Sonntag, 29. September 2013

Goldener Herbst

Johanna ist zwar nicht besonders gut drauf, da sie sich einen fiesen Husten eingefangen hat und entsprechend nörgelig ist, dennoch wollte ich diesen strahlend schönen Sonntag nicht völlig ungenutzt vorbeiziehen lassen, und somit drehten wir zumindest eine sehr kleine (wirklich sehr kleine) Runde durch heimische Bewaldung.

Auch ich kann nicht mehr so ganz, wie ich gerne würde.
Lange Spaziergänge sind nichts mehr so wirklich, es fühlt sich an, als verliere ich Jonas im Laufen, dermaßen zieht er nach unten, und ich bilde mir einfach mal ein, der Himbeerblättertee bewirkt tatsächlich eine gewisse "Aufweichung" des Muttermundes und des gesamten Beckens.

Einbildung kann ja nicht schaden.
Jedenfalls biete ich nach wie vor das Bild des breitbeinig durch die Gegend watschelnden Pinguins, glaube ich, und alles im Bauch- und Schambereich gibt sich extrem der Schwerkraft (oder welcher Kraft auch immer) hin.

Dennoch schafften wir es in den Wald, wie gesagt. Wenn auch nur kurz.




Vater und Tochter marschierten einträchtig durchs sonnige Grün...




... und die Tochter war vor allem von allerlei Krabbelgetier angetan. Glänzt ja auch so schön.




Aber auch Blätter wurden natürlich wieder eifrig eingesammelt, auch wenn die Madame aus dem Kindergarten kommt ist ihr Rucksack immer prall gefüllt mit allerlei Blättergedöns.





Diverse Pilzarten genossen ebenfalls besondere Beachtung, alle paar Meter erscholl ein "Da, wieder ein Pilz!"





Damals während meiner Studienzeit in Jena war ich zwar mit der Familie meiner Studienfreundin das ein oder andere Mal Pilze sammeln im Wald (die wir hinterher sogar zubereitet und verzehrt haben), aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich heute nicht mal mehr giftig von ungiftig unterscheiden kann.
Daher bleibt es beim Anschauen aus der Ferne.




Trotz kränkelnder Johanna und ziemlich spazierverhinderter Mama konnten wir die herrliche Herbstsonne wenigstens für kurze Zeit genießen, und anschließend ließen wir uns noch auf unserem heimischen Spielplatz nieder.
Vielmehr ließ ich mich nieder (was eine Wohltat), und die Madame konnte noch ein wenig rumtoben.
Allerdings auch das nicht von langer Dauer, recht schnell fand sie sich bei Mama und Papa auf der Bank ein.
Sie ist einfach nicht fit.

Was man auch daran sehen konnte, dass sie beim sonntäglichen Abendessen bei Oma einfach im Wohnzimmer auf den Gartenstuhlpolstern eingeschlafen ist.




Ich bin gespannt, wie es morgen aussieht.

Donnerstag, 26. September 2013

[36+1] Versackt.

Eigentlich eher ordentlich abgesackt.
Den Bauch meine ich.
Der hängt mir bald auf den Knien.

Ich möchte mich ja nicht beschweren.
Ich bin froh, dass Jonas den Weg gefunden hat, dass er sich mit seinem Kopf in meinem Becken scheinbar so wohl fühlt, dass er immer tiefer wandert, dass ich wieder atmen und essen kann, ohne permanent Luftnot und Sodbrennen zu haben.
Dafür kann ich seit zwei Wochen oder so keinen Schritt mehr schmerzfrei tun, weil der kleine Mann ordentlich aufs Schambein drückt. Oder irgendetwas drückt. Kettenreaktion durch den kleinen Mann. Jedenfalls tut es weh.
Außerdem verspüre ich öfter mal spontan den Reflex, die Hand zwischen die Beine halten zu wollen, damit Jonas nicht rausplumpst.
Sieht ein bisschen doof aus, wenn man da grad in der Stadt oder sonstwo unterwegs ist.

Denn unterwegs bin ich trotz schmerzhafter Fortbewegung nach wie vor. Geht ja auch nicht anders mit Kind und so. Ich bin auch nicht wirklich der Jammertyp, ändern kann ich es eh nicht, und bald ist es ja auch wieder vorbei. 
Trotzdem werde ich den Kindergarten-Waldspaziergang am Sonntag wohl eher nicht mitmachen.
Man muss es ja nicht übertreiben.
Ich möchte auch nicht die sensiblen Waldtierchen irritieren: Ne dicke, menschliche Mama, die wie ein zu groß geratener Pinguin breitbeinig im typischen Schwangerengang durch den Wald watschelt. Nee, nee.

Heute beim Ringelröteln-Kontrolldoppler zeigte sich übrigens, dass Jonas die 3kg-Marke geknackt hat. 
3017 Gramm und knapp über 51cm Körpergröße. 
Plusminus, wie das halt mit den möglichen Schwankungen so ist.
"Perfektes Kind", nannte Frau Doc ihn. 

In meinem Blut ist die Ringelröteln-Infektion immer noch nachweisbar, obwohl sie mittlerweile rund 8 Wochen zurückliegt. Schon spannend, und umso erfreulicher, dass Jonas tatsächlich nichts davon abbekommen hat. Trotzdem soll ich die Entbindungsklinik darauf hinweisen, dass sie nach der Geburt etwas Blut von ihm ins Labor schicken, damit es daraufhin untersucht werden wird.
Werde ich natürlich tun.
Ich bin sowieso nun eingedeckt mit Berichten und Laborbefunden, damit ich beim gemütlichen Kennenlernen nächste Woche bereits einiges vorlegen kann.

Nun sitze ich hier bei meinem Tässchen Himbeerblätter-Tee - der schmeckt mit Honig gesüßt übrigens erstaunlich gut, ganz im Gegenteil zu dem, was mir die meisten anderen Mamis erzählt haben - und überlege, wie lange wir wohl noch haben.
Ob die Korrektur des Entbindungstermins zutreffen oder ob Jonas doch um den ursprünglichen Termin acht Tage früher zur Welt kommen wird.

Meinetwegen muss er sich nicht bis zum letzten Tag Zeit lassen. Ich bin neugierig.
Außerdem nerven die Schmerzen beim Laufen etwas.

Aber lassen wir uns überraschen.
Wie ich öfter mal sage und schreibe: Et kütt eh, wie et kütt.

Montag, 23. September 2013

Die Zeit, die Zeit...

Manchmal scheint alles still zu stehen, dann wiederum rast die Welt mit ihren Ereignissen und Veränderungen an einem vorbei, und man kommt kaum hinterher.

Mit Johanna ist es im Moment so, als hätte ich ein sieben- oder achtmonatiges Baby hier, das ich nach und nach an Beikost gewöhne.
Von Mal zu Mal schiebt sich die Madame mehr in den Mund, die Bisse werden größer, und die Mengen, die sie zu sich nimmt, wachsen.
Heute hatten wir das erste Mal einen Tag, an dem sie mehr "Normales" als Brei verspeist hat. 
Genau genommen hat sie erst heute Abend eine Breimahlzeit verlangt. 
Frühstück, Mittag und Snacks bestanden aus fester Nahrung in Form von Knäckebrot, belegtem Brot, Käse, Keksen, Obst- und Gemüsesticks.
Dabei nimmt sie zwar immer noch nicht wahnsinnige Mengen zu sich (ob sie überhaupt satt wird?), aber Johanna wird sich schon melden, wenn sie ihren Hunger stillen muss, und vermutlich kann sich ein leichtes Hungergefühl nur positiv auf ihre Motivation auswirken, sich noch mehr an fester Nahrung zu versuchen.

Sowieso macht sie den Eindruck, dass sie den Brei nun, da sie endlich auf den Geschmack gekommen ist, einfach über hat und nur noch darauf zurückgreifen mag, wenn es gar nicht anders geht, wenn sie Pause braucht vom Neuen.
Man darf nicht vergessen, dass feste Nahrung nach wie vor völliges Neuland für sie ist, dass sie immer noch mit jedem Bissen dazulernt, und dass das Ganze ein langer Prozess ist. Eben genau der Prozess, den andere Kinder in der Regel vor ihrem ersten Geburtstag durchlaufen.
Diese Kleinen werden auch nicht eines Morgens wach und ernähren sich wie auf Fingerschnipp komplett fest.
Wir durchleben das Ganze nun eben mit rund drei Jahren Verspätung.

Jeden Tag staune ich Bauklötze, wenn ich mein Mädchen (heimlich) beim Essen beobachte.
Gestern hat sie sich bei Oma fadenweise das Sauerkraut reingezogen - im wahrsten Sinne des Wortes. Herrlich. Und immer noch faszinierend.

Gleichzeitig rast die Schwangerschaft nur so an mir vorbei.
Es sind nur noch vier Wochen bis zum voraussichtlichen (korrigierten) Entbindungstermin, drei Wochen bis zum ursprünglichen Termin.
Nur noch vier Wochen! 
Wo ist die Zeit geblieben? Wo ist die Schwangerschaft geblieben? 
Ich habe doch erst gestern positiv gestestet.
Und dann schleicht sich Wehmut ein. 
Nur noch vier Wochen (plusminus) werde ich diesen schönen, dicken Bauch haben. Werde ich unseren Jungen spüren, wenn er sich mal wieder durch meine Eingeweide wühlt. Nicht angenehm und dennoch so besonders und wunderbar.
Ich möchte den Bauch mit seinem Innenleben nicht hergeben.
Wenngleich ich natürlich mittlerweile wahnsinnig neugierig auf den kleinen Mann bin, wissen möchte, wie er aussieht, sich anfühlt, riecht, wem er ähnlich sieht, wie seine Stimme klingt. Ich freue mich darauf, ihn in den Armen zu halten (obwohl ich mich auf den Weg dorthin - die Geburt - nicht sonderlich freue, aber wat mutt, dat mutt, ne), und trotzdem mag ich aber auch den dicken Bauch nicht hergeben.
Es wird das letzte Mal sein, dass ein Baby in mir heranwächst bzw. herangewachsen ist, das letzte Mal werde ich die Beulen über die Bauchdecke wandern sehen, wenn es sich bewegt, das letzte Mal werde ich die Bewegungen spüren... wie gemein.
Kann ich die Empfindungen nicht irgendwie konservieren? Eine Gefühlsaufnahme davon machen, die ich mir anschließend immer wieder vorspielen kann?
Das wär doch mal was...
Erinnerungen verblassen. Leider.

Mittwoch, 18. September 2013

[35+0] Endspurt

Hallo, 36ste Schwangerschaftswoche.
Ist es schon so weit.
Nicht zu fassen.

Gestern nach dem Frühstück haben Thomas und ich dann auch endlich einmal DEN Babyeinkauf getätigt. Lauter Kleinkram, den man eben so braucht, der aber im Endeffekt doch einen dreistelligen Betrag kostet.
Wofür eigentlich? 
Unglaublich.




Nicht auf dem Foto zu sehen ist die Babybadewanne samt rückenschonendem Gestell.
Ach siehste, daher der dreistellige Betrag.

Ein paar Klamotten habe ich ja schon seit ein paar Tagen, denke, die werden reichen für den Anfang, Bett und Wickelkommode stehen nun auch dort, wo sie hingehören, aber das Ambiente verlangt noch einen kindgerechten Anstrich. Im Moment ist es doch recht kühl.
Und dann fehlen nur noch Kinderwagen samt Zubehörgedöns und Autositz. 
Kinderwagen steht zur Abholung bereit, und den Autositz kann man dann ja in einem Rutsch mitnehmen.
Spätestens, wenn ich im Krankenhaus bin.

Beim zweiten Kind sieht man das alles etwas gelassener, scheint mir.
Ich jedenfalls.
Und Thomas auch.
Eile haben wir nicht, wird schon alles fluppen, wenn es soweit ist.
Meine Tasche (welche Tasche?) ist auch noch nicht gepackt, nicht mal rausgekramt.
Könnte ich langsam mal machen, joa. 
Oder nächste Woche. Reicht sicherlich auch noch.
Immerhin habe ich nun einen Termin in der Entbindungsklinik vereinbart.
In zwei Wochen treffen wir uns zum gemütlichen Kennenlernen.

Vorsorge gestern war wie immer erfreulich. Keinerlei Gewichtszunahme bei mir (immer noch nicht, einfach unglaublich), auch wenn Jonas stetig zulegt und inzwischen rund 50cm groß ist.
Weiterhin brav Schädellage, das wird sich wahrscheinlich (hoffentlich) nun auch nicht mehr ändern, und Mama und Junge geht es prächtig.
Nur beim CTG war der kleine Mann wieder sehr unkooperativ, entsprechend wild sieht seine Linie aus...




... und somit durfte ich heute erneut zum Kontroll-CTG antreten.
Wie erwartet alles bestens.

Anschließend war ich zum letzten Mal vor der Geburt bei meiner Hebamme (sofern nichts Unvorhergesehenes passiert), ab nächster Woche darf ich mir Himbeerblättertee einflössen, und dann heißt es nur noch "Warten".

Unglaublich, wie die Zeit vergangen ist...

Montag, 16. September 2013

Müllvermeidung - kleine Basteleien

Irgendwann hatte ich mir eine Duschgel-Auswahl bestellt.
Fünf kleine Fläschchen kamen in hübschem Metallkörbchen.




Mittlerweile ist alles verbraucht, aber ich fand dieses Arrangement viel zu schade für die Mülltonne.
Also habe ich alles fein säuberlich ausgespült und die Aufkleber entfernt.




Ein wenig Masking Tape hinzu.




Und zusammen mit ein paar bunten Kunstblümchen vom Möbelschweden, deren Stiele ich individuell gekürzt habe, bringt das Ganze nun ein wenig Farbe ins weiße Schlafzimmer.




Außerdem brauchte die Madame eine neue Aufbewahrung für ihre Buntstifte, da diese sich auf wundersame Weise vermehrt haben und das bisherige Glas nun aus allen Nähten platzte.

Großes Rotkohlglas plus Masking Tape.
Fertig.




Alles schnell, einfach und mit tollem, nützlichen Effekt.
Und etwas Müll habe ich auch noch vermieden.

Samstag, 14. September 2013

Es werde Licht!

Wie schon unser Stoffrestebäumchen habe ich auch die Idee für selbstgestaltete Lampenschirme bei Löckchenzauber gefunden.

Passend zum Baum habe ich mich allerdings für eine Blättergirlande rund um den Lampenschirm entschieden.




Man braucht einen nackten Lampenschirm, Stoffreste (die hatte ich noch ausreichend übrig vom Bäumchen), ne Schere und Kleber.

Heute habe ich mal wieder gefühlte fünf Stunden Stoffblätter ausgeschnitten, und diese anschließend mittels Alleskleber am Lampenschirm befestigt.
Dabei habe ich immer nur die obere Hälfte angeklebt, der untere Teil des Blattes darf rumschlackern.





Inzwischen hängt die fertige Lampe, Johanna ist wieder mal total begeistert und liebt sie heiß und innig, und auch beleuchtet macht sie einen sehr guten Eindruck, wie ich finde.





Da in dem Zimmer zwei Kinder schlafen und spielen werden, gibt es natürlich auch eine zweite Lampe. 
Somit habe ich nicht nur erwähnte gefühlte fünf Stunden Blätter ausgeschnitten, sondern ich war tatsächlich den ganzen Tag mit der Gestaltung beider Werke beschäftigt.




Jonas hat selbstverständlich eine Jungs-Lampe bekommen.
Ebenfalls gelungen, meiner bescheidenen Meinung nach.





Ich finde sie beide super.
Die Mühe hat sich definitiv gelohnt.

Geduld ist eine Tugend

Manchmal besteht die größte Herausforderung darin, geduldig zu sein.

Heutiges Mittagessen: Kartoffel-Möhrengemüse (selber gestampft und somit kein Brei, sondern recht stückig) mit gebratenem Leberkäse mit Zwiebeln.

Johanna hat es gegessen.




Einige Löffel Gemüse (mit Kauen), ein kleines Eckchen vom Leberkäse hat sie abgeknabbert, und zwei Zwiebelstückchen sind ebenfalls kleingekaut verschwunden.
Dann war es offensichtlich genug, und sie wollte lieber Brei essen.

Manchmal fällt es mir schwer zu verstehen, warum sie nun nicht richtig reinhaut, wenn sie etwas, was ihr laut eigener Aussage schmeckt, vor sich stehen hat. Warum sie es nicht so verputzt wie sie ihren Brei verputzt.
Ich muss mir immer mal wieder vor Augen führen, dass das alles neu für sie ist, dass sich Johanna Schritt für Schritt an diese unbekannte Erlebnis- und Geschmackswelt herantastet, und dass das eben seine Zeit braucht.

Und mal ehrlich: Die vormittägliche Zwischenmahlzeit konnten wir heute ersetzen. Statt Brei oder Vanillequark gab es ein trockenes Brötchen, und die Madame hat sich damit zufrieden gegeben. 
Im Kindergarten hat sie in den letzten zwei Wochen - seit die Ferien zu Ende sind - noch nicht ein einziges Mal Brei essen wollen, statt dessen mümmelt sie sich durchs ganz normale Frühstücksbuffet.
Und beim Mittagessen probiert sie nun erst einmal unser Essen, bevor sie dann auf ihren Brei umschwenkt.

Das ist doch großartig, oder?

Muss sich die Mama ab und zu selber sagen...

Freitag, 13. September 2013

Hoch zu Ross!

Jedenfalls die anderen.

Wie das mit den kleinen Mädchen so ist: Ponys und Pferde üben eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Warum auch immer. 
Das war damals bei den Muttis schon so.
Und das ist bei unserer Mädels-Kindergarten-Clique nicht anders.

Da man im Nachbarort Ponyreiten für die ganz Kleinen anbietet, haben wir das heute einmal ausprobiert.

Wir kamen etwas zu früh auf dem Hof an, so konnten sich die Mädels (und auch die Muttis) erst einmal umschauen. Von Berührungsängsten vor den großen Tieren war nichts zu spüren, gesunde Neugierde dominierte.




Ich muss gestehen, auch ich genoss den Stallgeruch nach mehr als 20 Jahren Abstinenz erstaunlicherweise wieder. 

Irgendwann bekam jede von uns fünf Mamas die Zügel eines Ponys in die Hand gedrückt, und die Mädels wurden auf die Rücken der Tiere gehoben.
Sogar Johanna!
Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass sie sich überhaupt dort hinauf traut, hat sie doch dank ihrer Wahrnehmungsstörung solch ein großes Problem mit Höhe. Kann man ja nicht einschätzen, nicht verarbeiten, wer weiß, wie schnell man wieder unten ist, was passiert, wenn man fällt, dann auch noch etwas sich Bewegendes unter sich und und und.
Die statische Rutsche wird ja bisher nicht mal in Angriff genommen (sobald sie eine gewisse Höhe überschreitet), und dann setzt sie sich auf ein Pony?
Übrigens haben wir bezeichnenderweise auch noch das größte der fünf Tiere erwischt.

Ich war schwer erstaunt.
"Glücklicherweise" rückte Johanna mein Weltbild so schnell wieder gerade, dass ich nicht mal ein Foto von ihr auf dem Tier machen konnte. Innerhalb von maximal einer Minute - wir hatten uns noch nicht mal bewegt - wurde ihr die Sache derart unheimlich, dass sie anfing zu weinen und wieder runter wollte.
Prinzipiell kein Problem, natürlich nicht, aber so mussten wir - vor allem Johanna, ich war so oder so zu Fuß unterwegs - natürlich ohne Tier mit den anderen mitmarschieren. Ich führe ja kein "leeres" Pony für Geld durch die Gegend.





Mit sich und der Welt unzufrieden - ich schätze, weil sie nicht so konnte, wie sie eigentlich wollte, denn im Grunde reizten sie die Ponys schon ganz schön - war Johanna fortan entsprechend knatschig.
Suchte immer wieder die Nähe zu den Tieren, wollte sie streicheln und führen - eben alles machen, wo sie selber die Kontrolle behalten konnte.
Nur aufsitzen wollte sie nicht mehr.




Und dann kam der Moment doch noch einmal.
Irgendwann traute sich Johanna erneut, und dieses Mal schaffte ich es sogar, ein Foto von dem Erlebnis zu machen. Das Pony ging nämlich tatsächlich ein paar Schritte mit der Madame auf dem Rücken, bevor diese wieder begann zu weinen.




Wenngleich die Aktion durch weinerliche Johanna recht nervig war (ich glaube, das konnte man mir auch ansehen), bin ich dennoch stolz und freue mich, dass sie sich nicht nur einmal sondern sogar zweimal dort hinauf getraut hat.

Ich allerdings war nach dem Marsch - eine Stunde mit den Ponys, hinzu Fußweg hin und zurück zum und vom Hof - dank des dicken Neun-Monats-Bauches fix und fertig mit der Welt, der Rücken schmerzte und Jonas schien wieder im Laufen unten rausflutschen zu wollen.
Im Grunde hätte man auch mir eine Decke überwerfen und mich zum ordentlichen Abschwitzen ne halbe Stunde auf ner Koppel abstellen können.

Aber schön wars trotzdem.
Und zum krönenden Abschluss hat die Madame auch noch eine dicke Traube und mehr als ein halbes, ziemlich großes Pizzabrötchen gegessen. Richtig aufgegessen.

Was will man mehr...

Mittwoch, 11. September 2013

[34+0] "Heute habe ich leider kein Foto für Sie."

Mit Eintritt in die 35ste Schwangerschaftswoche stand wieder mal Kontrolle per Super-Duper-Mega-Ultraschallgerät bei der Pränatalmedizinerin an.
Dank Ringelröteln-Infektion vor knapp zwei Monaten kommen wir noch mindestens ein weiteres Mal in den Genuß dieses Gerätes, nämlich in zwei Wochen.

Doch heute brachte das tolle Teil leider so gar nichts.
Der kleine Mann hat sich nämlich endlich gedreht. 
Brav in Schädellage. Was als durchaus positiv zu bemerken ist. 
Hatte ich doch kurz vorher im Wartezimmer noch zu Thomas gesagt, dass ich auf nen Kaiserschnitt mal so gar keinen Bock habe. 

Ich möchte die Geburt nicht planen, keinen Termin festlegen müssen.
Ich möchte den Überraschungsmoment haben, das Platzen der Fruchtblase, oder mitten in der Nacht - oder wann auch immer - von Wehen überrascht werden. 
Ich möchte die plötzliche Aufregung, das eventuelle Chaos erleben.
Vorfreude, Spannung und auch Schmerzen. Ja, Geburtsschmerzen.
Ich möchte nicht danach noch wer weiß wie lange mit möglichen Wundschmerzen oder gar Wundheilungsstörungen zu tun haben, vor allem nicht mit zwei kleinen Kindern.

Nein, ich will eine spontane Geburt. Mit allem drum und dran.

Letztendlich nimmt man es natürlich so, wie es kommt, groß beeinflussen kann man es nicht, und selbstverständlich wäre auch ein Kaiserschnitt kein Weltuntergang.
Aber Wünsche und Träume haben darf man ja dennoch.

Im Moment sieht ja alles gut aus für die spontane Geburt.
Jonas misst stattliche 49cm und bringt 2450g auf die Waage. Er ist seiner (korrigierten) Zeit nach wie vor voraus, lag aber heute leider platt auf dem Bauch, also mit dem Gesicht nach unten, und damit sind wir beim negativen Teil der Untersuchung: Absolut null Chance auf ein wenigstens halbwegs nettes Foto.
Dieses Kind ist einfach genauso fotounwillig wie seine große Schwester damals.

Doch solange es ihm gut geht, von einer Blutarmut rein gar nichts zu sehen ist und er sich prächtig entwickelt sind die Fotos Nebensache.
In wenigen Wochen sehen wir Jonas sowieso live und in Farbe.
Ich hoffe nur, dass er sich bis dahin nicht wieder zurückdreht in Beckenendlage.

Dienstag, 10. September 2013

Shopping am Dienstag - Mutti ist "feddich"!

Fix und fertig, um genau zu sein.
Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem wir nun morgen in die 35ste Schwangerschaftswoche starten und bereits von der ein oder anderen Seite gehört haben, dass man ja nun doch so ganz langsam das Kinderzimmer möbeltechnisch fertig ausstatten könnte (ist ja richtig!), entschlossen wir uns, den heutigen Vormittag beim Möbelschweden zu verbringen.

Gemütliches, schwedisches Frühstück und anschließendes Stromern durch den Laden. 
Mit dem erklärten Ziel, das noch fehlende Gitterbettchen samt Matratze und einen Kleiderschrank für Jonas zu kaufen. Dann haben wir zumindest die Möbel schon einmal komplett.

Natürlich landeten nicht nur besagte Dinge im Einkaufskorb bzw. auf dem Wagen, sondern auch jede Menge anderer Schnickschnack. 
Wie das beim Möbelschweden nun mal immer so ist!

Unter anderem konnte ich an Eulen-Lämpchen und dazu passendem Kissen für Johanna einfach nicht vorbeigehen.





Aber auch eine neue Deckenlampe für unser Schlafzimmer musste mit, schließlich nächtigen wir derzeit noch unter Johannas ehemaliger Kinderzimmer-Decken-Sonne - geht gar nicht. Passende Leuchtmittel dazu, etwas Deko (an der kann man ja nun mal überhaupt gar nicht vorbeigehen, was ich aber damit anstelle zeige ich euch in einem gesonderten Post), Kleiderbügel passend zu Jonas' Kleiderschrank, Kinderbecher (kann man immer brauchen!), und auch zwei neue Deckenlampen für das Kinderzimmer, doch auch zu diesen wird es einen eigenen Post geben.
Außerdem sicherlich noch weiterer Kleinkram, den ich jetzt schlicht vergessen haben.
Das Möbelschweden-Phänomen eben.

Nach drei Stunden gings dann flugs nach Hause, Kindergarten nahte dem Ende, und während die Madame und ich anschließend bei unserem dienstäglichen Ergotherapie-Termin waren erreichte mich eine wunderschöne Nachricht meines Mannes per WhatsApp:




Ein Teil des Kleiderschrankes.
Somit stand fest, nach der Ergotherapie würde die zweite Runde beim Möbelschweden eingeläutet werden.

Natürlich tauschten wir nicht nur das defekte Paket des Kleiderschrankes um (was erfreulicherweise völlig problemlos erfolgte, nur sehr viel Zeit in Anspruch nahm, da es ganz schön voll war), sondern tigerten noch ne Runde durch den Laden, und dieses Mal nahm ich die Bilderrahmen mit, die ich am Morgen schon in der Hand gehalten hatte.




Den ganzen Tag auf Achse, kurz vor acht abends waren wir endlich wieder zu Hause, bin ich nun quasi völlig im Eimer.
Mein Bauch mag sich nicht mehr stundenlang durch die Gegend wackeln lassen, mein Körper bedankt sich spätestens nach zwei, drei Stündchen mit fiesen Rückenschmerzen, die Beine tun weh, und stellenweise fühlt es sich an, als flutsche Jonas jeden Moment unten raus.

Doch was tut man nicht alles für einen ausgiebigen Möbelschweden-Trip, Frau kann eben doch nicht aus ihrer Haut.
Auch nicht hochschwanger mit dicker Plautze.

Montag, 9. September 2013

Shopping am Sonntag

Samstagabend, viel zu spät, als dass man an der Situation noch was hätte ändern können - hauptsächlich der Bequemlichkeit wegen, weil niemand mehr Lust hatte, noch zu real.- zu fahren und Getränke zu holen - stellten wir fest, dass wir nur noch wenige Flaschen Wasser im Kühlschrank stehen hatten.

"Lass doch dann morgen einfach mal wieder nach Venlo fahren."
Gute Idee, Schatz.

Dort gibt es ein großes Einkaufszentrum - Lebensmittel - und viel anderes drumherum, das praktischerweise sieben Tage pro Woche geöffnet hat.

Somit verschlug es uns Sonntag nach dem Frühstück auf die Autobahn Richtung Niederlande.




Natürlich war das "Tref" voll wie immer, sonntags vor allem von Deutschen frequentiert, aber bei der Grenznähe auch kein Wunder. 
Das Shoppingtier "Mensch" muss eben auch am heiligen Sonntag dem Konsum frönen - notfalls im Ausland. 
Wir sind da keine Ausnahme.




Zu unserem Glück sind dort derzeit "Hamsterweken" (Hamsterwochen) - Rabatte, Rabatte, Rabatte!
Also luden wir uns die Karre mit allem möglichen Zeug voll, das man eben in den Niederlanden so kauft: Kaffee, Kleinkuchengedöns, Heineken, Vla (!) und auch das ein oder andere Produkt, das wir tatsächlich akut benötigten.
Nur kein Wasser.
Natürlich nicht.
Dafür noch ganz viel anderes.





Auf diese weichen Pappbrötchen da in der Mitte vom Bild steht Thomas übrigens. 
Ich reiße mich nicht unbedingt darum, aber soll er sie essen.

Das sind so die Momente, in denen ich die Nähe zum Ausland echt zu schätzen weiß.
Ohne großen Aufwand - 30km bis nach Venlo sind wirklich keine Strecke - kann man sich ein bißchen Urlaubs-Exotik-Feeling in den Kühlschrank und den Vorratsschrank holen: Man packt sich die Bude voll mit Lebensmitteln, auf deren Verpackung alles nur in fremdländisch steht, und schon fühlt man sich, als wär man auf Reisen. Super!

Ist man schon mal "drüben", darf die obligatorische Stärkung natürlich nicht fehlen: Frikandel mit Fritten.




Ich habe die Portion übrigens nicht geschafft. Jonas nimmt einfach zu viel Raum ein, und da er nach wie vor im Bauch sitzt drückt er eh ganz schön viel vom Magen zusammen, weg, was auch immer. Sodbrennen lässt grüßen, obwohl sowieso schon gar nicht mehr viel Nahrung in mich reinpasst.

Johanna hatte ihren ganz eigenen Spaß.
Gefährte jeglicher Art, in die man sich reinsetzen kann, ziehen sie an wie die sprichwörtlichen Exkremente die Fliegen.
Nur bewegen dürfen sich die Gefährte nicht, da ist sie immer noch sehr empfindlich. Ich finde das nun allerdings nicht so wahnsinnig tragisch, das schont nämlich den familiären Geldbeutel.




Alles in allem ein gelungener sonntäglicher Shoppingausflug, in dessen Zuge wir auch noch relativ erfolglos durch einen Babymarkt und ein Möbelhaus stromerten - aber Spaß gemacht hat es trotzdem.

Nur die Übungswehen, die ich nach drei Stunden Lauferei passenderweise genau vor dem Babymarkt dann bekommen habe, die haben nicht so viel Spaß gemacht. Zwangen mich eher dazu, mich hinzusetzen, so unangenehm fühlten die sich an. Auch später zu Hause noch hatte ich den ganzen Abend Spaß mit dem harten Bauch und dem Ziehen.
Mein Körper sagt mir mittlerweile recht deutlich, wenn er genug hat.
Erschreckend deutlich.

Aber das war es wert.
Schöner Tag.