Freitag, 28. Dezember 2012

Willkommen im Chaos!

Was kann man an den paar freien Tagen zwischen den Jahren Sinnvolleres, Schöneres, Entspannenderes  machen als zu renovieren?
Genau. 
Gar nichts. 
Meine Rede.

Somit verloren wir uns nach dem Frühstück im allerfeinsten Renovierungschaos.
Dabei stand nur das Wohnzimmer auf dem Plan.

Doch in einem bewohnten Wohnzimmer finden sich allerlei Möbel, Accessoires, Blümchen und Gedöns. 
Wen überrascht es?
Und das Zeug muss irgendwo zwischengelagert werden.

Hat man keine voll unterkellerte 240-Quadratmeter-Bude mit Anbau und Doppelgarage, sondern eine gemütliche Maisonettewohnung ohne direkten Zugang zu einem Keller (abgesehen davon ist das 4qm große Kellerchen, das zu unserer Wohnung gehört eh ein Witz und hätte nicht mal einen Bruchteil unserer Möbel aufnehmen können), dann lagert man das Wohnzimmer in die restliche Wohnung aus. 
Logisch, hm?

Chaos im Flur:



Chaos in der Küche:


Und da sich im Laufe der Jahre doch ein paar mehr Dinge angesammelt haben, als in einer winzigen Küche und einem annehmbar großen Flur Platz haben, findet sich natürlich auch ein
Restchaos im Wohnzimmer:


Noch während wir damit beschäftigt waren, das Zimmer für den neuen Anstrich vorzubereiten, wurde in mir eine Stimme laut, die mich entrüstet fragte, auf was für eine Schwachsinnsidee ich da eigentlich wieder gekommen war. 
Sie klang wie mein Mann, ich bin mir aber sicher, dass die Worte aus meinem Inneren kamen, möglicherweise kann ich aber auch einfach seine Gedanken lesen und forme sie in mir zu Lauten. 
Wer weiß das schon.

Ich meine auch, ihn des öfteren mal in seinen Bart brummeln gehört zu haben.
Sowas wie "Klar, wir streichen mal eben das Wohnzimmer.".
Oder "Was soll man auch sonst zwischen den Jahren machen?".

Meine Rede.
Sag ich ja!

Nach zwei Stunden waren die Vorarbeiten endlich erledigt.
Ehrlich, ich hasse Abkleben! 
Streichen macht Spaß. Wenn nur das dumme Abkleben nicht wäre.
Dann waren auch noch diverse Bohrlöcher von unzähligen Fehlversuchen zu stopfen - nicht, dass wir uns nun falsch verstehen: Ich habe nie gebohrt. 
Mein Mann, hauptberuflich Handwerker, hat immer mal wieder in den Wänden rumgestochert und sie Schweizer Käse angeglichen.
Keine Ahnung, wie genau das eigentlich passieren konnte.

Jedenfalls konnten wir nach zwei Stunden endlich mit der eigentlichen Aufgabe, dem Streichen anfangen. Zunächst hatten wir tatkräftige Unterstützung von Johanna.


Die hat sich nach kurzer Zeit jedoch lieber unter der Technik-Beschützer-Plane vor dem imaginären Tiger, der seit einigen Tagen unsere Wohnung unsicher macht, versteckt.



Auch ohne ihre Hilfe hatten wir den Raum zügig geweißt.
Oder vielmehr mein Mann.
Ich habe mit nem Pinsel die Ecken und Kanten bearbeitet (Mädchenarbeit), mein Mann hat den Rest erledigt (echter Kerl halt).
Zwischendurch habe ich irgendwie in der Chaosküche etwas Essbares zubereitet, das wir anschließend irgendwie im Chaoswohnzimmer wieder vernichteten.

Nachdem wir schlussendlich noch eine gute Stunde auf allen Vieren rumgekrochen sind und das gute Parkett von diversen Farbflecken befreit haben (mit Folie abdecken ist ja was für Weicheier) ist es inzwischen mehr als dunkel draußen, die Möbel stehen provisorisch an ihren nahezu angestammten Plätzen, die Wände erstrahlen in einem wunderbaren, lochfreien Weiß, und wir warten darauf, dass die Farbe durchgetrocknet ist, damit wir unsere schoko-moko-braunen Akzente setzen können.
Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht, die Farbe heißt wirklich Schoko Moko. Angerührt von und mit Tim Mälzer. Was hat ein Fernsehkoch eigentlich mit Wandfarbe zu tun?
Ob die nach Schokolade schmeckt? Nachher mal testen.

Mal schauen, ob das heute noch was wird oder ob wir das doch lieber auf Morgen vertagen.
So wie ich mich und meine Kombination aus Ungeduld und Perfektionismus aber kenne gebe ich keine Ruhe, bevor das Zimmer nicht fertig gestrichen ist.
Sorry, Schatz!

1 Kommentar:

  1. Herrlich :D ich kann mir das "Gemeckere" und die Mädchenarbeit richtig gut vorstellen und ich gebe dir recht: Abkleben ist wirklich das schlimmste und mühsamste an der ganzen Geschichte und eigentlich hast du ja recht, denn man malt nur mal ganz schnell aus. Ausmalen an sich ist ja nicht so langwierig...aber das davor...au man :D aber der Einblick in die Wohnung war trotz Chaos sehr nett und ich würde gerne ein foto vom endergebnis sehen mit den schoko-moko-braunen Akzenten! Danke übrigens für dein amüsantes Kommentar - find ich einfach traumhaft, allenvoran die Kritik an Battleship ;) und Merida guck ich mir die Tage aufjedenfall mal an!

    Liebe Grüße und einen schönen Abend im Chaos umgeben von frischer Wandfarbe und einem unsichtbaren Tiger!

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