Freitag, 16. November 2012

Aus dem Leben eines Katers

Wir teilen unser Heim mit einem großen, schwarzen Kater. 
Eddy. Seines Zeichens ein Maine Coon
Für diejenigen, die diese Rasse nicht kennen: Groß, größer, am größten. Auch bekannt als die sanften Riesen. Wäre er kein Kater, er wäre sicherlich ein Lamm, so fromm ist er.
Ihn kann man knuddeln, drücken, an den Ohren oder am Schwanz ziehen (ganz sanft natürlich), und wenn es ihm zu viel wird, dann geht er einfach, legt sich außer Reichweite hin und überwacht sein Revier mit einer nur ihm eigenen Majestätik.

Gucken.

Putzen.

Gähnen.

Hätte ich nun auch noch ein Foto, auf dem Eddy über seinem Futternapf hängt, dann hätte ich so ziemlich jeden wichtigen Part im Leben einer Katze oder eines Katers abgelichtet. Alles andere ist nur Zugabe.
Eine Eigenart hat Eddy jedoch: Geht man abends ins Bett, kommt er unverzüglich hinterhergetrottet, setzt sich neben das Bett, richtet sich auf die Hinterbeine auf, und die Vorderpfoten auf der Bettumrandung schiebt sich Millimeter für Millimeter dieser schwarze Katzenkopf ganz langsam über die Bettkante, dabei wunderbar untermalt von einem langgezogenen, wahrlich leidenden Miauen. Er taucht auf wie das Periskop eines Unterseebootes die Wasseroberfläche durchbricht, nur dass dieses dabei keine so jämmerlichen Klagelaute von sich gibt.
Er hält sich dran, bis man ihm endlich per Handzeichen erlaubt, das Bett zu entern (20 Minuten habe ich das Gejammer schon ausgehalten, dann bin ich doch wieder eingebrochen). Das ein oder andere Mal blitzte dabei bereits ein Gedankenfetzen auf, die Idee, dass ich den Nachbarn schon immer mal ein Geschenk machen wollte, doch genau so schnell, wie der Gedanke blitzt, besinne ich mich darauf, dass ich diesen Kater eigentlich vergöttere, und mit seinem nervigen Gemiaue will er mir sicherlich nur sagen, dass er mich ebenso vergöttert.
Hat Eddy es endlich aufs Bett geschafft, verweilt er dort so ziemlich genau fünf Minuten, bevor er sich daran erinnert, dass Katzen nicht in Menschenbetten schlafen und sich wieder dem Fußboden zuwendet.
Hauptsache, mal gezeigt, wer der Chef im Ring ist...

1 Kommentar:

  1. wir haben genau den gleichen, nur das unserer Fly heisst und genauso handelt wie der eure ;)

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