Donnerstag, 13. Dezember 2012

Neuer Versuch

Bei dem schönen Wetter - Sonnenschein und Eiseskälte - haben meine Mama und ich nachmittags mit Johanna einen erneuten Versuch Richtung Weihnachtsmarkt gestartet.
Man muss sich ja langsam rantasten an die größtmögliche Dosierung von geballter Reizflut.

Somit fuhren wir in die benachbarte Innenstadt zum Bummeln und anschließendem Besuch auf angegliedertem Weihnachtsmarkt.
Heute war es deutlich voller als am Montag, doch Johanna blieb erstaunlich entspannt, lief sogar zu Fuß an Omas Hand durch die Menschen und begutachtete die bunten Stände und Lichter.

Vor dem ersten Karussell blieben wir eine Weile stehen und ließen die Madame - wie von ihr gewünscht - zusehen. 
Eine Runde um die andere wurde gedreht. 
Die Lichter blinkten. 
Die Gefährte rumpelten.
Die Kinder lachten.
Und Johanna war ganz interessiert. 
Selber mitfahren hingegen wollte sie heute nicht. 
Nach der Erfahrung vom Montag überraschte mich das allerdings auch nicht.
Unsere Ergotherapeutin sagte dazu, dass es optimal gewesen wäre, wenn wir genau in dem Moment die Fahrt hätten stoppen können, als es bei Johanna umschlug von Freude zu Angst bzw. Unwohlsein. Dann hätte Madame keine Negativerfahrung gemacht, sondern gemerkt, dass sie allein in der Hand hat, wie weit sie gehen möchte. Aber darauf hat man leider keinen Einfluss.
War nicht möglich, nun bleibt Johanna erst mal wieder vorsichtig interessiert.

Und so standen wir dort minutenlang in der Kälte, bevor wir sie endlich zum Weitergehen überreden konnten.

Auf dem Rückweg kamen wir wieder an diesem Karussell vorbei, und erneut mussten wir stehen bleiben. Viele, viele Runden wurde zugeschaut. 
Die Lichter blinkten immer noch. 
(Zum Glück ist niemand von uns Epileptiker, das Geblinke war echt extrem!)
Die Gefährte rumpelten immer noch. 
Die Kinder lachten immer noch. 
Und Johanna war immer noch ganz interessiert.
Selber mitfahren hingegen wollte sie immer noch nicht.


Immerhin hatte es die Madame muckelig warm in ihrem Schneeanzug.
Meiner Mama und mir hingegen fror unterdessen alles ab. Angefangen bei den Zehen, aufgehört bei den Nasenspitzen.
Irgendwann holte meine Mutter dann kurzentschlossen zwei Becher Glühwein. Nach ein paar Minuten hatten sie ihren ausgetrunken, meiner war zur Hälfte weg, und da ich uns wenig später noch sicher und im besten Fall unangeschickert nach Hause fahren musste, habe ich meine andere Hälfte meiner Mama überlassen, der Glühwein hatte es nämlich ganz schön in sich.
Dummerweise war genau in diesem Moment bei Johanna der Punkt erreicht, an dem sie von allem genug hatte, sie von den ganzen Reizen übermannt wurde. Folglich fing sie wie auf Knopfdruck an zu weinen und wollte nach Hause. 
Meine Mutter also - Vorzeigeoma - stürzte in Windeseile meinen halben Becher Glühwein hinunter, damit wir schnellsten den Heimweg antreten konnten.

Nun trinkt sie weder oft noch viel Alkohol, somit gestalteten sich der Rückweg zum Auto und auch die Heimfahrt sehr... sagen wir mal "unterhaltsam", denn sie hatte [Zitat Oma] "einen im Tee" [Zitatende] .
Und das hat sie sogar gesungen.

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