Donnerstag, 20. Dezember 2012

Survival of the Fittest

Ich hatte irgendwann mal erwähnt, dass ich beim Autofahren in der Regel die besten Ideen habe.

Und wie ich heute zum Kindergarten fuhr, um die Madame abzuholen, tat sich vor meinem geistigen Auge ein Bild auf: Die Welt liegt in Trümmern, überall schwelende Brände, die Erde bebt, stürzt in sich zusammen, und irgendwo in diesem Chaos rennt - schnauft - das Dickerchen - also ich - mit an wallende Brust gepresster Johanna um ihr Leben.

Morgen geht die Welt unter. 
Jedenfalls, wenn es nach den Mayas oder vielmehr deren Kalender geht. Zumindest, wenn man es derartig interpretieren möchte. 
Ich habe da eine andere Ansicht, aber ich schwimme einfach mal mit auf der großen Woge der Weltuntergangsstimmung und denke mir lächelnd meinen Teil.

Morgen ist es also so weit.
Das Chaos wird ausbrechen, und wir werden versuchen, zu überleben. 
Irgendwie.

Seien wir mal ehrlich: Abgesehen davon, dass schlanke, schöne Menschen netter anzusehen sind, hat es auch einen ganz logischen Grund, dass in sämtlichen Hollywood-Katastrophen-Weltuntergangsschinken immer genau diese die Protagonisten sind, die am Ende mit dem Leben davonkommen: Sie können einfach besser rennen. Und sehen dabei auch noch besser aus.

Stellen wir uns hingegen einfach mal mich in einer derartigen Situation vor: Von "rennen" wird keine Rede sein können. "Hüpfende, wankende, schnaufende Dampflokomotive" wird treffender sein. Der Körper schwabbelt vor dem Weltuntergang davon, und ich schwabbel meinem Körper hinterher, nicht weniger bemüht, meines und das Leben meines Kindes zu retten, aber bei weitem nicht so ästhetisch. Und vermutlich auch nicht sonderlich erfolgreich.

Angesichts dieser Szenerie bekommt der Terminus "Survival of the Fittest" eine ganz neue, eine wortwörtliche Bedeutung, wenngleich Darwin damit etwas völlig anderes meinte.
Ich gehöre sicherlich nicht zu "the Fittest", und somit dürfte mein "Survival", mein Überleben, zumindest fraglich sein.

Was also lernen wir daraus?
Auch mit Hinblick auf den Weltuntergang wäre Gewichtsreduktion noch lohnenswert, würde es doch die Chancen aufs Überleben erheblich erhöhen.
Zweifelhaft ist allerdings, ob ich das bis morgen noch gewuppt bekomme.
(Hallo, Gute Fee? Schwinge deinen Zauberstab, dann bin ich pünktlich zum Weltende doch noch schlank!)

Aber bis zum nächsten Weltuntergang, jawohl, bis dahin werde ich abgenommen haben.
Damit ich perfekt und ästhetisch um unser Leben rennen kann.

1 Kommentar:

  1. Hallo Rebecca :) was für ein witziger und interessanter Beitrag :D

    Besonders gut gefällt mir: "Hüpfende, wankende, schnaufende Dampflokomotive" ... genauso sehe ich vor meinem geistigen Auge aus, während ich einem Meteoriten davon laufe.

    Ich frage mich auch, wann die Welt denn untergehen soll. Immerhin haben wir keinen richtigen Zeitpunkt und wir wissen auch gar nicht wie sie untergehen soll...absoluter Quatsch und morgen siehts so aus wie immer :)

    Wünsche dir heute einen wunderbaren Weluntergagstag :D

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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