Montag, 4. Februar 2013

Memories

Das kann ja heiter werden, denke ich. 
Oder habe ich das etwa laut gesagt? Keine Ahnung, aber immerhin guckt mich niemand komisch an im Kindergarten. Hab's wohl doch nur gedacht.

Johanna empfängt mich zur Abholzeit mit Leidensmine. Wässerige Augen, die Mundwinkel im typischen Kleinkind-kurz-vor-dem-Weinkrampf-Ausdruck zitternd nach unten gezogen.
"Sie durfte sich jetzt nicht mehr schminken", klärt mich eine Erzieherin auf.

Ahja, das erklärt natürlich alles.
Kind in der trotzigsten aller vorstellbaren Trotzphasen darf etwas nicht. Und erkältet isses auch noch.
Erneut schießt mir ein Das kann ja heiter werden. durch den Kopf.

"Wir können uns zu Hause schminken, okay?"
Kläglicher Versuch, ich gebe es zu.

Wir ziehen uns - extrem nah am Wasser gebaut, jedenfalls die eine, kleinere Hälfte von uns - schnell an und verlassen den Ort der Versagungen, stetiger Begleiter ein unschöner, lauter, bölkender Husten. Na herrlich.

"Zu Hause wartet eine Kiste auf dich, die hat dir der Postbote gebracht."
Noch ein kläglicher Versuch, und ich bekomme auch prompt eins vor den Latz: "Nein, ich will keine Kiste!"

Auch gut. Basteln wir eben nicht.

Zu Hause angekommen reicht es noch für eine kleine Breimahlzeit, bevor Madame erschöpft auf Papas Sessel niedersinkt und einschläft. Wirklich einschläft. Das Kind ist richtig krank. Anders kann ich mir Schlaf am Tag nicht erklären.
Ich komme noch schnell meinen mütterlichen Pflichten nach (vielleicht schläft sie ja mit Decke und Kissen länger, dann ist sie nicht ganz so unausstehlich, wenn sie wieder wach wird)...


... dann widme ich mich zum ersten Mal meinem neuen Erinnerungsbuch, erstanden bei der Ja-Sagerin.

Früher habe ich schon gerne Alben von allen möglichen Dingen angelegt, irgendwann schlief diese Vorliebe dann jedoch ein, und nun ist der Zeitpunkt gekommen, damit wieder anzufangen. Denke ich.

Ursprünglich gekauft hatte ich es, als ich noch davon ausging, dass wir nach München fahren würden. Solch ein einschneidendes Erlebnis muss bewahrt und konserviert werden. In Schnipselchen, Wortfetzen und Bildern. 
Nun fahren wir nicht, aber auch ohne München wird das Jahr 2013 erinnerungswert sein, schätze ich.



Heute bastelt also mal die Mama ganz alleine für sich, während Johanna in atemberaubender Lautstärke auf Papas Sessel vor sich hinschnarcht.
Fotos, Flyer, Karten, Rechnungen, entsprechende Texte, der Januar wird in Wort und Bild festgehalten. Konserviert für ganz lange.
Gestaltungsideen finden sich übrigens auch auf dem Blog der Ja-Sagerin.



Ich bin jetzt schon gespannt, was ich Ende des Jahres in den Händen halten werde.
Johanna schnarcht immer noch.
Muss ihre Bastelkiste eben noch ein wenig warten.
Dabei war ich darauf schon so gespannt!

Kommentare:

  1. ach, wie schön! es gibts bestimmt noch ganz viele erinnerungen zum festhalten, auch wenn es mit münchen nicht geklappt hat :)
    freue mich, dass es dir gefällt und werde deine fortschritte in sachen memory book beobachten ;-)
    lg!

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  2. Was für eine tolle Idee..... und der kleinen Maus Gute Besserung

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  3. Die Ja-Sagerin folge ich seit einiger Zeit. Die Sachen sind total toll. ;) Durch ihre Idee vom Erinnerungsordner - habe ich mein eigenes gebastelt. Super Idee.

    www.blog-katu.blogspot.de

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