Montag, 4. Februar 2013

Krankes Kind

Habe ich im vorigen Post noch geschrieben, Johanna müsse krank sein, wenn sie tagsüber schlafe, habe ich inzwischen die Gewissheit: Das Kind glüht und strahlt eine Hitze aus, dass ich selber ins Schwitzen gerate, wenn ich sie auf dem Arm habe, und das Fieberthermometer zeigte eben 39,9 Grad Celsius an.

Allein die Tatsache, dass ich überhaupt Fieber messen konnte - zweimal im Abstand von etwa eineinhalb Stunden (39,7 Grad und 39,9 Grad) - zeigt, dass sie wirklich krank sein muss. Die Gegenwehr war minimal und beschränkte sich hauptsächlich auf Weinen und Wimmern, wodurch ich trotzdem mit dem Thermometer hantieren konnte.
Normalerweise wird sie derart hysterisch, wenn man ihr irgendetwas - Fiebermessgerät oder Zäpfchen - rektal einführen möchte, dass Verletzungen nicht ausgeschlossen wären, würde man es dennoch versuchen, von der dazugehörigen Lautstärke mal ganz abgesehen, so dass ich in aller Regel von derartigen Prozeduren absehe.

Saft, Tabletten und alles ähnliche kann man natürlich vollkommen vergessen, sowas nimmt sie dank ihrer Wahrnehmungsstörung nicht ein. Unter keinen Umständen. Keine Chance. Auch nicht unters Essen oder ins Trinken gemischt. Das riecht sie sofort. Wie gesagt: Keine Chance.

Somit haben wir mit jeder Erkältung schön lange zu tun, denn Johannas kleiner Körper muss damit ganz alleine zurecht kommen. Keinerlei Hilfe von außen. Weder homöopathisch noch chemisch. Nichts. Nada. Macht es einem nicht immer einfach.

Solch hohes Fieber hatten wir noch nie.
Dank einer Arzthelferin im engeren Familienkreis verfüge ich über eine gut sortierte Hausapotheke - auch im Bereich Kindermedizin. Bisher allerdings habe ich davon nie etwas verwenden können/müssen, weil es entweder sowieso nicht schlimm genug war oder Madame sich eben rein gar nichts verabreichen lässt. 

Ich bin kein Mensch, der schnell zu Medikamenten greift, nur bei eigenen Kopfschmerzen, da habe ich die Tabletten schneller intus als manch anderer "Kopfschmerzen" sagen kann, aber das tut hier gerade nichts zur Sache.

Bei der kleinen, dreijährigen Tochter mit 39,9 Grad Fieber wird dem Muttertier allerdings doch schon mal anders - auch wenn es in der Regel noch so cool und gelassen ist - und es - das Muttertier - fängt an zu überlegen. 
Arzt? Gar Krankenhaus? Oder doch zu Hause aussitzen?
Ist ja erst der erste Tag. Nicht mal das. Nachmittag. Halb so wild. Fieber ist gut. Bekämpft Viren und Bakterien. Lassen wir es seine Arbeit tun. Andererseits ist knapp 40 schon echt hoch. Und Johanna nimmt nichts. Doch Arzt?

Ein Anruf in der Kinderklinik bringt mir die Nummer des kinderärztlichen Notdienstes, der wiederum verhilft mir zur Nummer des momentan Notdienst habenden Kinderarztes.
Kurzes, freundliches Gespräch, abgenickt, dass ich Fieberzäpfchen da habe, und ansonsten seien sie die ganze Nacht da, ich könne mich ja dann noch melden.

Habe ich Lust, zum ich-weiß-nicht-wievielten-Male irgendeinem Menschen zu erklären, dass mein Kind keinerlei Medikamente zu sich nimmt, und warum das so ist? Mir das ungläubige Schweigen anzuhören? Das Nachfragen? Die klugen Ratschläge, die mir zeigen, dass nichts verstanden worden ist von dem, was ich gerade gesagt habe?
Nö.

Außerdem konnte ich Fieber messen, vielleicht klappt ja wirklich auch ein Fieberzäpfchen.

Und siehe da, es geht.
Status Quo: 39,9 Grad Fieber, Zäpfchen verabreicht, Kind hat getrunken und liegt nun im Bett.

Sie muss wirklich richtig krank sein.

Schauen wir mal, was die Nacht so bringt.

Kommentare:

  1. Liebe kranke Johanna, ich wünsche dir gute Besserung, werde schnell wieder gesund.

    Liebe Grüße aus Zypern

    Elke

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  2. Liebe Rebekka !

    Du hast es ja auch wirklich nicht leicht. Dann einem fremden Arzt möglicherweise erklären müssen, warum Dein Kind sich so und nicht anders verhält. Ich kenne das, wir habe auch möglichst versucht, keine fremden Ärzte im Notfall zu konsultieren, weil man sich nicht jedesmal erklären möchte.

    Linus hat noch lange nach Diagnosestellung an allen Lebensmitteln gerochen, hat vieles nicht gegessen, obwohl es glutenfrei war, weil er auch die Zusatzstoffe nicht vertragen hat und das intuitiv wusste. Ich hoffe Ihr übersteht den Infekt ohne Nerverei für alle Beteiligten.

    Gute Besserung für die Maus und Dir ein bisschen Nachtruhe.

    LG Gitta

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  3. Oh Mensch. Gute Besserung kleine Johanna... Hoffe die Nacht war okay und das Fieber senkt sich fix.

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  4. Ohje, aber das wird schon wieder. Du hast einen schönen Blog und nun noch eine weitere Leserin. Gute Besserung.
    Liebe Grüße
    Julia

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