Sonntag, 9. Dezember 2012

Immer wieder sonntags...

... habe ich das Gefühl, ich müsse all das erledigen, was ich die sechs Tage der Woche zuvor aus Zeit- und/oder Lustmangel nicht geschafft habe.

Noch vor dem Frühstück räume ich mit Leidensmiene die Wohnung auf. 
Quasi direkt aus dem Tiefschlaf springe ich ins Wohnzimmer, bringe Johannas Spielzeug zurück an seinen angestammten Platz im Kinderzimmer und frage mich im selben Moment, wozu ich das eigentlich mache. Innerhalb von Minuten ist die Madame mit Sack und Pack wieder umgesiedelt ins Wohnzimmer.
Ansprechen sollte mich niemand, bevor ich nicht meinen Hallo-Wach-Kaffee getrunken und den ersten Bissen vom Brötchen genommen habe. Schon gar nicht mein Mann. 
Der arme Kerl leidet manchmal ("manchmal?", wird er jetzt fragen) ganz schön unter meiner Morgenmuffeligkeit. Aber was soll ich machen? Die gehört zu mir wie mein rechter Arm. Oder der Linke. Oder die Füße. Oder... Ihr wisst, was ich meine.

Im Laufe der Woche haben sich natürlich Wäscheberge aufgetürmt, die dem Mount Everest Konkurrenz machen könnten. Handwerker als Mann, Kindergartenkind, Frau mit Job und ohne Trockner (Schätzeken? Trockner zu Weihnachten?), da ist akuter (oder auch permanenter) Waschstau vorprogrammiert. 
So läuft ebenfalls bereits vor dem Frühstück die erste Maschine Wäsche, nachdem diese (also die Wäsche) sortiert worden ist, und im allerbesten Fall (wenn ich schon samstags angefangen habe zu waschen) liegt der erste Schwung Bügelwäsche parat.
Ich hasse bügeln. Wirklich und abgrundtief. Es gibt nichts Schlimmeres für mich als zu bügeln. Lieber hänge ich mich stundenlang aus dem Wohnzimmer und putze dortiges überdimensional großes Dachfenster von außen (und das ist wirklich ein halsbrecherischer Akt) als auch nur ein einziges Teil zu bügeln.
Aber es muss gemacht werden. Zerknittert soll auch niemand rumlaufen. Und ohne Trockner ist leider alles zerknittert, nachdem es gewaschen auf der Leine gehangen hat. Sogar Unterhosen und Socken. Aber die bügel ich nicht, keine Sorge. Trotzdem nervig.

Während Waschmaschine läuft und bereits saubere Wäsche trocknet wird geräumt, geputzt, geordnet. Zwischendurch geschrieben, Bilder gemacht und bearbeitet, mit der Madame gebastelt, wenn sie nicht anderweitig bespaßt wird, und immer wieder - in schöner Regelmäßigkeit - könnte ich innerlich an die Decke gehen, weil mein über alles geliebter Göttergatte nicht von alleine auf die Idee kommt, mit Johanna mal im Kinderzimmer spielen zu gehen. Lieber hängt man vor dem PC und klickt stumpf durch die Gegend. Den ganzen Tag. 
Diese Thematik sorgt sehr schön zuverlässig für Gesprächsstoff zwischen uns.
Schatz, ich weiß, dass du hier mitliest. Vielleicht fruchtet es ja, wenn es niedergeschrieben wird. Zumindest kannst du es dir dann öfter mal anschauen, ohne dass ich immer wieder diesen Sermon wiederholen muss.
Ich weiß, dass du dich sonntags von deinem Job erholen musst, dass du am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen bleiben und schlafen würdest. 
(Wieso habe ich mir eigentlich so ein Murmeltier als Mann ausgesucht?)
Aber du hast eine Tochter.
Deine Tochter spielt gerne mit dir. Sie braucht das Spiel mit dir. Sie braucht den Tag mit dir. Du gehst sechs Tage die Woche arbeiten, da bleibt leider nur der Sonntag übrig. Du musst dich ja gar nicht von morgens acht bis abends acht mit ihr beschäftigen, aber wenigstens ab und zu zwischendurch mal? Ohne, dass ich dich darauf hinweisen muss?! Das wäre wirklich super!
Könntest du nicht auch die Welt knutschen, wenn Johanna im Spiel mit dir aus vollem Herzen lacht? Das müsste doch schon Anreiz genug sein, dich ab und zu von deinem Sessel zu erheben.

Genug der Predigt, zurück zum Thema.
Als wäre es mit Räumen, Putzen, Ordnen, Waschen, Bügeln und und und noch nicht genug des Guten, fällt mir spontan ein, dass ich meine Klamotten ausmisten könnte und im selben Zug, wenn ich eh schon mit den Schränken und Kommoden beschäftigt bin, könnte ich mal wieder das Stiefkind "Schlafzimmer" aufräumen. Oder zumindest ein klein wenig mehr Ordnung schaffen.
Seitdem wir hier eingezogen sind - das ist erst zwei Jahre her - ist unser Schlafzimmer stellenweise Abstellraum und Flohmarktlager. Zum Glück ist es rund 30qm groß, sonst hätten wir wohl arge Probleme, das Bett zu erreichen. Trotzdem nervt mich dieses stellenweise Chaos ungemein. Im Schlafzimmer muss ich mich ausruhen können, abschalten und runterkommen, das geht nicht, wenn ich von Unordnung und Gedöns umgeben bin. Versteht mein Mann überhaupt nicht. Der kann immer und überall schlafen. Und zwar sofort. Gemein!

Nun ist der Tag schon wieder vorbei, draußen ist es zappenduster, gebügelt habe ich immer noch nicht, und ich habe erneut das Gefühl, ich hätte etwas ganz Wichtiges nicht geschafft: Nämlich einfach mal Füße hochlegen und nichts machen. Die Seele baumeln lassen. Entspannen. 

Vielleicht nächsten Sonntag...

1 Kommentar:

  1. wow! hallo rebecca! ich weiß genau wovon du schreibst! trifft alles genauso auf mich zu, als ob ich es geschrieben hätte haha..habe auch so jemanden daheim, ja du weißt was ich meine ;)
    ganz liebe grüße
    sarahgolden
    kopf hoch ;)

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