Dienstag, 27. November 2012

Erstkontakt

Die erste Begegnung zwischen Johanna und ihrer neuen Therapeutin verlief - wie erwartet - äußerst positiv

Natürlich hatten meine Mama und ich sie wiederholt darüber informiert, dass wir am Nachmittag zu einer ganz lieben Frau fahren, bei der sie turnen und spielen kann, somit ging Johanna relativ entspannt und mit Vorfreude an die Sache ran.

Heute am Nachmittag stand nun die erste Sitzung bei der Ergotherapeutin an.
Es sollte nur ums Kennenlernen gehen.
Abchecken, wie die Chemie zwischen Johanna und der SI-Tante ist, und die SI-Tante (so nenne ich unsere Ergotherapeutin für die sensorische Integration nun einfach mal) wollte sich ein Bild davon machen, was Johanna schon kann, wo wir eigentlich stehen.

Im Übungsraum stürzte sich Madame sofort auf die ausgelegten Mal- und Bastelsachen und vertiefte sich zusammen mit Tine (die SI-Tante) in ein angeregtes Schneide- und Malspielchen. 
Große Herzen wurden ausgeschnitten und strahlend gelbe Sonnen mit niedlichen Gesichtern gemalt, während völlig nebenbei die Farben abgefragt wurden.

Lange hielt es Johanna an dem Tisch jedoch nicht aus, wartete mitten im Raum doch ein verlockendes Trampolin. Da sie sich auch zu Hause zur Zeit fast nur hüpfend vorwärts bewegt war ich eh schon erstaunt, dass Johannas erstes Gang nicht schnurstracks auf dieses Sportgerät geführt hatte.
Dafür aber nun.

Den Rest der Stunde zog es sie immer wieder auf das Hüpfding, zwischendurch wurden weitere Farben- und Formenspielchen gemacht, Wahrnehmungsgeschichten mit ner großen Wanne voller Bohnen, und es gab viel Geschnatter und Geplapper zwischen Johanna und Tine.

Insgesamt ein Start, wie er nicht hätte besser laufen können.
Besonders stolz wird man natürlich als Mutter, wenn man so nette Sachen gesagt bekommt wie:
"Da haben Sie aber wirklich ne süße Maus."
"Selten, dass ein Kind in dem Alter schon so gut die Farben und Formen zuordnen kann. Und wie sie Stift und Schere hält und damit umgeht. Klasse."
"Sprachlich ist Johanna aber auch auf Zack, hm?"
"Ängstlich ist sie aber gar nicht, oder? Sie traut sich ja jede Menge zu und probiert alles. Toll!"

Natürlich haben wir ein tolles Kind. Ist ja unseres.
Bestätigung tut dennoch gut.

Besonders erleichtert bin ich darüber, dass Johanna sich bei Tine wohlfühlt, dass es ihr Spaß macht, dass es sich für sie nicht nach "Therapie" anfühlt sondern sie zu einer Turn- und Spielstunde geht. So soll es sein.

Man macht sich als Mutter ja schon dauernd Gedanken, ob das alles so richtig ist, was man da für sein und mit seinem Kind in die Wege leitet. Ob man die richtigen Therapeuten wählt, ob sich das Kind dort wohlfühlen wird. 
Nicht, dass Johanna sich überfordert fühlt. Oder schlimmer noch: Traumatisiert wird. Im schlimmsten Fall kann das auch alles nach hinten losgehen.
Bisher habe ich in der Hinsicht alles richtig gemacht, behaupte ich einfach mal.
Johanna geht es gut
Johanna fühlt sich wohl
Und Johanna macht permanent Fortschritte
Wenn auch noch nicht dort, wo der eigentliche Knackpunkt liegt, nämlich beim Essen. Aber drumherum geht es in riesigen Schritten vorwärts.

Da mir sowohl in Köln als auch von Tine geraten wurde, parallel die Logopädie wieder aufzunehmen, habe ich unsere Logopädin heute angerufen. Sie muss sich Zeit für Johanna freischaufeln, aber das wird sie auch tun. Regelrecht enttäuscht war sie, dass Johanna immer noch nicht isst. Die übrigens freut sich schon wieder auf Taps, den Hund der Logopädin, der auch immer dabei ist. Noch so ne Stunde, die für die Madame nichts mit Therapie zu tun hat sondern Spiel und Spaß bedeutet. 
Somit auch für mich völlig in Ordnung, ihr diesen zweiten Termin in der Woche auch noch aufzubrummen. 
Damit muss es aber genug sein. 

Wäre doch gelacht, wenn wir unser Schätzeken nicht irgendwann noch ans Essen bekommen würden.
Spätestens in München... hoffentlich...

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