Montag, 18. März 2013

Arno Strobel: Der Sarg

Ich habe 

Der Trakt
Das Wesen
Das Skript

von Arno Strobel mit Begeisterung verschlungen! 

Es gibt einige gute Thriller, aber nur wenige konnten mich so fesseln, wie es diese drei Werke getan haben. 
Umso mehr freute ich mich auf Der Sarg, und genau deshalb möchte ich hier in kurzen Worten über mein Leseerlebnis berichten.




"Sie konnte nicht einordnen, was diese Schwärze zu bedeuten hatte. Aber sie war überall. Und es gab keinen Ausweg."

Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. 
Erstickt.
Zur gleichen Zeit hat Eva einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf. Gefangen, hilflos, panisch. Sie weiß nicht, wie sie in den Sarg hineingekommen ist, und später nicht mehr, wie sie ihn wieder verlassen hat. Doch irgendwann ist es vorbei, sie ist frei, liegt in ihrem Bett. Und bemerkt die Blutergüsse und Kratzspuren an Händen, Armen und Beinen...

So der Klappentext.

Die kurze Leseprobe hinten auf der Taschenbuchausgabe nahm mich sofort mit:

Sie wacht auf. Es ist dunkel. Zu dunkel. Sie kann nichts erkennen. Kein Lichtschein durch die Jalousien, keine Leuchtziffern auf dem Wecker. Nichts.
Sie will sich aufrichten. Es gelingt ihr nicht. Ihr Kopf schlägt dumpf gegen Holz.
Sie ist gefangen. Sie liegt in einem Sarg. Und niemand hört sie schreien.

Leider, leider konnte Arno Strobel dieses Mal meine Erwartungen nicht erfüllen.
Das Buch ist gut geschrieben, keine Frage.
Kein sprachliches Meisterwerk, aber solide Handwerkskunst.
Gerade die Szenen, in denen mit zwei der Urängsten - Gefangensein und Dunkelheit - gespielt wird, reißen sprachlich mit und machen Panik und Hilflosigkeit greifbar.

Doch viel zu früh - bereits nach etwa einem Drittel der Handlung - lässt sich erahnen, wohin der Hase läuft. Und anstatt mit ungeahnten Wendungen zu überraschen, wird die erste Ahnung viel zu schnell mehr und mehr bestätigt. So liest man den Text einfach herunter, anstatt begleitet von Aaahs und Ooohs immer wieder in neue Richtungen gelenkt zu werden. Von Spannung kann daher nicht wirklich die Rede sein, am Ende sitzt man da mit einem "Hab-ich-ja-gesagt-Gefühl".

Für Strobel-Fans sicherlich nicht verkehrt, und ich bereue diesen Kauf auch nicht, dennoch habe ich mir mehr erwartet und bin daher leicht enttäuscht von dieser spannungslosen Vorhersehbarkeit.

1 Kommentar:

  1. Der Sarg... Ich hatte mir eine Leseprobe auf mein Kindle schicken lassen... Was soll ich sagen? Mir war das so unheimlich. Ganz lesen werde ich es sicher nicht.
    Grüße, Iris

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