Freitag, 16. November 2012

Alles neu!

Dafür fehlt natürlich das Geld.
Alles neu mal eben so ist nicht drin. Zu meinem allergrößten Bedauern. Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde mein Mann heute Abend, wenn er von der Arbeit kommt, zweimal hinschauen müssen, ob er in der richtigen Wohnung gelandet ist.

Das muss er aber auch so des öfteren mal.
Ich bin Frau, und Frau räumt gerne um. Zumindest viele der Frauen, die ich kenne. Ich auch.
Mag auch was Psychologisches sein: Wenn ich unsere Situation schon nicht verändern kann, dann wenigstens unsere Umgebung. 
Eventuell hat es auch etwas mit Frustrationsbewältigung und Abreagieren zu tun. Mein Ventil ist die körperliche Ertüchtigung beim Möbelrücken.

Heute war das Kinderzimmer dran.
Johanna ist zwar noch nicht trocken (muss sie meiner Meinung nach auch nicht sein mit knapp 3 und ner großen anderen Baustelle, nämlich dem Essen), aber der olle Wickeltisch war mir schon lange ein Dorn im Auge. Braucht man ja auch nicht wirklich, son Ding. Wickeln kann man auf dem Bett oder auf dem Teppich oder oder oder.
Als heute Morgen feststand, dass wir beide nen Tag krankmachen (müssen), weil Madame ne dicke Erkältung mit erhöhter Temperatur hat und somit nicht in den Kindergarten konnte, und ich dadurch ebenfalls nicht zur Arbeit antreten konnte, da es mir auf die Schnelle nicht möglich war, eine Kinderbetreuung herzuzaubern, reifte bald in mir die Idee vom neu gestalteten Kinderzimmer.

Erst Frühstück, dann gesagt, getan.
Es wurde aufgeräumt, ausgeräumt, umgeräumt. Zwischendurch saubergemacht, umdekoriert, geschoben und gezogen.
Und ich muss sagen: Ich bin schwer zufrieden und erst mal wieder ausgeglichener. Das Kinderzimmer sieht toll aus, der Wickeltisch ist tatsächlich rausgeflogen, und auch Madame fühlt sich nach eigener Aussage pudelwohl in ihrem "neuen" Zimmer. 

Natürlich gehöre ich nicht zu denjenigen, die so eine Aktion auf Millimeterpapier vorplanen, sondern ich schiebe einfach mal drauf los. Wenn mir dann plötzlich mittendrin auffällt, dass dort, wo zukünftig die Musik erschallen soll, gar keine Steckdose auch nur ansatzweise in der Nähe ist, dann wird improvisiert. Und manchmal auch zurückgeschoben. Das aber nur in den seltensten Fällen. Meistens finde ich eine Lösung.

Ich fühle mich gut damit, so eine "Anpacken-und-machen-Frau" zu sein, ein ums andere Mal merkt man auch, dass ich mit einem Handwerker verheiratet bin. Unbeholfen kann man mich nicht nennen.
Schade nur, dass ich Johannas Problem nicht auf die gleiche Weise anpacken und lösen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen