Freitag, 21. Dezember 2012

Auf dem Wartegleis

Wie bestellt und nicht abgeholt.
So fühle ich mich im Moment.

Ich weiß, Johanna und ich fahren nächsten Monat nach München ins Kinderzentrum.
Ich weiß, wir werden einige Wochen dort bleiben müssen.
Ich weiß, das wird eine ziemlich lange, vermutlich nicht einfache Zeit werden.
Ich weiß, ich werde meine Familie, Freunde, Kollegen ganz schön vermissen.
Ich weiß, auch Johanna wird ihre kleinen Kindergarten-Freundinnen vermissen.
Ich weiß, wir werden vermisst werden.

Aber eines weiß ich nicht: Wann geht es eigentlich los?
Das nervt.

Man hängt völlig in der Luft.
Planung ist quasi nicht möglich, denn man weiß gar nicht, ob man an diesem oder jenem Tag noch hier ist, schlagartig kann der Anruf kommen, dass man genau jetzt anreisen kann.
Im Kindergarten lagen heute einige Listen aus mit Angeboten für die Kleinen, sowas wie "Tanzen", "musikalische Früherziehung", ein Seminar zum Thema "Wie überstehe ich die Trotzphase ohne Machtkämpfe?" (das ist dann eher ein Angebot für die Großen) und und und.
So gerne hätte ich Johanna und/oder mich in die ein oder andere Liste eingetragen, aber da derzeit nichts sicher ist, musste ich erst mal darauf verzichten.

Wie in Zeitlupe.
Mir scheint, so kurz vor Weihnachten und an den Festtagen selber dreht sich die Erde sowieso ein klein wenig langsamer als sonst, wohlige Stille und Gemächlichkeit legen sich über Menschen, Häuser, Strassen.
Aber meine kleine Familie dreht sich noch etwas langsamer, man bewegt sich von Tag zu Tag und wartet.
Wartet darauf, dass es endlich losgeht.

Ich hoffe, die Warterei hat bald ein Ende...

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