Freitag, 8. Februar 2013

Status Quo

Nachdem die Madame gestern Nachmittag zusehends schlapper und müder geworden ist, nur noch in Papas Sessel herumgelegen oder geschlafen hat, und sie auch heute Morgen immer noch nichts essen wollte, sondern direkt wieder den Weg in den Sessel suchte, um einfach vor sich hindümpelnd rumliegen zu können, habe ich sie mir geschnappt, und wir sind kurzerhand zu unserem Kinderarzt gefahren.

Ich kenne das Erscheinungsbild.
So hat es letztes Jahr vor der Infusion im Krankenhaus auch angefangen.
Nun wollte ich vor dem Wochenende abgeklärt haben, wo wir stehen.

"Das Essen hat Ihre Tochter nicht erfunden, das wissen wir ja."
So die Begrüßung.

Unser Doc ist weder begeistert noch zufrieden mit Johannas Zustand, aber es ist (noch) nicht so schlimm, dass sie nun an die Infusion müsse. Ihren Blutzuckerwert hat er überprüft (unter übelstem Geweine natürlich, denn "kein Blut, ich will kein Blut!", so die Madame in einer Tour), und der ist zum Glück völlig in Ordnung.
Dennoch - und das sagt er auch - ist das nun eine Entscheidung, die wir von Tag zu Tag neu fällen müssen. Gut hinschauen, und sobald sich ihr Zustand weiter verschlechtert, sie noch schlapper oder gar apathisch wird, müssen wir ins Krankenhaus fahren.
Unser Doc hofft, dass der Infekt bald abklingt und Johannas Appetit dann von alleine zurückkehrt, bevor sie an die Infusion muss.
Und weiß Gott (oder wer auch immer), das hoffe ich auch!

Das einzig Positive bei all dem Schlechten hier sei, dass Johanna daran gewöhnt sei, mit wenig Nahrung auszukommen. Ihr Stoffwechsel sei daran adaptiert, und deshalb rausche sie auch nicht gleich völlig in den Keller, wenn sie ein paar Tage nichts isst.

Unser Doc würde sich freuen, wenn wir heute fünf oder sechs Esslöffel Brei schaffen würden.
Ja, da würde ich mich auch sehr freuen!
Aber Johanna ist stur, sehr stur, und wenn sie nicht essen will, dann isst sie nicht.
Mit dem Krankenhaus drohen kann man ihr auch nicht, das nickt sie ab, und dann fahren wir eben dorthin.

Ich hoffe, wir kommen drumherum.
Im Moment bin ich erst mal etwas beruhigt, dass es noch nicht ganz akut ist.
Trotzdem hängt gerade dieses Damoklesschwert "Krankenhaus" über uns, über den Berg sind wir nicht, und ich hoffe, das Schwert rauscht nicht doch noch herunter.

Kommentare:

  1. Oh mann... Ich drück euch ganz fest die Daumen...
    LG

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  2. Ich drücke auch alle Daumen und Pfoten, dass Johanna bald wieder ihren Brei mümmelt.

    LG
    Elke

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  3. ich lese deinen blog seit ein paar tagen, habe mir die geschichte von anfang an durchgelesen und wünsche euch, dass ihr auch diese zeit wieder übersteht. ich wünsche euch viel kraft und geduld, auch wenn das wohl manchmal nicht so einfach ist, wie wir anderen uns das vorstellen.

    liebe grüße von sophie

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