Freitag, 25. Januar 2013

Psychospielchen

Johanna ist ein schlaues, kleines Mädchen, und so kann man schon seit einigen Wochen (oder etwa schon länger?) ein Verhalten bei ihr beobachten, das ich zumindest "fragwürdig" nennen würde.

Läuft etwas nicht so, wie sie möchte, ist sie unzufrieden, bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die ihr ihrer Meinung nach zusteht, wird geschimpft, weil sie sich in irgendeiner Weise nicht richtig verhalten hat oder, oder, oder, dann hat sie schlagartig Hunger.
"Aber ich möchte doch etwas essen!", wird dann weinerlich vorgetragen.

Der Punkt ist: Sie hat in den meisten Fällen dieser Art keinen wirklichen Hunger.

Vielmehr weiß sie mit ihren gerade drei Jahren leider schon viel zu genau, dass das Thema "Essen" in Bezug auf Johanna unsere Achillesferse ist, und dass sie uns damit "kriegen" kann.
Sprich: Läuft etwas nicht optimal für sie, etwas, was die Beziehung zwischen ihr und der in der konkreten Situation aktuellen Bezugsperson (variiert zwischen Mama, Papa und Oma, zumindest beschränken sich auf uns drei meine bisherigen Beobachtungen) stören könnte, dann holt sie sich Aufmerksamkeit und Zuwendung über das Essen.
Oder versucht es.

Mittlerweile bin ich auf den Trichter gekommen und lerne Stück für Stück, echten Hunger von seelischem Hunger zu unterscheiden.
(Ich habe ein ganz krasses Déjà vu! Das musste ich doch bei mir selber auch schon lernen! Hilfe!)

Dabei handelt es sich natürlich um eine Gratwanderung für uns bzw. vor allem mich.
Gerade bei einem Kind, das essgestört ist, das sich nur von Brei und Joghurt ernährt, das zwar im Moment für seine Verhältnisse gut genährt ist, das aber bei einem "Zwischenfall" (so nenne ich es mal), wodurch es dann zur Nahrungsverweigerung kommen könnte, auch ganz schnell wieder ins Untergewicht rutschen würde, ist man als Mutter/Vater/Oma natürlich immer auf der Hut.
Lotet aus, wie weit man nun gehen kann, bevor man Gefahr läuft, den Bogen zu überspannen.
Bevor es wieder kritisch wird.

Ganz banal gesprochen habe ich auch kaum noch eine Ahnung, wie viel Johanna eigentlich essen muss, um satt zu sein. Die Angaben auf den Breipackungen beziehen sich auf Säuglinge bzw. Babys, die sich gerade vom Säugling zum Breiesser entwickeln, dass eine Dreijährige unverhältnismäßig mehr von dem Zeug braucht, liegt auf der Hand. Schon lange rühre ich den Brei frei Schnauze an. Aber wie viel braucht sie von dem Kleister? Und wie oft? Wie lange macht das Zeug satt? Wie viel Vanillejoghurt/-quark macht satt? Und wie lange? Kann es wirklich sein, dass sie alle drei Stunden Hunger hat?
Und dann auch noch zwischendurch?

Schwierig, schwierig, das alles.
Dazu ihre - ich sage es mal uncharmant und unverblümt - Psychospielchen.
"Kann ich dich so nicht für mich gewinnen, dann musst du eben Essen für mich machen. So habe ich dann deine volle Aufmerksamkeit und Fürsorge."
Ihre Masche - und ich stehe kopfschüttelnd daneben und kann es kaum fassen, dass eine Dreijährige schon derart agieren kann.

Wir müssen diese Krux loswerden.
Dieses allgegenwärtige Thema "Essen".

Hoffentlich ruft München bald an...

1 Kommentar:

  1. Hy,

    für eure Süße ist das natürlich eine super Sache so ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie kennt es ja auch nicht anders als das es sich in ihrem Leben ständig um das Essen gedreht hat und immer noch tut. Aber auch da müsst ihr eine Regelung finden. Wenn sie um 12 Uhr gegessen hat, dann bekommt sie erst wieder um 14 Uhr etwas.(ist nur ein beispiel,geht ja auch nur mit 1 stunde dazwischen) Auch mit ihren Joghurtbreimahlzeiten dürfte das kein Problem sein. Wenn sie dazwischen jammert dann versucht es irgendwie zu ignorieren. Sonst tanzt sie euch immer mehr auf der Nase rum was ja keiner von euch möchte.

    Was macht sie erst wenn ein Geschwisterchen da ist? Dann muss sie die Aufmerksamkeit auch teilen. Wie du das Richtige Maß für den Brei findest? Also ich esse ab und zu auch noch lecker Babyanrührgrießbrei und ich denke mal die Menge kannst du nur aufrechnen und austesten. Mach einfach mal mehr als sonst, wenn sie es aufisst und noch etwas möchte dann reicht es ihr nicht. Anders wird es für die nächste Zeit wohl nicht gehen. Was sagt den ihr Arzt dazu? Hat er euch etwas vorgeschlagen wie ihr am besten mit ihrer Trotzphase umgehen könnt? Sie immer essen lassen ist ja auf Dauer auch nicht gut.

    Ich hoffe das es mit München entlich klappt, dauert echt ewig bis ihr da hin könnt.

    Ich drück dich mal durchs www ganz doll und schick dir etwas Kraft und Nerven, auch an deinen Mann, das ihr in dieser Phase eurer Maus nicht durchdreht.

    LG Lukana

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