Freitag, 16. November 2012

Von Pferden und der Feuerwehr

Das war er nun also: Der erste St.-Martin-Umzug im Leben unserer Tochter.
Der Wettergott hat mitgespielt: Es war zwar übelst kalt, aber immerhin wurden wir vom kühlenden Nass von oben verschont. Das sah den Tag über ganz anders aus.


Der ganze Stolz Johannas, sogar - laut Erzählungen der Erzieherin - nahezu komplett selber eingekleistert und beklebt. Deshalb hat das gute Stück unten auch noch eine, sagen wir mal, unreife Stelle. Für Johanna ist ihre kleine Erdbeere so perfekt, dann ist sie es für uns auch.
Unser Augenmerk liegt sowieso eher auf der Tatsache, dass sie ihr Werk eigenhändig mit den Händen eingekleistert hat. Vor ein paar Monaten noch wäre gar nicht daran zu denken gewesen, dass sie so etwas Ekliges wie Kleister auch nur ansatzweise in die Nähe ihrer Hände gelassen hätte.
An solchen Dingen wird einem dann bewusst, dass die Madame Fortschritte in ihrer Körperwahrnehmung macht. Empfindungen, die früher Angst und Unsicherheit oder gar Panik und Ekel ausgelöst hätten, machen ihr heute nichts mehr aus. Vielmehr sucht sie nun genau diesen Kontakt.

Zurück zu St. Martin.
Mit großen Augen sog sie das menschliche Gewusel vor und während der Aufstellung in sich auf, gesellte sich schnell zu einer ihrer in den ersten Kindergartenwochen bereits gefundenen Freundinnen und wartete geduldig darauf, dass es endlich losging.
Wir übrigens auch. Aber weniger geduldig. Wie die Erwachsenen halt so sind.

Noch bevor der Umzug endlich losging, wurde der Madame ihre Laterne zu schwer oder zu hinderlich oder was auch immer, jedenfalls lief es darauf hinaus, dass sie in Mamas Hand landete. Auch ok. 
Johannas Hand dagegen landete in der ihrer Freundin. Sehr niedlich.

Als wir dann endlich losmarschierten, fachsimpelten Johanna und ihre Freundin angeregt über das Pferd vom heiligen Martin, die Pfützen am Boden und die uns mit Blaulicht begleitende Feuerwehr, während die beiden Mamas - beide mit den jeweiligen Laternen in der Hand - nebeneinander vorweg marschierten und "Ich geh mit IHRER Laterne" schmetterten.

Alles in allem war es wirklich schön. Stimmungsvoll. Unterhaltsam. Kalt. Aber schön.
Und gegen die Kälte hat uns dann ja noch das Martinsfeuer geholfen...

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