Montag, 26. November 2012

Genesung immer noch vermisst

Auch nach intensivsten Bemühungen ist es unserer Protagonistin - mir - bisher nicht gelungen, ihre Genesung wiederzufinden. Stattdessen ärgert sie sich nun zu ihrer bereits vorhandenen Bronchitis auch noch mit einer beginnenden Mittelohrentzündung herum.

Ehrlich, langsam reicht es mir.

Freitagmorgen ging ich ganz unbedarft zum Ohrenarzt, weil schwindendes Hörvermögen darauf hindeutete, dass eine Säuberung mittels Ministaubsauger von Nöten sei. 
Immer mal - etwa alle zwei Jahre - kommt das vor.
Kein großer Akt. Hin zum Doc, kurz den Staubsauger reingehalten, ab nach Hause. Fertig. 
Und die Öhrchen funktionieren wieder einwandfrei.

Freitag hingegen war mein Arzt gar nicht da. Während der letzten zwei Jahre, in denen ein Besuch meinerseits nicht nötig war, wurde aus der Praxis offenbar eine Gemeinschaftspraxis. An diesem Morgen traf ich nun auf die neu dort ansässige HNO-Ärztin. Sollte eigentlich kein Problem sein.

Öhrchen wurden schön sauber, meine Bronchitis nahm sie auch gleich unter die Lupe.
Im Vorbeigehen noch ne beidseitige Seitenstrangangina diagnostiziert. 
"Vom Hausarzt verschriebenes Antibiotikum lassen wir erst mal so weiterlaufen, dann noch ein schönes Wochenende!"

Ja.
Und das war dann mein Wochenende: Permanentes Fiepen im linken Ohr, dazu konnte ich immer schlechter hören. Ganz toll.

Heute morgen saß ich dann erneut bei meinem Ohrenarzt. Dieses Mal wirklich bei meinem Ohrenarzt. Er war wieder da.
Kurz den Fall geschildert, er runzelte ein wenig die Stirn und schaute mir dann in den Gehörgang.
"Ja, Frau K., da ist etwas Flüssigkeit hinter dem Trommelfell."
Guckt weiter.
"Das hat etwas geblutet und ist hinters Trommelfell gelaufen. Ich muss ihnen das aufstechen und die Flüssigkeit absaugen."

In Gedanken bildete ich noch die Worte "Trommelfell aufstechen" aus und war gerade zu dem Schluss gekommen, dass das schmerzhaft sein muss. Eine Idee von Vollnarkose schoss mir durch den Kopf. 
Ich muss den dazu passenden Gesichtsausdruck gemacht haben, denn mein Doc sagte dann zu mir: "Ich muss das leider aufstechen, sonst wölbt sich das Trommelfell vor, und das tut dann erst richtig weh."

Und schon verschwand er mit diesem fiesen Piekser in meinem Ohr.
Alter, das tut vielleicht weh! Viel lieber säße ich jetzt beim Zahnarzt!
Dass er anschließend noch mit dem Minisauger in meinem malträtierten Trommelfell rumwühlte, machte die Angelegenheit nicht gerade besser.

Anschließend, ich war schon halb vom Behandlungsstuhl geflossen, noch kurz im Vorbeiflug die Frage: "Sind sie eigentlich erkältet? Sie haben da ne beginnende Mittelohrentzündung. Ich verschreib ihnen mal ein anderes Antibiotikum, wir brauchen eins, das auch aufs Ohr wirkt."

Und wo stehen wir jetzt?
Links höre ich immer noch nicht viel, dazu tut es jetzt auch noch weh. Und fiept. 
Wehe, das geht nicht mehr weg! 
Aus meinen niedlichen Antibiotika-Pillchen sind wuchtige Dröhnungsbrummer geworden, die kaum durch den Hals flutschen wollen.
Ich bin bedient.

Ich habe wirklich keine Lust mehr auf dieses ganze Krankheitsgedöns.
Ich würde nun gerne wieder gesund werden. So richtig.

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