss, um für die Nacht gewappnet zu sein, hat Johanna schnell verstanden und ist immer sehr bedacht, dass der kleine Gefährte gut geladen ist.
Voll aufgeladen spendet er für bis zu sechs Stunden sein angenehmes, weiches Licht.




Johanna liebt Sulley, und auch Thomas und ich sind hellauf begeistert.
Die Verarbeitung ist großartig. 
Funktionen, Design und die knautschige, kuschelweiche Aufmachung überzeugen voll und ganz, und wir haben bereits entschieden, dass auch Jonas ein solches Nachtlicht bekommen wird, sobald man diese Gesellen ab November diesen Jahres im Handel erwerben kann.
Wir sind uns nur noch nicht schlüssig, ob er passend zu Sulley die andere erhältliche Figur "Mike" der Monster Uni bekommen soll oder ob wir beiden Kindern Mickey und Minnie Mouse (die sind nämlich auch sehr, sehr niedlich) schenken sollen.

Wir werden sehen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Angekommen

Eine Woche ist es nun schon her, dass der kleine Frosch auf die Welt geflutscht ist.
Eine Woche.
Wie die Zeit vergeht.

Drei Tage haben wir im Krankenhaus verbracht, bevor wir am Freitag nach der U2 glücklich, zufrieden und vor allem kerngesund entlassen worden sind. Selbst die Nierchen, während der Schwangerschaft immer im Fokus der Untersuchungen stehend - neben den möglichen Auswirkungen der Ringelröteln - sind völlig in Ordnung. 
Wie erhofft!

Auch von den Ringelröteln hat Jonas überhaupt nichts abbekommen - außer Antikörpern. 
Die hat er, nachgewiesen durch ein Blutbild, das natürlich nach der Geburt gemacht worden ist.
Ich hingegen wurde erneut bzw. immer noch positiv getestet auf die bösen Viecher. 
Schon krass, wie lang die nun bereits durch meinen Körper wuseln. Im Juli war die Infektion.
Aber machste nichts dran. 
Kannste nur hinnehmen, wie es ist. 
Und sie tun mir ja auch nichts mehr.
Da sind die Nachwirkungen der Geburt viel schlimmer.
Immer noch schmerzt es hier und da, vor allem zwischen den Beinen (welch ein Wunder), aber auch im Rücken und im Bauch. So lange Spaß hatte ich damals nach Johannas Geburt nicht.

Apropos Johanna: Der allererste Kontakt im Krankenhaus verlief zunächst recht verhalten. Sie musste die neue Situation erst einmal auf sich wirken lassen. Nach 10 bis 15 Minuten war sie damit durch, und seitdem ist sie eine ganz stolze, große Schwester, die sich rührend um ihren kleinen Bruder kümmert.





Beim Kennenlernen hat sie erst einmal die kleinen Fingerchen gezählt, inzwischen hilft sie beim Füttern, schaut beim Wickeln zu und reicht Utensilien an, und sobald der kleine Mann einmal losmeckert (was er erfreulicherweise nicht übermäßig oft macht) rennt sie zu ihm hin, versucht ihn zu beruhigen und will ihn mit Schnuller und/oder Spielzeug versorgen. 
Wirklich rührend anzusehen.

Und Jonas selber?
Der ist bislang relativ pflegeleicht.
Zwar hat der kleine Mann einige Tage gebraucht, um zu verstehen, dass er sich nun selbständig um die Nahrungsaufnahme kümmern muss, wodurch er 300g Gewicht verloren hat, aber inzwischen spürt er den Hunger und meldet sich von alleine nach zwei bis drei Stunden.

Eine einzige schwierige Nacht hatten wir bisher. Am Wochenende.
Bis 3 Uhr morgens hat er gebrüllt und war nicht zu beruhigen. 
Nicht einmal Schlafen auf Mamas immer noch viel zu großem Bauch hat etwas gebracht. 
Und das klappt sonst immer. 
Jonas ist nämlich ein kleiner Bauchschläfer. 
Ein auf-Mamas-Bauch-Schläfer.





Normalerweise kann man ihn nach einer gewissen Weile problemlos in sein Bettchen umlagern, wo er dann selig weiterschlummert, aber in dieser Nacht ging bis 3 Uhr gar nichts.
Er hatte einfach zu viel zu verarbeiten, schätze ich.
Thomas war am nächsten Morgen fix und fertig. Und das war bloß die erste Nacht von vermutlich noch einigen, die folgen werden... leider.

Unseren ersten Ausflug haben wir gestern auch schon gemacht.
Großeinkauf bei real.-.
Für die Mama ziemlich stressig und schmerzhaft, da es im Stechschritt durch den Laden ging. 
Schließlich hat man ein Zeitfenster von nur zwei Stunden ungefähr, möchte man nicht unbedingt zwischen Tiefkühlfleisch und Kartoffeln das kleine Raubtier füttern.
Hilfreich war die Begleitung durch meine Mama. Ich mit dem Einkaufszettel vorweg, meine Mama mit Jonas auf Einkaufswagen redlich bemüht, den Anschluss zu halten.
Der kleine Mann selber hat die Prozedur glatt verschlafen.




Anschließend in den Kindergarten gehetzt, um die große Madame abzuholen, und nachmittags gings auch noch zu ihrer Tanzstunde.
Danach war ich völlig im Eimer und habe mich den Rest des Tages nur noch zum Klo und zum Kühlschrank bewegt.

Die kommenden Tage werde ich es wieder etwas ruhiger angehen lassen.
Wochenbett heißt ja nicht Wochenbett, damit frisch entbundene Frau von einem Termin zum nächsten hetzt.
Eigentlich wollte ich nicht, dass Johanna wegen Jonas auf ihre Nachmittagsgeschichten (speziell Ergo und Logo) verzichten muss - man will ja nicht unnötig Eifersucht schüren - aber es nutzt niemandem, wenn ich vor Schmerzen auf allen Vieren krieche.
Rennen und Schleppen ist irgendwie noch nichts.
Nächste Woche sieht es sicher schon ganz anders aus.

Samstag, 26. Oktober 2013

Es hat "flupp" gemacht!

Dienstag, 22 Oktober 2013, 3.45 Uhr. 

Wir sind bei SSW 39+6, also einen Tag vor dem errechneten Entbindungstermin.

Mit einem Mal schrecke ich aus dem Tiefschlaf hoch. Sekundenbruchteile später wird es nass. Fruchtwasser! Nicht schwallartig, aber doch eine deutliche Menge.
Von stärkeren Wehen ist allerdings nichts zu merken.

Unbeholfen rollt sich der Wal - also ich - aus dem Bett und stiefelt breitbeinig ins Badezimmer.
Erst einmal die Lage checken.
Die Schleuse ist definitiv nicht offen, ich laufe nicht aus, aber das, was gekommen ist, präsentiert sich schön klar und geruchlos. (Ja, ich habe den Schnüffeltest gemacht.)
Sehr gut.

Ich stopfe mir ne dicke Binde in die Buchse - nur für den Fall, dass... - und watschel zurück ins Schlafzimmer.
Auf die sanfteste aller sanften Methoden wecke ich den Göttergatten: Ich schalte die Festbeleuchtung ein und verkünde: "Ich glaube, du kannst dich mal anziehen."
"Wieso?"
"Ist so schönes Wetter, ich möchte spazieren gehen."
...
"Ich habe Fruchtwasser verloren. Es ist soweit."

Wir ziehen uns ganz in Ruhe an, schnappen uns Tasche und Co. und machen uns auf den Weg ins Krankenhaus.
Kurz nach 4 Uhr kommen wir an, um 4.21 Uhr hänge ich das erste Mal am CTG.
Drei, vier Wehen sind zu sehen, und zu diesem Zeitpunkt bin ich noch guter Dinge, dass wir Jonas relativ zügig begrüßen können.






Muttermund fingerdurchlässig (hätte nach den tagelangen Vorwehen ja durchaus schon etwas mehr sein können), wie bei einer überaus angenehmen Untersuchung durch die Hebamme festgestellt wird. 

Wir drehen ne Runde durchs Krankenhaus, Spaziergänge sind angesagt, und gönnen uns nen leckeren Automatenkaffee bzw. -kakao.
Diesen kann ich zu diesem Zeitpunkt noch bequem auf meinem Bauch abstellen.





Um 7.15 Uhr wird das nächste CTG geschrieben. Allerdings ist keine nennenswerte Veränderung zu sehen. Ich wehe gemächlich vor mich hin, mehr aber auch nicht. Einige Globulis sollen das ändern, und wir gehen erst mal lecker Krankenhausfrühstück genießen.




Danach weiterer Spaziergang, bis ich um 10.21 Uhr erneut ans CTG gefesselt werde. Bald eineinhalb Stunden liege ich dieses Mal dort herum. Der Monsieur randaliert dermaßen durch den Bauch, dass eine vernünftige Aufzeichnung nahezu unmöglich ist. Schließlich bekomme ich sogar Globulis, die das Kind beruhigen sollen (die haben ja auch schon bei der Wehenförderung super funktioniert).

Und dann - endlich: Eine richtig tolle Wehe wird registriert!
Das wars dann aber auch. Eine ist keine.

Gegen 12.30 Uhr beziehe ich mein Zimmer, verspeise erst einmal ein köstliches Krankenhaus-Mittagsmahl und latsche mit Mann im Schlepptau weiter übers Klinikgelände. Der ist davon übrigens total begeistert, so als passionierter Spaziergänger.
Aber wat mutt, dat mutt.
Mich fragt ja auch niemand, ob ich mit ner nassen Buchse rumlaufen will, weil immer mal wieder über den Vormittag verteilt der ein oder andere Schwall Fruchtwasser abgeht. Dank des dicken Bauchs kommt immerhin niemand auf die Idee, ich habe mir in die Hose gepinkelt. Die Situation ist doch allzu offensichtlich. Ehrlich gesagt ist mir das allerdings sowieso reichlich egal.

Um 15 Uhr - wie kann es anders sein - erneutes CTG und eine weitere Untersuchung.
Muttermund unverändert, CTG ebenfalls. Ganz herrlich.
Da nun beinahe 12 Stunden vergangen sind, seit die Blase gesprungen ist, präsentiert mir die Hebamme zwei sehr reizvolle Alternativen: Einleitung per Wehentropf oder Einleitung per Vaginaltablette.
Nach kurzer Beratung untereinander und Empfehlung durch die Hebamme entscheiden wir uns für die Vaginaltablette.
Da damals bei Johanna auch eingeleitet worden war und ich weiß, was dadurch an Wehen auf mich zukommen würde verweise ich direkt auf die nun gewünschte PDA, wenn es dann soweit ist.

Vaginaltablette ist übrigens super, Taschen-Internet auch. Während ich auf der Liege liege, googelt Männe mal eben mit dem Handy, wie so die Erfahrungswerte bei der Tablette aussehen.
Taschen-Internet - Segen und Fluch zugleich. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Tablette jedenfalls wird ganz unterschiedlich aufgenommen. Die Einen werden danach von den Wehen schier überrollt, bei den Anderen tut sich über Stunden gar nichts und sie landen trotzdem am Tropf. Dazwischen scheint es nichts zu geben.

15.30 Uhr: Einleitung durch Positionierung der Tablette.
16 Uhr: deutlich gesteigerte Wehentätigkeit.
Endlich!

Bißchen CTG wird noch geschrieben, und dann werde ich mal wieder weggeschickt mit der Auflage, um 19 Uhr erneut anzutreten.
Wir ziehen uns aufs Zimmer zurück, und kurz danach geht es los.
Ich gehöre zur ersten Gruppe: Ich werde überrollt.
Schlagartig sind sie da, schneller, als dass ich registrieren kann, dass ich nun tatsächlich Wehen habe. 
Ab 17.30 Uhr halte ich mich an der Fensterbank fest und kann nur noch veratmen.
Gegen 18 Uhr geht gar nichts mehr und wir brechen auf Richtung Kreißsaal. 
 Nach einigen Zwischenstops an den Wänden zum Veratmen bringe ich am Ziel angekommen nur noch ein "Ich habe Wehen!" raus und lande sofort wieder am Begleiter des Tages, dem CTG.
Was für ein herrliches Bild!




Schöne Wehen, viele Wehen, viele schöne Wehen. 
Scheiße, tut das weh!
Der Muttermund ist nun 4cm auf, nach kurzer Besprechung bekomme ich prompt die Mitteilung, dass wir nun in den großen Kreißsaal umziehen und auch die Anästhesistin informiert sei und so schnell wie möglich komme, um die PDA zu setzen.

Und dort landen wir: Im Borussia-Saal. 
Man entbindet eben in einer Fußballstadt. Unverkennbar.




Ich bekomme ein schickes Krankenhaushemdchen, Poppes hinten offen, werde verkabelt und verdrahtet, mir ist in dem Moment alles egal, ich bin ziemlich mit meinen Wehen beschäftigt.
Dann erscheint auch schon die sehnlichst herbeigewünschte Anästhesistin auf der Bildfläche, und beim dritten Versuch sitzt endlich die PDA.
An dieser Stelle möchte ich noch mal anmerken: Ich bin wirklich kein wehleidiger Mensch, ertrage viel, bevor ich mal Laut gebe, aber eingeleitete Wehen sind einfach fies. Sehr fies. 

Nun gibt es Erleichterung und ich kann etwas entspannen. Vorerst.
Die Geburt schreitet recht zügig voran, und mittlerweile höre ich immer öfter, dass Jonas wohl "heute noch" zur Welt kommen würde, also vor Mitternacht.
Im Rücken und im Bauch habe ich zwar keine nennenswerten Wehenschmerzen mehr, lediglich den Druck spüre ich, aber immer mal zwischendurch finde ich Gelegenheit, mich darüber zu wundern, dass ich trotz PDA totales Gefühl in den Beinen habe und sich auch im Schambereich immer mehr der alles überrollende Schmerz in den Vordergrund schiebt.
Druck ja, aber Schmerz?
Solcher Schmerz? 
Bei einer PDA? 
Irgendwas ist doch da nicht ganz koscher, oder?
Mein Notfall-Dröhnungs-Knöpfchen bringt ebenfalls keinerlei Erleichterung, ich glaube, da ist was nicht ganz optimal gelaufen mit der "Betäubung".
Nutzt aber nichts, da muss ich jetzt so durch.
Auch oberhalb des Schambereiches spüre ich nun wieder mehr. 
Wozu wurde dreimal in meinem Rücken rumgestochert, wenn es doch nichts gebracht hat?

Ich bin leicht genervt.
Oder wäre es, wenn ich Zeit und nen Kopf dafür hätte, darüber nachzudenken.

Habe ich aber nicht. Ich kann nur noch schreien. 
Schreien und die Hand meines Mannes zerquetschen. 
So etwas habe ich noch nicht erlebt. Dagegen waren die 18 Stunden bei Johannas Geburt ein Spaziergang, wenn man vom Schmerzlevel ausgeht.

Irgendwann kann ich auch nicht mehr anders als mitzupressen. Kann dem Druck und Schmerz nach unten nicht widerstehen, mein Körper zeigt mir, wo es langgeht, und die Hebamme geht den Weg mit. Zusammen mit der Ärztin.
Irgendwann höre ich erneut: "Der kleine Mann kommt heute noch."
Ich schaue auf die Uhr an der Wand und bringe ein "Aber es ist erst zehn vor elf! Dann kann das ja noch über ne Stunde dauern!" heraus.
"Nein, nein, so lange dauert das nicht mehr." erklingt zwischen meinen Beinen die Antwort.

Ich fühle, wie sich das Köpfchen aus mir herausschiebt, wie ich das Köpfchen aus mir herauspresse. Spüre, wie die Hebamme an Saum und Muttermund herumfummelt, zur Seite schiebt, dehnt, damit der nötige Platz geschaffen wird, und ich höre das fiese Schnipp-Schnapp der Schere. Schon wieder geschnitten. Aua.
Ich bin mir absolut sicher, ich zerreiße, werde einfach halbiert.

Und dann - zwei, drei oder auch vier unglaublich heftige Presswehen später - ist er da. 
Der Kopf. 
Schlagartige Erleichterung, leichtes Nachpressen, und dann flutscht Jonas auf die Welt.
22.55 Uhr.
Draußen tobt ein schweres Unwetter mit Blitz und Donner und allem drum und dran, wie ich später erfahre. Mitbekommen habe ich davon rein gar nichts.

Sofort erklingt seine kräftige Stimme, eine zauberhafte Melodie des Lebens in meinen Ohren.
Thomas darf die Nabelschnur durchschneiden, und dann bekomme ich Jonas auch schon zu mir.




Was für ein kleines Wunder.
Gerade noch in meinem Bauch, und nun von Angesicht zu Angesicht.
Bißchen verschmiert zwar noch, aber dennoch wunderschön.

Leider kann auch das schönste, kleine Wunder nur bedingt trösten und ablenken, wenn ein Dammschnitt ohne Betäubung genäht wird. Bei Johanna habe ich damals von der ganzen Näherei dank PDA nichts mitbekommen, dieses Mal war es wie eine zweite Geburt. Nur noch etwas fieserer Schmerz.
Zum Glück geht alles irgendwann vorbei, so auch diese Qual.
Und dann steht Jonas wieder im Vordergrund.

Stolze 4000g schwer, 53cm lang und mit einem Kopfumfang von 36cm präsentiert er sich.
Und kerngesund.

Was will man mehr?



Montag, 21. Oktober 2013

[39+5] Bitte warten...

Der kleine Mann kommt ganz offensichtlich auf Papa: Er trödelt.

Ich hampel hier weiterhin mit meinen (unseren) unregelmäßigen Wehen herum, immer zum Abend hin nehmen sie an Stärke zu und die Abstände werden kürzer.
Der Spaß verebbt dann aber irgendwann in der Nacht auch wieder.
Freitag und vor allem Samstag hätte ich alles darauf verwettet, dass wir uns irgendwann nachts noch im Krankenhaus wiederfinden würden, aber nein... Pustekuchen!
Wehen im Abstand von 7 Minuten haben sich einfach wieder in Wohlgefallen aufgelöst.

Somit warten wir weiter.

Jonas ist dabei weiterhin extrem aktiv. Ich glaube, er sucht den Ausgang. Nur an den falschen Stellen: Zwischen den Rippen, im Magen, die Nierengegend ist auch eine ganz Tolle... seeehr angenehm für den Wirt. Also mich.
Bin ich zu Fuß unterwegs - was inzwischen nur noch auf Ultrakurzstrecke möglich ist dank Schmerzen im Schambereich und Wehen - möchte er jeden Moment unten rausfallen.
Zumindest fühlt es sich so an. Bloß keine zu großen Schritte machen! Und wenn es sich doch nicht vermeiden lässt: Hände in den Schritt und zuhalten!
Ich glaube auch, Jonas macht öfter mal unten ne Luke auf, steckt das Näschen raus und denkt sich dann: "Och nööö, kalt, Wind, Regen, ich bleib lieber noch etwas drin!"
Luke wieder zu.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich war immer eine Verfechterin der Ansicht, dass das Kind kommt, wenn es dazu bereit ist, und dass der Einsatz von irgendwelchen wehenfördernden Mittelchen überflüssig, unnötig und teilweise sogar verantwortungslos ist.
Lasst den Kindern die Zeit, die sie brauchen!
Der Meinung bin ich immer noch. Daher experimentiere ich auch mit nichts herum, außer Spazierengehen, soweit es noch geht (und das hat ja noch niemandem geschadet) und Himbeerblättertee, zumal wir eh noch nicht mal über den eigentlichen Termin drüber sind.

Nur - und da bin ich ehrlich - diese kommenden und gehenden Wehen über Tage nerven natürlich auch doch irgendwie.
Man hängt wortwörtlich in der Warteschleife, und es tut auch noch weh dabei.

Aber der optimistische Mensch sieht alles positiv, somit sage ich mal: Es tut sich so einiges in meinem Körper, wir bereiten uns auf die Geburt vor, und wenn sich auf diese Art sogar schon was am Muttermund tun sollte, dann ist das vermutlich so ziemlich die entspannteste Geburt (bisher), die man sich wünschen kann. Meine Hebamme sieht das ebenfalls so. Und außer Ruhe, Baden, etwas Bewegung und Sex würde sie zu diesem Zeitpunkt auch nichts weiter machen.

Also müssen wir da durch.
Rausgekommen ist noch jedes Kind früher oder später.
Auch Jonas.

Was ich ein wenig amüsant finde: Mein Umfeld ist nervös und hibbelig - Mann, Oma, Freunde, Familie - und ich harre relativ gelassen der Dinge, die da kommen mögen oder auch nicht. Nervös bin ich gar nicht, ungeduldig auch nicht wirklich. Ich murre natürlich ab und zu über den momentanen Zustand, fühle mich wie ein auf dem Rücken liegend gestrandeter Wal, dem Bauch, Hintern, Beine und Rücken schmerzen, aber ändern kann ich das alles ja doch nicht. Wozu also großartig aufregen oder nervös durch die Gegend geistern?

Nee nee, da warte ich mit meinem dicken Bauch lieber entspannt auf der Couch und setze ab und zu, wenn ich mich dazu in der Lage fühle, doch mal ein paar Schritte weit die Füße voreinander.

Irgendwann macht es "flupp", und Jonas ist da. 
Definitiv.

Samstag, 19. Oktober 2013

[39+3] Wird es nun ernst?

Gestern noch über die schmerzenden Finger gejammert, stellten sich abends gegen 17.30 Uhr die ersten Wehen ein.
Unregelmäßig, nicht besonders schmerzhaft, der Bauch fühlte sich einfach öfter mal an wie ein Ballon kurz vor dem Platzen, und Harn- und Stuhldrang sind in diesen Phasen phänomenal ausgeprägt.
Der Spaß steigerte sich im Laufe des Abends auf relativ regelmäßige Wehen alle 20 Minuten mit schwächeren Intermezzi zwischendurch.
Wir schauten gemütlich "The Voice of Germany" zu Ende, ich ging vorsichtshalber noch unter die Dusche, nur für alle Fälle (macht man ja nicht mitten in der Nacht, sollte es so kommen), und dann hauten wir uns aufs Ohr.
Die Nacht war erstaunlich entspannt, jedenfalls entspannter, als ich gedacht hätte.
Häufige Toilettengänge, ab und zu mal ne Wehe, aber nichts Wildes.

Somit verbrachten wir auch den heutigen Tag relativ gelassen zu Hause und mit Familie, zwischendurch kroch ich noch auf allen Vieren herum und habe eine Wohnung vermessen (wehenfördernde Maßnahmen!), alles mit unregelmäßigen, nicht allzu schmerzhaften Wehen.

Vorwehen. Übungswehen. Was für Wehen auch immer.
Seit dem späten Nachmittag alles wieder deutlich stärker und regelmäßiger, die Abstände werden kürzer, und Herumlaufen während Wehe ist eine gaaaanz schlechte Idee. Aua.
Ich werde nun mal die Wehenschreiber-App auf dem Smartphone anschmeißen (tolle Technik heutzutage) und schauen, was sich für ein Bild ergibt.

Jedenfalls darf sich Jonas nun gerne auf den Weg machen.
Johanna schläft vorsichtshalber bei Oma, und wir sind bereit.
Ganz offensichtlich tut sich ja irgendetwas. Was auch immer das ist.

Wir sind gespannt...

Freitag, 18. Oktober 2013

[39+2] Autsch!

Ich bin wirklich nicht wehleidig.
Jammere nicht, ertrage stillschweigend, was ich zu ertragen habe, habe eine hohe Toleranzgrenze, was Schmerz angeht und und und.
Dolle Lobhudelei, wa?
Ist aber wirklich so.

Doch nun reicht es.
Auf den allerletzten Metern, quasi auf der Zielgeraden, hat mich tatsächlich noch das Karpaltunnelsyndrom (ich vermute einfach mal, dass es das ist) in voller Pracht ereilt.

Seit Wochen habe ich bereits mit einschlafenden Fingern an der rechten Hand zu tun. 
Doof, aber schmerzfrei. Gewöhnt man sich dran.
Zunächst nur nachts, später dann temporär bei bestimmten Aufgaben tagsüber (Essen, Staubsaugen und ähnliches), inzwischen ist der rechte Mittelfinger komplett, Zeigefinger und Ringfinger teilweise permanent taub. Ameisengetrappel in den Fingern. Herrlich.
Beschwere ich mich aber auch nicht drüber.
Hatte ich damals bei Johanna auch, kann halt passieren in ner Schwangerschaft.

Aber diese Nacht war der blanke Horror.
Vernünftigen Schlaf habe ich schon lange abgeschrieben dank stündlichen Toilettengängen, aber diese Nacht schmerzte der Mittelfinger derart, dass ich des öfteren mal nachgeschaut habe, ob er noch die richtige Farbe hat. Ernsthaft. Nicht, dass der mir noch klammheimlich abstirbt und sich schwarz verfärbt.
Sowas habe ich noch nicht erlebt. Und solche Schmerzen hatte ich bisher auch selten.

Ist man gerade mehr oder weniger entspannt in die Welt der Träume entschwunden, steht der Finger in Flammen. Immer wieder.
Um halb fünf hatte ich die sprichwörtliche Schnauze voll und bin aufgestanden. Aufrecht und in Bewegung sind die Finger zwar weiterhin taub, aber es tut immerhin nichts weh.

Um sechs Uhr stand dann auch die Madame auf der Matte (super Zeit!), und somit haben wir uns gemütlich im Dunkeln auf die Couch vor den Fernseher gelümmelt. Benjamin Blümchen.
Das perfekte Wach-Werd-Programm.

Unter diesen Umständen darf der kleine Mann bitte genau jetzt auf die Welt kommen, noch so eine Nacht (oder fünf, wenn er uns bis zum ET warten lässt oder gar noch mehr, wenn er faul ist) kann ich gar nicht gebrauchen. 
Mag ich nicht, will ich nicht, nein, nein, nein.

Und letztendlich erträgt man es doch, denn eine Wahl hat schwangere Frau sowieso nicht, und vergessen ist das alles auch ganz schnell, sobald Zwerg auf der Welt ist.

Das Wunder der Geburt.

Dienstag, 15. Oktober 2013

[38+6] Ein paar Tage noch...

Die vielleicht letzte Vorsorge heute?
Wer weiß...

Bei meinem Frauendoc ist Jonas nun wieder ein Stückchen geschrumpft. 
Auf 52cm ist er gekommen, dafür habe er nun ein Gewicht von rund 3800g.
Man sieht, wie unterschiedlich die Meßergebnisse ausfallen können, und letztendlich bleibt uns eh nichts übrig außer abzuwarten und zu schauen, was unten rausgeflutscht kommt. Und wie groß und schwer es ist.

Johannas Gedächtnisstütze-Blätter-Klebe-Bäumchen, das hatten wir damals in der 29sten Woche eingeführt, ist inzwischen ganz schön bunt und blattreich geworden. 
So hat auch sie deutlich vor Augen, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis wir hier zu viert herumturnen.





Inzwischen warte ich einfach nur noch. 
Dank Johanna kann ich keine ruhige Kugel schieben und bekomme viel, viel Bewegung. Kann ja nur förderlich für die Geburt sein.
Die Madame hat nun mal ihre Termine, und die laufen weiter.
Aber jeder Schritt ist anstrengend und schmerzhaft, Jonas hängt so tief, ich glaube, er wirft ab und zu schon mal einen verstohlenen Blick durchs "Schlüsselloch" auf die große, weite Welt.

Scheinbar bewegt sich auch schon ganz langsam etwas in Richtung Geburt.
Der Muttermund ist weich und der Schleimpropf gibt wohl auch schon etwas nach, außerdem hat das Fruchtwasser ordentlich abgenommen, genau genommen ist nicht mehr allzu viel von dem Zeug vorhanden. 
Mein Doc findet das aber nicht sonderlich beunruhigend, das sei so kurz vor Ende nicht so wahnsinnig ungewöhnlich, und man müsse sich da auch keine Sorgen machen.
Wenn er das sagt.
Ich kippe trotzdem gleich noch ne extra Flasche Wasser.

Ansonsten heißt es weiter "Abwarten und Tee trinken". 
Wir alle sind schon ganz gespannt auf Jonas, und ich hoffe und bete, er präsentiert sich nach der Geburt genau so kerngesund und unproblematisch wie er es die ganze Schwangerschaft hindurch getan hat.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

[38+1] Abwarten und Tee trinken

Dicker Bauch.
Großer Jonas.
Schmerzen vom Allerfeinsten im Schambereich. Permanent.

Aber wir wollen uns ja nicht beklagen sondern vielmehr darüber freuen, dass wir eine schöne, unproblematische Schwangerschaft ohne Komplikationen hatten, und das, obwohl uns Steine in Form der Ringelröteln in den Weg gelegt worden sind.
Ja, ich glaube, ich kann fast in der Vergangenheit sprechen. Oder vielmehr schreiben.
Die Tage sind gezählt.
Der Drops ist gelutscht.
Ende Gelände.

Nun wird nur noch gespannt gewartet, wann Monsieur sich bequemen möchte, auf die Welt zu kommen.
Und währenddessen kippe ich das ein oder andere Tässchen Himbeerblättertee.

Heute stand die abschließende Verlaufskontrolle bei der Pränatalmedizinerin an.
Keine Anämie, Kind unauffällig, abgesehen von der immer noch minimal größeren linken Niere. Wir werden nach der Geburt sehen, was es damit auf sich hat, aber wirklich Sorgen macht sich niemand. Nicht die Ärzte, und ich auch nicht.

Knapp 54cm lang ist der große, kleine Bruder, und 3585g (plusminus) bringt er auf die Waage.
Ich bin gespannt, wie die Werte tatsächlich aussehen werden, wenn Jonas dann da ist.

Das Bettchen ist bereitet.
Die Wickelkommode ist ausgestattet.
Klamotten sind ausreichend vorhanden.

Der kleine Mann kann kommen.
Aber wann? 
Wir sind gespannt.

Freitag, 4. Oktober 2013

Ja, ist denn schon wieder Frühling?

Wirft man nun einen Blick in Johannas Schlafecke, könnte man glatt auf diese Idee kommen.

Nach dem Umzug des Kinderzimmers waren diese Wände immer noch sehr leer und weiß - bis heute.
Ich habe endlich meine bunten Ideen umsetzen können.

Zunächst haben wir uns mit Hilfe einer entsprechenden Schablone eine Unmenge von Schmetterlingen aus farbigem Tonpapier ausgeschnitten.




Da mir jetzt in der Schwangerschaft bei solchen Tätigkeiten - aber auch beim Essen, Staubsaugen etc. - die Finger der rechten Hand einschlafen und ich regelmäßig Weckpausen machen muss, habe ich es mir einfach gemacht und mich auf eine einzige Sorte und Größe Schmetterling beschränkt. So konnte ich dank gekonnten Übereinanderstapelns der Papiere mehrere Exemplare gleichzeitig ausschneiden.

Die guten Stücke fanden dann den Weg an Johannas Wand - regenbogenartig.




Da ich die Flügel vorher in mühevoller Einzelleistung nach oben gefaltet und lediglich den Körper der Schmetterlinge mit Alleskleber an der Wand fixiert habe, erhält man einen schönen, leichten 3D-Effekt.

Schaut man auf dem oberen Bild ganz genau hin, entdeckt man unten links in der Ecke den Lichtschalter.
Somit hatten wir beim Anbringen der blauen und lilafarbenen Tierchen wunderbare Diskobeleuchtung - mein dicker Babybauch klebte förmlich am Schalter, obwohl meine Füße mindestens einen Meter, wenn nicht gar zwei, von der Wand entfernt standen!




Eine zweite Wand - die mit den beiden Bullaugen - dürstete noch nach Farbe.
Zunächst mussten die Gucklöcher etwas verschönert werden.





Damit das Ganze nun nicht so verloren aussieht habe ich mich auf dem Rest der Wand auch noch ausgetobt.




Somit präsentiert sich Johannas Schlafbereich nun wunderbar bunt und blumig.
Auf die Marienkäfer und vereinzelten Knöpfe hat die Madame selber bestanden, und mir sollte es recht sein.





Die Schmetterlinge starten ihren Flüg übrigens so hoch, weil Johanna in den nächsten Wochen ein neues Bett bekommen wird. Ein halbhohes Rutschbett. 
Dafür haben die bunten Tierchen jetzt schon die perfekte Höhe.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

[37+0] "Wird jawohl nicht mehr so lange dauern."

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Mal wieder durfte ich heute in aller Frühe zum Kontroll-CTG bei meinem Frauenarzt antreten, nachdem Jonas gestern bei der Vorsorge ziemlich zügig unterwegs war. Jedenfalls sein Herzschlag. 
Zwischen 160 und 180 Schlägen waren dem Doc einfach zu viel, ich allerdings führe das auf die extremen Auswuchtungen meines dicken Babybauches zurück, die von Jonas' Armen, Beinen, Po und so weiter herrühren dürften, der nach wie vor munter und sehr unangenehm durch die Gegend wirbelt.

52cm und 3200g übrigens.

Wie erwartet war heute alles bestens.
"Weltklasse-CTG" nannte es der Doc. Herzschlag konstant um die 140 (wie die letzten Wochen auch), prima.

Anschließend habe ich mich nun auch in der Entbindungsklinik vorgestellt. Anmeldung erledigt.
Das Gespräch verlief gut und schnell, mir war ja noch alles von Johannas Geburt bekannt.
Abschließend die Hebamme: "Und? Haben Sie noch irgendwelche Fragen?"
Ich: "Nicht wirklich, ich kenne das alles hier ja noch."
Sie (lachend): "Das ist ja super, wenn sie alles noch kennen. Dann brauchen wir jetzt nur noch Wehen."
Sie schaut auf meinen Bauch, der sich inzwischen wirklich beträchtlich gen Boden gesenkt hat: "Und das wird jawohl nicht mehr so lange dauern."

Wir werden sehen...