Montag, 22. Juli 2013

[26+5] Alles ok soweit.

Wir haben die Feindiagnostik hinter uns, und es sieht alles gut aus.

Jonas zeigt keine Anzeichen, dass er von den Ringelröteln irgendetwas abbekommen hat.
Im Gegenteil: Er entwickelt sich nach wie vor prima, inzwischen wiegt er etwa 1135g, ist sehr lebhaft, und auch die minimale Nierenbeckenerweiterung macht der Ärztin keine Sorgen.




Das ist aber natürlich keine Garantie, dass das auch so bleibt, denn auch nach durchlaufener Infektion kann ich die Krankheit 10 bis 12 Wochen lang - teilweise sogar noch länger -  an den kleinen Mann weitergeben. Und ob ich schon fertig bin mit dem Spaß wissen wir ja auch nicht. Meine rheumatischen Ausfälle begleiten mich jedenfalls nach wie vor.

Somit kommen wir nun erst mal alle 10 Tage in den Genuss dieses Super-Ultraschallgerätes, einfach um im Auge zu behalten, dass sich da nicht doch noch Blutarmut beim Männeken einstellt.

Heute haben wir sogar so etwas ähnliches wie ein vorzeigbares 3D-Bild hinbekommen. Zwar hat Jonas Hände, Füße und Nabelschnur vorm Gesicht, also so ziemlich alles, was man als Bauchbewohner vor dem Gesicht haben kann, aber eine leise Ahnung vom Profil gabs trotzdem.




Hoffen wir mal, dass uns das Glück hold bleibt und wir ohne Komplikationen durch diese dumme Infektion schippern.

Samstag, 20. Juli 2013

[26+3] Verdacht bestätigt.

Heute, am Samstag, rief mich meine Hausärztin von ihrem Handy aus zu Hause an.

Als ich erkannte, wer dran war und realisierte hatte, welchen Wochentag wir haben, war mir schon klar, dass sie mir nicht nur ein schönes Wochenende wünschen wollte.

Der Verdacht hat sich tatsächlich bestätigt.
Ich habe mich mit Ringelröteln infiziert.

War ich bisher, wo es noch in der Luft hing, nichts Definitives war, sehr gelassen, bin ich nun doch geschockt und ziemlich beunruhigt. Schließlich weiß ich um die Gefahr, die von dieser Infektion für das Ungeborene ausgehen kann. 
Kann, wohlgemerkt, nicht muss. 
Sorgen mache ich mir trotzdem.

Wie es der Zufall will, haben wir kommenden Dienstag den Kontrolltermin bei der Pränataldiagnostik - diese minimale Nierengeschichte, die sich vermutlich eh verwachsen wird oder schon hat. 
Und noch viel mehr Zufall will, dass eben jene Pränatalmedizinerin mit ihrem Super-Ultraschallgerät eine gute Freundin meiner Hausärztin ist. Somit hat diese bereits alles in die Wege geleitet. 
Nicht Dienstag, Montagabend noch haben wir nun den Termin für den Doppler. 
Notfall quasi, so schnell wie möglich muss geklärt werden, ob der Blutfluss in Ordnung ist, denn diese ollen, für den Infizierten ungefährlichen Ringelröteln können beim Ungeborenen Blutarmut hervorrufen.
Hätte meine Hausärztin mich gestern schon erreicht - aber ich habe ja den Tag in Mutters Garten chillen müssen - hätte ich gestern schon einen Termin in Düsseldorf im Pränatalinstitut gehabt. 

Nun also Montag.

Jonas strampelt munter durch meinen Bauch, von daher bin in der Hinsicht eigentlich erst mal beruhigt.
Trotzdem hört man nun natürlich die Flöhe husten.
Jeden Moment ohne spürbare Bewegung rattern die Gedanken. Ob wirklich alles in Ordnung ist?

Aber ja, wird es sein.
Jonas wird es gut gehen. 
Es kann sich aufs Ungeborene auswirken, größer ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nichts von der Infektion mitbekommt.
Also positiv denken, und Montag werden wir schon sehen, dass alles in Ordnung ist.

Freitag, 19. Juli 2013

Ein Tag in Omas Garten

Strahlender Sonnenschein - jedenfalls bis die Wolken kamen - und sommerliche Temperaturen, da lässt es sich in Omas Garten einfach besser aushalten als in unserer Maisonette-Wohnung. 
Perfekt, dass Omas Haus - und somit auch ihr Garten - nur wenige Fußminuten entfernt ist.

Für das eher wasserscheue - auch so ein Wahrnehmungsding - Enkelkind hatte meine Mama eine beinahe bis zum Rand mit Wasser gefüllte Wanne und passendes Schöpf- und Schüttspielzeug auf der Terrasse positioniert, und diese wurde auch sogleich inspiziert und bespielt.




Zwischen bunten Blümchen genoss auch Katze Shiva - eigentlich eine Katze ohne Freigang - mehr als vorwitzig die frische Luft und das Gras unter den Pfoten.
Meine Mama rannte nicht nur einmal hinter dem Tier her quer durch den ganzen Garten.






Gestern im Kindergarten bekam ich bei der Abholung eine großartige Mitteilung von Johannas Erzieherin.
Die Madame hat wohl ein Stück Wassermelone gegessen!
Mehrmaliges, ungläubiges Nachfragen meinerseits wurde ebenso mehrmalig bestätigt, auch wenn niemand genau sagen konnte, wie groß dieses Stückchen gewesen sein soll.
Johanna selbst schilderte mir stolz grinsend: "Ich habe abgebissen, gekaut und runtergeschluckt!"

Na, wenn das mal nichts ist!
Ich hatte schlagartig nen Kloß im Hals vor Freude, Rührung und Stolz, und um mir dieses Gefühl zu bewahren, glaube ich einfach mal fest daran, dass es wirklich passiert ist.

Natürlich habe ich gleich für heute Wassermelone besorgt.




Leider hat die Madame ihre Heldentat nicht wiederholen wollen. 
Außer Ablecken war nichts drin.
Dafür aber hatte sie vorher beim Mittagessen ein Fitzelchen Nudel gegessen.
Und das haben meine Mama und ich live und in Farbe miterlebt!

Fortschritte sind da. 
Wir müssen nur weiterhin ganz viel Geduld haben.

Fortschritte hat Johanna im Laufe des Tages auch in Sachen "Wasser" gemacht. 
In die Wanne gestiegen ist sie zwar nicht, aber irgendwann rannte sie immerhin barfuß rum und hat sehr ausgiebig mit dem Wasser rumgematscht und geplanscht.




Alles in allem ein sehr entspannter Sommertag ohne großartige Bewegung meinerseits - außer ab und zu mal Knöpfchen drücken an der Kamera - und wenn ich mir den Wetterbericht so anschaue, wird wohl noch der ein oder andere Tag in Omas Garten folgen werden in der nächsten Woche.

Donnerstag, 18. Juli 2013

[26+1] Hmmm...

Nachdem mich die Gelenkschmerzen auch gestern durch den Tag begleitet haben und ich kaum noch laufen konnte, da nun die Knie außerordentlich betroffen waren - neben allem anderen in meinem Körper - habe ich heute Morgen den Weg zum Arzt gefunden und letztendlich ordentlich Blut gelassen.

Eingelagertes Wasser ist es wohl nicht, erstens bin ich dafür nicht aufgeschwemmt genug - eigentlich nämlich gar nicht abgesehen von bereits erwähnten leicht geschwollenen Füßen abends - und zweitens sind durch den ganzen Körper wandernde Gelenkschmerzen untypisch für Wasser.

Stattdessen Verdacht auf Ringelröteln!

Bitte was? 
Ringelröteln?
Ich hab doch gar keine Flecken!

Muss man auch nicht haben, wie ich dank Freund Google nun weiß. Tatsächlich zeigen nur 15-20% der Erkrankten den typischen Hautausschlag, und gerade bei Mädchen und Frauen treten gerne eben jene Gelenkschmerzen in Erscheinung.

Ich bin leicht beunruhigt, allerdings ist das bereits eine Verbesserung, in der Arztpraxis war ich noch ziemlich geschockt.
Ringelröteln. Nicht ungefährlich in der Schwangerschaft.
Besonders gefährlich aber in den ersten zwei Dritteln, diese haben wir ja gerade hinter uns gelassen, und lange nicht jedes Ungeborene bekommt überhaupt etwas von der Infektion mit.

Sowieso müssen wir erst mal das Laborergebnis abwarten.
Vielleicht ist es doch Rheuma. Das wäre viiiieeeel besser!

Oder gar nichts. Nur ein Streich meines Körpers. Das wäre der Optimalfall.

Nun heißt es ganz klassisch "abwarten und Tee trinken", Montag wissen wir mehr...

Der kleine Mann derweil poltert nach wie vor munter durch den Bauch. 
Morgens, mittags, abends, nachts. 
Mit Pausen, irgendwann muss wohl auch er mal schlafen oder sich zumindest ausruhen, aber diese sind rar gesät. 
Sollte das schon ein Indiz für sein Schlafverhalten nach der Geburt sein, dann bin ich jetzt bereits bedient.

Inzwischen kann auch Johanna die Bewegungen sehen und fühlen, und sie ist richtig fasziniert und überraschend verständig und aufgeklärt, dass da ihr kleiner Bruder durch den Bauch purzelt.

In diesem Zusammenhang:

Ich: "Guck mal, Jonas macht wieder Purzelbäume im Bauch."
Sie: "Purzelbäume? Kann der sich da bewegen?"
Ich: "Ja, da ist ganz viel Wasser im Bauch, deshalb kann er rumschwimmen und turnen."
Sie: "Ganz viel Wasser? Hast du etwa getrunken?"

Dienstag, 16. Juli 2013

[25+6] Wo kommt das denn auf einmal her?

Bisher konnte ich mich im Grunde schwangerschaftstechnisch so gut wie gar nicht beschweren.

Die ausgeprägte Übelkeit der ersten 12 Wochen war zwar extrem nervig, gehört aber in den meisten Fällen dazu und wird somit abgehakt.
Ansonsten habe ich nicht viele Wehwehchen.

Etwas überanstrengt bei der Arbeit und deshalb ne Woche Pause verordnet bekommen wegen Unterbauchbeschwerden, aber das ist auch alles. Und nichts allzu Wildes.

Bisher.

Gestern morgen wurde ich wach, und das rechte Handgelenk schmerzte unangenehm.
Dabei habe ich mir allerdings nicht allzu viel gedacht, habe ich doch schon seit Wochen des nachts regelmäßig eingeschlafene Finger an der rechten Hand.
Die Schmerzen blieben den Tag über, mehr aber auch nicht. Halb so wild.

Heute morgen werde ich wach und merke sofort, dass mir über den ganzen Körper verteilt diverse Gelenke schmerzen. Rechte Hand nach wie vor, aber nun auch die Linke, beide Knie (ich brauche erst mal ne Weile, bis ich vernünftig aufrecht geradeaus gehen kann), im Laufe des Vormittages gesellen sich die Schultern und der Nacken hinzu, der Handschmerz wandert so richtig ins linke Handgelenk, so dass ich diese Hand nun am Abend so gut wie gar nicht mehr benutzen kann, derart schmerzt es.
Die Hüfte meldet sich ab und zu, die Fußgelenke ebenfalls.

Ich erfreue mich regelrecht eines Ganzkörpergelenkschmerzes, wobei die linke Hand das Unangenehmste ist. Wie gesagt, kaum brauchbar.

Ich bin wirklich kein Jammerlappen, wer mich kennt, weiß das.
Aber der momentane Zustand ist extrem blöd!

Mein erster Gedanke war "Wasser!".
Aber so schlagartig? Am ganzen Körper? Quasi über Nacht? Und ohne Gewichtszunahme? Auf der Waage hat sich nämlich immer noch rein gar nichts getan. Geschwollen ist auch nichts, also nicht mehr als bei anderen Frauen bei 30 Grad Sommerhitze. Leicht geschwollene Füße halt.
Und Wasser im Nacken? Den Schultern? Hüfte, Knie, Handgelenke und und und?
Ich weiß es nicht.

Irgendeine Entzündung? Rheuma? Gicht? Arthrose?
Weiß der Himmel!

Und warum? Was soll denn das?
Meine Hausärztin hat morgen früh geschlossen, entweder bequeme ich mich nun Donnerstagnachmittag zu ihr (wenn ich bis dahin noch diese Beschwerden habe), oder ich muss morgen früh zu nem anderen Doc ausweichen, wenn es noch schlimmer werden sollte.

Wir werden sehen.

Samstag, 13. Juli 2013

Natur zum Anfassen

Auf dem Außengelände des Kindergartens steht ein Häuschen, das bisher mehr oder weniger als Gerümpelkammer genutzt worden ist.

Nun wurde es liebevoll zum "Naturhaus" umgestaltet, und gestern fand nachmittags die feierliche Eröffnung statt.




Im Häuschen wird es Natur zum Anfassen geben für die Kinder. 
Es gibt großzügig bebilderte Anleitungen, wie zum Beispiel Kartoffeln im Eimer angepflanzt werden, es stehen Instrumente zur Verfügung (kleine Minilupen-Gläser unter anderem), mit denen Insekten und sonstiges Kleingetier ganz genau angeschaut werden können, und in den nächsten Tagen werden die Kinder einen Regenwurm-Schaukasten basteln. 

Abgesehen davon wird das Naturhaus in der kommenden Zeit durch neue Ideen der Kinder und Erzieher weiterwachsen und mit Inhalt gefüllt werden.

Außen wurde dem Häuschen ein zauberhafter Garten mit unterschiedlichsten Pflanzen und Kräutern verpasst, und es gibt eine niedliche Sitzgelegenheit.




Rund um die Eröffnung gab es natürlich viel zu entdecken und erfahren.




Natur aus nächster Nähe in ihrer ganzen Pracht.
Mit Mörser und Stößel konnten sich die Kleinen ihre eigenen aromatisierten Salze und ähnliches herstellen, an einem anderen Tisch wurde der Geruchssinn getestet, indem man die Nase in unterschiedlich gefüllte Säckchen halten musste und anschließend die passenden Bilder zuzuordnen hatte, und auch kulinarisch wurde so manche Leckerei geboten.

Mit Kräutern gefüllte Blätterteigschnecken, selbstgebackenes Brot mit Frischkäse und Kräutern, Tomate-Mozarella-Spieße, aromatisiertes Wasser und und und.

Auch die Madame griff wie immer beherzt zu, da können wir uns wirklich nicht beklagen. 
Sie probiert alles, wenn sie es auch nicht abbeißt, geschweige denn runterschluckt.




Insgesamt eine gelungene Eröffnung dieses Stückchens "Natur zum Anfassen", aber irgendwann war die Luft raus und man ließ sich einfach nur noch hängen.




Ich glaube, demnächst werde ich die Blätterteigschnecken mal selber herstellen, und wenn sie was werden, dann zeige ich sie euch vielleicht sogar.

Freitag, 12. Juli 2013

Besuch bei der lieben Verwandtschaft "janz weit drüüüben"!

Meine Schwiegeroma aus einem weit entfernten Örtchen unweit von Jena in Thüringen hatte am letzten Wochenende zur Geburtstagsfeier eingeladen. Natürlich ließen wir uns nicht lange bitten und freuten uns gleich auf diese paar Tage - Freitag bis Sonntag - "Rauskommen aus dem Alltag".
Wenngleich wir uns auf die fünfstündige Fahrt eher weniger freuten, aber um die kommen wir aufgrund der Entfernung leider nicht herum.

Erfreulicherweise haben wir ein sehr liebes Kind, das weder murrt noch meckert im Auto, geschweige denn, dass mal ein Weinen zu vernehmen wäre. 
Die Madame sitzt einfach geduldig in ihrem Sitz, schaut aus dem Fenster, schiebt vielleicht mal ein kurzes Nickerchen ein, schaut sich ihre Bücher an oder malt, unterhält sich mit uns und ist schlicht (ganz im Gegensatz zur werten Mama *räusper*) die Geduld in Person.

Einquartiert waren wir in einem lauschigen, gutbürgerlichen Hotel mit gemütlichem Innenhof.




Diesen konnten wir prima nutzen, um die Mittagszeit zwischen einem Spaziergang...




...und dem beginnenden Festmahl zum Geburtstag zu überbrücken.





Kurzerhand wurden die Malsachen ausgepackt, und Papa und Töchterlein betätigten sich künstlerisch.
Als Stiftetasche musste übrigens für die Reise ein Waschbeutel von Smithy herhalten, aufgrund der Beschichtung im Inneren ist er auswaschbar und somit auch hervorragend für Stifte aller Art geeignet. Kleine Zweckentfremdung aus der Not heraus, aber Johanna liebt ihre "Ententasche" sowieso und würde sie am liebsten überall mit hinnehmen.

Bei Kaffee und Kuchen am Nachmittag sah Johanna beinahe aus wie ein "normal" essendes Kleinkind. Der klassische Thüringer Kuchen, den es zu diesen Gelegenheiten "janz weit drüüüben" immer gibt ist aber auch wie gemacht für die Madame. 
Lauter kleine, süße, unglaublich leckere Häppchen.




Auch Plüschkater Tom wollte unbedingt am kulinarischen Gedönse teilnehmen, allerdings erst später am Abend, und irgendwie habe ich auch den Eindruck, er kommt in seinen Vorlieben etwas mehr auf meinen Mann als auf Johanna und mich.




Bevor es am Sonntag wieder nach Hause ging legten wir zunächst rund 120km tiefer in den Osten Deutschlands zurück und landeten bei weiteren Schwiegergroßeltern in Sachsen.
Wenn wir schon mal in der Ecke sind nehmen wir natürlich alles an Verwandtschaft mit, was es dort gibt.




Den Keks hat bei diesem Besuch nicht Kater Tom angeknabbert sondern tatsächlich Johanna angelutscht, aufgeweicht und runtergeschluckt.
Wieder ein Grund für Freude und Stolz.
Sie traut sich immer mehr.

Spät am Abend - gegen 22 Uhr - waren wir dann nach gut sechs Stunden Fahrt müde aber glücklich zurück in der Heimat, und wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Besuch... wann auch immer wir den antreten können.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Von kleinen Freundschaften und großen Krokodilstränen

Johanna ist gerne im Kindergarten.
Soll sie nachmittags abgeholt werden, wird - wer auch immer diesen Job gerade übernimmt - derjenige konsequent ignoriert. Die geliebte Kindergartenzeit kann doch nicht schon wieder vorbei sein.
Da muss man sich auch schon mal konsequenter in den Mittelpunkt des Geschehens bringen, um die Madame zum Mitkommen bewegen zu können.
Prinzipiell ja sehr schön.

Johanna ist wirklich gerne im Kindergarten. 
Aber Johanna GEHT nicht gerne in den Kindergarten. Jedenfalls nicht, wenn ICH sie dort hinbringe, was ich aufgrund der beruflichen Gegebenheiten meines Mannes und mir so gut wie immer mache.

Im Moment durchlaufen wir eine ganz schlimme Phase von "meine-Mami-soll-hierbleiben", ich fühle mich stark erinnert an die früheste Eingewöhnungszeit vor gut einem Jahr.
Obwohl... stimmt nicht... nicht mal da hatte wir derartige Probleme. 

Jeden Morgen im Kindergarten verabschiede ich mich natürlich ausführlich von meiner Tochter, gebe ihr mit auf den Weg, wer sie mittags abholen kommen wird, wünsche ihr viel Spaß, drücke ihr noch ein Küsschen auf, und dann mache ich mich auf den Weg nach Hause oder zur Arbeit.
Jedenfalls sollte es so sein.
Seit einer Weile nun haben wir das Ritual erweitert. Ich muss mit der Madame morgens eine Runde durch den Kindergarten drehen und überall mal schauen, was wo los ist. Währenddessen klammert sie sich an meine Hand und weicht keinen Millimeter von mir. In der Regel dauert diese Runde ein paar Minuten, und danach kann ich sie dann in die Obhut ihrer Bindungserzieherin geben oder in den Kreis ihrer Kindergarten-Mädelsclique entlassen. Damit kann ich leben.
Seit einigen Tagen aber spielt sich morgens ein regelrechtes Drama ab.
Sobald es an die Trennung geht weint die kleine Madame bitterlich große Krokodilstränen, ihre Mädelsclique bringt keine Erleichterung, nicht mal Johannas allerallerbeste kleine Freundin kann sie ablenken.
Letztendlich nimmt ihre Erzieherin sie mit, lenkt sie mit Spiel und Spaß ab, und ich kann das Feld räumen.

Mir zerreißt es regelrecht das Herz, mein Mädchen so leiden zu sehen, obwohl ich genau weiß, dass nach 15-20 Minuten alles vergessen sein wird und sie fröhlich und munter den Rest des Tages mit ihren Freundinnen spielen wird, bis sie am Mittag zur Abholung weder Mama noch Oma sehen möchte, sondern am liebsten noch viele weitere Stunden im Kindergarten bleiben würde.

Nach solchen Trennungsszenen muss ich selber jedes Mal ein paar Tränchen verdrücken. Ganz schlimm.

Wo kommt das auf einmal her? Wir hatten nie solche Probleme.
Hat es wirklich mit der Schwangerschaft zu tun?
Da wir den kommenden Nachwuchs sehr offen und regelmäßig auch mit Johanna thematisieren - natürlich kindgerecht - und sie täglich den wachsenden Bauch sieht, ist das ein erstes Anzeichen von kommender Eifersucht? 
Oder nein, Eifersucht nicht, denke ich. Dazu redet sie zu liebevoll und voller Vorfreude über ihren kleinen Bruder. 
Aber die Gewissheit, dass sie die Mama bald teilen muss? 
Macht ihr das Angst?
Hängt sie sich deshalb morgens in dieser ganz klassischen Trennungssituation derart an meinen Rock- oder vielmehr Hosenzipfel?
Und wenn es so ist, wie geht man am besten damit um?

Wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich nachher bei der Abholung mal ein Wörtchen mit Johannas Erzieherin darüber wechseln. 
Mal schauen, wie die das sieht.

Mittwoch, 10. Juli 2013

[25+0] Alles super... eigentlich.

Heute stand mal wieder eine Vorsorgeuntersuchung an. 
Mit Zuckertest. 
Das Rundum-Sorglos-Paket.

Zucker haben wir nicht, alles prima in der Hinsicht.
Das Gewicht stagniert sowas von auf einem vorschwangerschaftlichen Wert, ich bin total begeistert. Kein Gramm zugelegt bisher.

Dabei ist der kleine Mann bereits zeitgerechte (knapp) 32cm groß und rund 950g schwer.
Wahnsinn, wie die Zeit vergeht und er sich stetig entwickelt!

Wasser habe ich nirgendwo eingelagert, abgesehen vom Fruchtwasser im Bauch, und davon ist nach wie vor ausreichend vorhanden. Wäre aber auch dramatisch, wenns nicht mehr so wäre, das kenne ich ja noch aus der Schwangerschaft mit Johanna.

Einziger Wehrmutstropfen: Da die Arbeit die letzten Tage etwas zu anstrengend war habe ich eine Woche Pause verschrieben bekommen. Aber gut, es gibt Schlimmeres...

Und was mich auch inzwischen so gut wie jede Nacht ganz schön nervt: Eingeschlafene Finger an der rechten Hand. Auch das kenne ich noch von Johanna. Damals hatte ich das aber viel später, die letzten vier oder sechs Schwangerschaftswochen, da habe ich die Fingerchen aber auch irgendwann gar nicht mehr wach bekommen und sie blieben komplett taub. 
Dieses Mal bekomme ich sie bis jetzt jedenfalls immer noch irgendwann früher oder später wieder aufgeweckt. Nervig ist es trotzdem.
Deshalb habe ich aber auch schon meine Hebamme auf den Fall angesetzt: In zwei Wochen gibts ne feine Druckmassage an den entsprechenden Stellen im Nacken und an der Schulter. Mal schauen, ob das was bringt. 

Wir werden mal sehen, ob die Schwangerschaft weiterhin so (nahezu) unproblematisch verläuft.
Schön wäre es ja...

Dienstag, 2. Juli 2013

Die Gewinner stehen fest!

Die Auslosung der beiden Boxen stand an, und die Madame hat ihre Pflicht sehr verantwortungsbewußt erfüllt.





Zwei Gläschen mit Zettelchen waren es passend zu den zwei Boxen, die neue Besitzer suchten.

Die Dusch- und Badebox geht an Isabel (Isabella Stracciatella).
Herzlichen Glückwunsch! 




Und die Beautybox geht an Katja.
Auch hier herzlichen Glückwunsch!




Die Boxen werden sich schnellstmöglich auf den Weg machen.

Und dem Rest sei gesagt: Nicht traurig sein, es wird sicherlich in absehbarer Zeit wieder ein Gewinnspiel geben.

Die Suche nach dem Heiligen Gral

Johanna ist - wie die meisten inzwischen wissen dürften - was ihre Ernährung angeht recht speziell. 
Das hat sich trotz aller Fortschritte bei SI-Therapie und Logopädie bisher nicht grundlegend geändert.
Sie probiert zwar viel aus, lutscht an den meisten Lebensmitteln herum, traut sich sogar gaaaaaanz langsam ans Knabbern, aber tatsächliche Ernährung erfolgt immer noch ausschließlich über Baby-Grießbrei und Vanillequark.

Für diejenigen, die hier doch noch relativ neu sind: Es gibt tatsächlich Kinder, die eher verhungern würden als Nahrung zu sich zu nehmen, die in Geschmack, Konsistenz, Aussehen oder was auch immer nicht dem entspricht, was sie zu sich nehmen können aufgrund welcher Essstörung auch immer.
Johanna ist so ein Kind.
Schwer vorstellbar, noch schwerer nachvollziehbar, aber das hat nichts mit "auf der Nase rumtanzen lassen" (ein gerne bzw. vielmehr oft, aber ungerne gehörtes Vorurteil) zu tun, es ist tatsächlich so.

Nun kann man Johanna natürlich nicht jeden Baby-Grießbrei und auch nicht jeden Vanillequark vorsetzen. Sie ist da sehr eingeschränkt. Geschmack muss stimmen, Konsistenz muss stimmen, Aussehen muss stimmen.
Die passenden Lebensmittel sind also unser Heiliger Gral.

Madame ist festgefahren auf Vanillequark von Exquisa, mit Glück nimmt sie auch Weihenstephan oder Vanillejoghurt von Landliebe.

Unsere Quarkvorräte neigten sich dem Ende zu, somit machten wir uns heute auf den Weg, eben jene wieder aufzufüllen.
Der erste Gang führte in den örtlichen Supermarkt unseres Vertrauens, ich ließ Thomas eben alleine reinhüpfen und wartete im Auto, fest davon überzeugt, dass wir schnell wieder den Heimweg antreten könnten.

Doch weit gefehlt. Viel zu schnell kam er mit leeren Händen zurück. 
Kein Exquisa mehr da, Weihenstephan auch nicht.

Also ab nach real.-
Einmal hin, alles drin.
Wir tingelten durch unseren hochmodernen "Future Store", kamen in der Kühlung im Quarkbereich an und standen vor einem leeren Regal. Ungläubig schauten wir uns an.
Kein Exquisa mehr da, Weihenstephan auch nicht.

Kurz überlegt entschieden wir uns, die Supermärkte im angrenzenden Ort abzuklappern.
45 Minuten und Lidl, Penny und REWE später saßen wir wieder im Auto und waren mit unserem Latein so ganz langsam am Ende. Konnten es im Grunde nicht fassen.
Kein Exquisa mehr da, Weihenstephan auch nicht. 
Nirgendwo.

Mittlerweile stellten sich ratlose Gedankenfalten auf den Stirnen ein, was sollten wir machen, wenn wir Johannas Quark in einem 15km großen Einzugsgebiet nicht auftreiben konnten?
Ab nach Düsseldorf? Metro? Direkt den 10l-Eimer Exquisa einpacken?
Da fiel mir im selben Ort noch der Edeka ein, flugs vorbeigefahren und fast schon Galgenhumor-erfreut festgestellt, dass der seit neuestem scheinbar gar nicht mehr existiert.

Nun resignierten wir.
Aus anfänglichem "so weit fahren für Quark?" wurde ein "scheiss' auf die Strecke, wir brauchen den Stoff!", und somit fuhren wir den ganzen Weg retour und noch weiter in ein anderes Örtchen zum dort ansässigen neuen, großen Edeka. 
Wenn die keinen Vanillequark haben, wer denn dann?

Dachten wir und packten optimistisch auch noch frische Erdbeeren und Bratwürstchen ein.
An der Kühlung angekommen jedoch fielen wir aus allen Wolken.
Kein Exquisa mehr da, Weihenstephan auch nicht.

Was ist denn los hier? 
Essen in Anbetracht der hochsommerlichen Temperaturen (mehr als 20 Grad Celsius sind ja mittlerweile schon hochsommerlich zu nennen) auf einmal alle Vanillequark? 
Gibt es schlagartig noch mehr Kinder wie Johanna? 
Oder haben sich Exquisa und Weihenstephan gegen uns verschworen und die Produktion eingestellt?
Um nicht länger mit leeren Händen dazustehen, und weil uns inzwischen wirklich die Supermärkte im nicht allzu weit entfernten Umland ausgingen, tätigten wir einen Notkauf: Zwei Gläser Landliebe Vanillejoghurt in der Hoffnung, dass Madame den essen wird, wenn es keine andere Wahl gibt. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Aber ohne Nervenkitzel wäre es ja auch langweilig.

Inzwischen waren wir seit knapp zwei Stunden auf der verzweifelten Suche nach Vanillequark, die Zeit war derart vorangeschritten, dass wir uns schon bald auf den Weg zum Kindergarten (noch ein anderer Ort) machen konnten, um die Madame abzuholen, und dort, ja dort gibt es einen fast nigelnagelneuen Kaiser's-Markt. 
Die allerletzte Anlaufstelle, um vielleicht doch noch zu bekommen, was wir uns so sehnlichst wünschten.
Also schoben wir auf dem Weg zum Kindergarten einen kurzen Zwischenstop ein, waren kurz beeindruckt vom hellen, freundlichen, großzügigen Supermarkt, kamen an der Kühlung an, und uns klappten die Kinnladen herunter.
Vor uns erstrahlten vier (in Zahlen: 4!) Pötte Vanillequark im herrlichsten Glanze.
Nicht Exquisa, nein, Exquisa war nicht mehr da, aber Weihenstephan!

Vier wunderschöne, blaue 500g-Pötte mit allerleckerstem Weihenstephan-Vanillequark.
Der Exstase nahe rafften wir zusammen, was wir tragen konnten, nicht dass uns die noch jemand wegschnappt, und konnten unser Glück kaum fassen.




Nach zwei Stunden, etlichen Kilometern auf dem Tacho und sieben Supermärkten in vier verschiedenen Orten waren wir endlich am Ziel unserer bescheidenen Träume.
Kurz verschwendete ich einen Gedanken daran, was nun die anderen armen Menschen in unserem Einzugsgebiet machen würden, die ebenfalls Vanillequark kaufen möchten, schließlich hatten wir die letzten Vorräte aufgekauft, aber der Gedanke verflog ganz schnell wieder.

Und ich verschwende zumindest heute auch keinen weiteren Gedanken daran, dass diese 2kg Quark vermutlich höchstens bis Donnerstag reichen werden und dann die Odyssee von neuem starten wird.

Eine Quark-Flatrate wäre was für uns.
Ein Abo. Automatische, wöchentliche Lieferung, vielleicht sollte ich mal an Exquisa schreiben? Oder Weihenstephan?

Nun ist der Kühlschrank jedenfalls erst mal wieder voll, und das ist auch gut so!