Dienstag, 8. Januar 2013

Nur ein Augenblick

13.45 Uhr.
Die Türe wird geöffnet, und die Gruppe der Wartenden strömt ins Gebäude.
"Alle in der Turnhalle", so lautet der knappe, aber mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht hervorgebrachte Hinweis.

Der Strom bewegt sich den Gang entlang.
Klatschen, Gesang und Kinderlachen weisen den Weg.

Am Ziel angekommen erspähe ich im Türrahmen stehend meine Tochter.
Leicht gerötete Wangen, ein Lächeln im Gesicht ist sie ganz vertieft in das Kinderlied und singt und klatscht eifrig mit.

Plötzlich aber verstummt sie. Erstarrt beinahe.
Sie hat mich erblickt.
Ihre auf mich gerichteten Augen beginnen zu glänzen, ein Strahlen breitet sich auf ihrem Gesicht aus, erfasst von den Haarspitzen über die Öhrchen, die kleine Stupsnase bis runter zum Kinn jeden kleinsten Winkel.

"Maaaamiiiii!" kreischt sie voller Freude, springt von der Bank und kommt mit so weit ausgebreiteten Armen, wie es ihr möglich ist, wehenden Haaren, immer noch dieses bezaubernde Strahlen im Gesicht, auf mich zugerannt.

Mein Herz macht einen Sprung, und in meinem Körper steigt von den Zehenspitzen aus eine wohlige Wärme auf, setzt sich in jedem Fleckchen fest und füllt mich schließlich vollständig aus. Ein unfassbar schönes, leuchtendes, wohltuendes Gefühl.
Das muss Liebe sein.

Johanna fällt mir lachend in die Arme, und ich nehme sie hoch.
"Meine Mami", murmelt sie immer wieder vor sich hin, so zärtlich, so liebend, dass es mir beinahe die Tränen in die Augen treibt, während sie sich mit ihren Ärmchen um meinen Hals klammert und mir den Nacken streichelt.

Die Zeit steht still.

Solch ein Augenblick ist es, der mich schlagartig alles vergessen lässt, der jede Widrigkeit um ein Vielfaches aufwiegt.

Kommentare:

  1. Ich lächel immernoch. :o)

    lg
    zelakram.blogspot.com

    und immernoch...

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  2. So schöööööööööööööön!
    *tränewegwischt*

    LG

    Elke

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