Freitag, 13. September 2013

Hoch zu Ross!

Jedenfalls die anderen.

Wie das mit den kleinen Mädchen so ist: Ponys und Pferde üben eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Warum auch immer. 
Das war damals bei den Muttis schon so.
Und das ist bei unserer Mädels-Kindergarten-Clique nicht anders.

Da man im Nachbarort Ponyreiten für die ganz Kleinen anbietet, haben wir das heute einmal ausprobiert.

Wir kamen etwas zu früh auf dem Hof an, so konnten sich die Mädels (und auch die Muttis) erst einmal umschauen. Von Berührungsängsten vor den großen Tieren war nichts zu spüren, gesunde Neugierde dominierte.




Ich muss gestehen, auch ich genoss den Stallgeruch nach mehr als 20 Jahren Abstinenz erstaunlicherweise wieder. 

Irgendwann bekam jede von uns fünf Mamas die Zügel eines Ponys in die Hand gedrückt, und die Mädels wurden auf die Rücken der Tiere gehoben.
Sogar Johanna!
Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass sie sich überhaupt dort hinauf traut, hat sie doch dank ihrer Wahrnehmungsstörung solch ein großes Problem mit Höhe. Kann man ja nicht einschätzen, nicht verarbeiten, wer weiß, wie schnell man wieder unten ist, was passiert, wenn man fällt, dann auch noch etwas sich Bewegendes unter sich und und und.
Die statische Rutsche wird ja bisher nicht mal in Angriff genommen (sobald sie eine gewisse Höhe überschreitet), und dann setzt sie sich auf ein Pony?
Übrigens haben wir bezeichnenderweise auch noch das größte der fünf Tiere erwischt.

Ich war schwer erstaunt.
"Glücklicherweise" rückte Johanna mein Weltbild so schnell wieder gerade, dass ich nicht mal ein Foto von ihr auf dem Tier machen konnte. Innerhalb von maximal einer Minute - wir hatten uns noch nicht mal bewegt - wurde ihr die Sache derart unheimlich, dass sie anfing zu weinen und wieder runter wollte.
Prinzipiell kein Problem, natürlich nicht, aber so mussten wir - vor allem Johanna, ich war so oder so zu Fuß unterwegs - natürlich ohne Tier mit den anderen mitmarschieren. Ich führe ja kein "leeres" Pony für Geld durch die Gegend.





Mit sich und der Welt unzufrieden - ich schätze, weil sie nicht so konnte, wie sie eigentlich wollte, denn im Grunde reizten sie die Ponys schon ganz schön - war Johanna fortan entsprechend knatschig.
Suchte immer wieder die Nähe zu den Tieren, wollte sie streicheln und führen - eben alles machen, wo sie selber die Kontrolle behalten konnte.
Nur aufsitzen wollte sie nicht mehr.




Und dann kam der Moment doch noch einmal.
Irgendwann traute sich Johanna erneut, und dieses Mal schaffte ich es sogar, ein Foto von dem Erlebnis zu machen. Das Pony ging nämlich tatsächlich ein paar Schritte mit der Madame auf dem Rücken, bevor diese wieder begann zu weinen.




Wenngleich die Aktion durch weinerliche Johanna recht nervig war (ich glaube, das konnte man mir auch ansehen), bin ich dennoch stolz und freue mich, dass sie sich nicht nur einmal sondern sogar zweimal dort hinauf getraut hat.

Ich allerdings war nach dem Marsch - eine Stunde mit den Ponys, hinzu Fußweg hin und zurück zum und vom Hof - dank des dicken Neun-Monats-Bauches fix und fertig mit der Welt, der Rücken schmerzte und Jonas schien wieder im Laufen unten rausflutschen zu wollen.
Im Grunde hätte man auch mir eine Decke überwerfen und mich zum ordentlichen Abschwitzen ne halbe Stunde auf ner Koppel abstellen können.

Aber schön wars trotzdem.
Und zum krönenden Abschluss hat die Madame auch noch eine dicke Traube und mehr als ein halbes, ziemlich großes Pizzabrötchen gegessen. Richtig aufgegessen.

Was will man mehr...

1 Kommentar:

  1. Schöne Sache. :o)
    Freu mich total über die Fortschritte beim Essen!!
    Und vielleicht noch einmal in Angriff nehmen mit dem Reiten. Therapeutisches Reiten? Gibts das bei euch auch? Und vielleicht auch mit allem drum und dran versuchen... Pferd holen, putzen, satteln... da hat sie auch die "Macht".

    lg
    zelakram.blogspot.com

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