Sonntag, 6. Januar 2013

Von Männern und Kindern...

Eins sei vorweg gesagt: Ich liebe meinen Mann. Wirklich.
Aber manchmal fehlt mir einfach jegliches Verständnis, und ich kann nur noch imaginär mit dem Kopf schütteln.

Mein Mann ist Vollzeit- und Vollbluthandwerker. Er macht seine Arbeit wirklich, wirklich gerne. Sagt er. Glaube ich ihm auch.
Wenn er aber könnte, wie er wollte, dann wäre er parallel mit seinem Computer und/oder mindestens einer Spielekonsole samt Controller verwachsen, denke ich.
In frühester Kindheit kam er mit seinem ersten elektronischen Freund in Kontakt, aus Freundschaft wurden Liebe und Leidenschaft, und diese Liebe - man möchte fast sagen: Hörigkeit - ist bis heute ungebrochen.

Nun kann man sich in etwa vorstellen, wie sonntägliche Freizeit für meinen Mann aussieht: Er lässt sich relativ zeitnah nach dem Frühstück in seinen Computersessel fallen und bewegt sich nach Möglichkeit die nächsten Stunden nur noch zum Kühlschrank und zum Klo. 

Dummerweise ist er nicht mehr Single, sondern verheirateter Vater, somit haben Frau und vor allem Tochter da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Da Tochter sich nicht immer so artikulieren kann, wie ich der Meinung bin, dass sie ihre Wünsche ihrem Vater gegenüber äußern sollte, muss leider ich das hin und wieder für sie übernehmen. 
Auf gut Deutsch: Ich bin der Meinung, dass sonntags zumindest temporär mit dem Kind gespielt wird. 
Und zwar Papa, nicht Mama. 
Mama ist die ganze Woche da, Papa nur sonntags, also ist sonntags Papatag. 

Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit für jeden Vater sein, denke ich jedenfalls, und es nervt mich wahrscheinlich noch mehr als ihn, meinen Mann in regelmäßigen Abständen (alle paar Wochen) an seine Vaterfreuden erinnern zu müssen, aber so ist es nun mal bei uns. 
Nach jedem Gespräch klappt es für ein paar wenige Sonntage in Folge, dann kehrt der alte Schweinehund zurück, und über kurz oder lang wird das nächste Gespräch fällig.

Was meinem schwer arbeitenden, sich erholen müssenden Mann extrem gelegen kommt ist, wenn das Kind danach verlangt, mit der Spielekonsole spielen zu dürfen. Natürlich wird dem zugestimmt, schlägt man doch zwei Fliegen mit einer Klappe: Kind beschäftigt, ohne dass Papa sich großartig bewegen muss, und seiner Leidenschaft kann er dabei auch noch frönen.

Aber nicht mit mir! 
Eine Dreijährige vor der Spielekonsole? Nicht wirklich. 
Auch nicht, wenn das gute Stück als "Familienspielekonsole" angepriesen worden ist. 
Nein, nein, nein. Gibt es nicht.
Eine Dreijährige kann phantastische Reiche aus bunten Duplosteinen bauen, Bücher gucken oder sich vorlesen lassen, Bilder malen und basteln, ihren Kinderzimmerfußboden mit all ihren Puzzles auslegen, Memory, Obstgarten oder sonst irgendwas spielen, in Rollenspielwelten versinken und so weiter und so fort. Im besten Fall zusammen mit dem Papa. 
Aber Spielekonsole? Nein!
Dass er aber auch nicht von alleine auf die Idee kommt, die Madame sofort in ihr Zimmer zu entführen und mit tollen, kleinkindgerechten Spielideen abzulenken. Nee, da muss erst wieder die böse, nervende Mama kommen und einen Ton dazu sagen, natürlich nachdem die Konsole bereits eingeschaltet worden ist, und dann ist das Geschrei verständlicherweise groß.

Oder sieht die böse, nervende Mama das etwa zu eng?
Ich denke doch nicht?!

Kommentare:

  1. Siehst du vollkommen richtig. Und Papa, wenn du das hier liest, mach es doch der lieben Mama und Ehefrau nicht so schwer....

    LG
    Elke

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  2. du hast sooooooooooooooooo recht!!!! scheint wohl überall ähnlich zu sein, deßhalb wurde bei uns vor ner
    woche jeden abend 30 minuten papaspielzeit eingeführt:-)
    lg Fabienne

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    1. Auch ne nette Idee, lässt sich so bei uns leider kaum realisieren, weil mein Mann meistens zu spät (zwischen 20 und 21 Uhr) von der Arbeit kommt. Deshalb poche ich so auf den Sonntag. ;)

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