Freitag, 16. November 2012

Ja, wo bleibt er denn...?

Wir hatten einen schönen Familiensonntag
Anders als geplant, aber wann läuft schon mal etwas wie geplant? Vor allem seit dem Zusammenleben mit meinem Mann musste ich lernen, unplanmäßige Änderungen hinzunehmen und sofort umzusetzen. Er ist halt etwas chaotisch, wenig vorausschauend und meint es meist besser, als es ihm umzusetzen möglich ist.

Aber heute war er ausnahmsweise mal gar nicht der Grund für Änderungen im Konzept.
Dafür war ein anderer Mann in meinem Leben verantwortlich: Mein Vater. Oder wie ich ihn nenne: Papa

Papa arbeitet im Ausland.
Das war schon immer so, und das wird wohl auch den Rest seines Lebens so bleiben. 
Gut, irgendwann wird er vermutlich nicht mehr arbeiten, aber dem Ausland wird er treu bleiben. 
Dabei handelt es sich auch nicht um Ausland "um die Ecke", sondern um andere Kontinente, einen im Speziellen: Asien.
Mal eben rüberkommen auf nen Kaffee ist also nicht möglich. 
Seit meiner frühen Kindheit ist er in diesen Gefilden auf Montage, irgendwo hat damit auch meine eigene Ess- bzw. allgemeine Psychoproblematik zu tun, aber darauf gehe ich vielleicht an anderer Stelle näher ein.
Jedenfalls sahen und sehen wir ihn alle Jubeljahre mal. 
Auch, wenn das unsere Beziehung stark beeinflusst hat, war, ist und bleibt er mein Papa, ich liebe ihn und er fehlt hier. 
Vor allem, seit Johanna da ist, empfinde ich das umso mehr so.  
Sämtliche Eltern meines Mannes (ja, er hat gleich mehrere) wohnen ebenfalls relativ bis sehr entfernt, und mein Vater wuselt irgendwo in Asien rum. 
Nix mit Opa hier in der Gegend. Schon schade.

Nun warten wir eigentlich bereits seit Freitag auf Papas Rückkehr aus Indien.
Aber irgendwie kütt da nüscht. 
Der erste Termin wurde ohne Nennung von Gründen auf den heutigen Morgen verschoben, woraufhin sich die Familie - also wir drei und mein Bruder mit Partnerin - um 15 Uhr zu lecker Kaffee und Kuchen bei meiner Mama einfand. 

Wer war nicht da?  
Mein Papa. 

Wo steckte er?
Keine Ahnung. 

Meldung hatte niemand von uns bekommen. 

Der Kuchen schmeckte prima, der Kaffee ebenfalls, irgendwann sass die ganze Familie dank Johanna gebannt über dem auf dem Esstisch ausgekippten LEGO und bastelte komische Gefährte, und wer ließ nach wie vor auf sich warten?
Mein Papa.

Es wurde dunkel, inzwischen waren mein Bruder und Partnerin wieder gefahren, meine Mama bereitete das Abendessen zu (lecker Sauerkraut mit Mettenden und Klößen), und wer ließ immer noch auf sich warten?
Mein Papa.

Dank Internet und der Homepage vom Frankfurter Flughafen reimten wir uns irgendwann zusammen, dass er ja eventuell seinen geplanten Flug hätte verpasst haben können. Aus welchem Grund auch immer. Maschinen aus Delhi landen zweimal am Tag in Frankfurt, und somit hätte aus geplanten 7 Uhr heute Morgen gut 18 Uhr heute Abend werden können. Das wäre zumindest eine Möglichkeit. Man verfällt ja schon gerne in Spekulationen.
Wir haben jedenfalls lecker zu Abend gegessen, noch ein bißchen gequatscht, und dann sind wir nach Hause gegangen, ohne den erwarteten Specialguest zu Gesicht bekommen zu haben.
Vielleicht trudelt er im Laufe des Abends noch ein, und dann bleibt zu hoffen, dass er nicht direkt morgen weiter muss nach Frankreich. Ausnahmsweise mal Europa.
Wäre doch schön, wenn an Johannas Geburtstag wenigstens ein Opa anwesend wäre. 
Apropos Johanna: Die hat sich hervorragend mit Shiva, der Katze meiner Mutter, amüsiert.


Fraglich allerdings, ob diese ebenso erfreut war.

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