Mittwoch, 28. November 2012

Alle Jahre wieder...

Es ist wie jedes Jahr um diese Zeit:
Man nimmt sich vor, die Weihnachtsdekoration anzubringen. Schließlich dauert es nun wirklich nicht mehr lange bis zum ersten Advent, und bis dahin sollte doch alles fertig sein.
Eigentlich ist man schon seit Wochen mit der Deko beschäftigt. Jedenfalls in Gedanken. Dabei ist es aber auch bisher geblieben. 
Aus Zeitmangel.
Aus Lustmangel.
Aus Mangel an irgendwas.
Eine Ausrede lässt sich immer finden.

Heute nun aber sollte es endlich soweit sein.
Völlig dekorationsenthusiastisch kam ich gegen 16.30 Uhr mit Johanna nach Hause.
(Wollen wir mal ehrlich sein: Eigentlich ist das etwa drei Stunden zu spät, um noch überhaupt irgendwas anzufangen.)

Und wie ich da nun mitten im Wohnzimmer stehe und mich um meine eigene Achse drehe, während ich abschätze, mir ausmale und berechne, wo ich was anbringen würde, wohin und wie lang ich welche Kabel dafür verlegen müßte (wird es vielleicht sogar nötig sein, Schlitze zu stemmen, Wände zu versetzen, die komplette Bude umzubauen?) wird dieses unbestimmte Gefühl von Unzufriedenheit immer größer und kämpft sich seinen Weg an die Bewußtseinsoberfläche.
Bevor ich hier irgendwas dekoriere, also schön mache, muss erst mal aufgeräumt, ausgemistet und grundgereinigt werden.

Völlig egal, wie aufgeräumt und sauber es zu diesem Zeitpunkt bereits ist, ich befinde mich in den Fängen eines inneren Zwanges. 
Ich muss aufräumen, ausmisten und grundreinigen, bevor ich dekorieren kann. 

Trotzdem begebe ich mich zunächst ins Schlafzimmer, in dem - so dachte ich jedenfalls - der Karton mit dem Weihnachtsschmuck auf seinen Auftritt wartet. Nachdem ich auch im letzten Winkel nachgeschaut und keine Kiste gefunden habe fällt mir wieder ein, dass ich irgendwann Mitte des Jahres meinen Mann mit den Sachen in den Keller geschickt hatte.
Meine Worte: "Das Zeug brauchen wir noch lange nicht und hier nimmt es nur unnötig Platz weg. Bringst du es bitte runter?"
Und zack, schon wieder Weihnachten.
So schnell kann es gehen.

Da meine Dekorationspläne nun erst einmal im Keim erstickt sind (ich kann Johanna unmöglich fünf Minuten alleine in der Wohnung lassen, um den Karton hochzuholen... obwohl... könnte ich wahrscheinlich schon, aber nö... Faulheit siegt), kann ich mich völlig ungeniert dem inneren Zwang ergeben und anfangen, Papiere zu sortieren, zu entsorgen, Bücher umzuräumen, Regale und Schränke zu säubern, Schubladen auszumisten und und und.

Jedes Jahr wieder übrigens ereilt mich mitten in solch einer Aktion akute Erschöpfung, weshalb ich ermattet auf die Couch sinke und einen Blogeintrag oder was auch immer schreibe, während die Wohnung um mich herum im Chaos versumpft. 
Offene Schubladen, halb aus- und umgeräumte Schränke und Regale, Bücherberge, die neu verräumt werden wollen, Papierstapel, die noch zu sortieren und abzuheften sind, mittendrin ein großer, blauer Müllsack für alles Überflüssige... die sprichwörtliche Bombe hat eingeschlagen.
Damit das niemandem auffällt gehe ich jetzt schnell weitermachen, und nachher, wenn mein Mann von der Arbeit kommt und hoffentlich auf dem Weg einen Abstecher in den Keller macht, um die Kiste mit hochzubringen (sofern er die entsprechende SMS gelesen hat), kann ich tatsächlich mit der Dekoration anfangen.
Oder morgen.
Auf jeden Fall aber noch vor dem ersten Advent.

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